Wenn ich heute in meinem Heimatland Sachsen-Anhalt gewesen wäre, hätte ich aus gegebenem Anlass sicherlich blau gemacht, aber ich bin in Paraguay und habe keine Freistellung vom Chef bekommen.
In der letzten Woche bemerkte ich, dass die Brunnenpumpe ständig ansprang, obwohl keine Wasserentnahmestelle geöffnet war. Auf die Frage warum, gab und gibt es nur eine Antwort: irgendwo fließt das Wasser nicht in geordneten Bahnen. Da ich nur schätzen kann, wo die Wasserleitungen hier in der Herberge ungefähr verlaufen, machte mich auf die Suche nach einer feuchten Stelle. Alle Häuser und Zimmer waren trocken, also musste es irgendwo im Gelände eine feuchte Stelle geben. Auf der Terrasse von Casa turcesa wurde ich dann schließlich fündig.
Soweit so gut, jetzt musste ich nur dem Wasserdruck folgen, um das Leck zu finden. Ein paar Hammerschläge später war ich an der Quelle.Die Leitungen liegen seit 15 Jahren im Boden und da kann das Material schon mal müde werden. Repariert war die Sache schnell und es konnte wieder Druck auf die Leitungen gegeben werden. Doch die Pumpe sprang weiterhin ständig an. "Gibts noch eine undichte Stelle?" Ich suchte weiter und tatsächlich, es gab ein weitere Wasserpfütze auf dem Gelände.
Alle guten Dinge sind drei und nachdem ich den zweiten Bruch geflickt hatte, fand ich nicht weit entfernt eine weitere Quelle. Das ist Sabotage dachte ich und mir war auch gleich klar, wer dafür die Verantwortung trägt. Nein, nicht der russische Präsident, sondern dieser hochgewachsene Kollege.Der Eukalyptus wurde irgendwann mal auf die Wasserleitung gepflanzt und der Widerstandskampf der Plastikrohre gegen die Naturgewalt der Wurzeln war aussichtslos. Dieses mal habe ich nicht mehr die defekte Stelle gesucht sondern habe gleich einen größeren Bogen um den Baum gemacht und das Rohr knapp unter der Erdoberfläche verlegt.Das Wasser fließt wieder und auch die Pumpe meckert nicht mehr.
Und wie bekomme ich jetzt einen Brückenschlag hin? Gar nicht.