Dienstag, 24. Februar 2026

Kurztrip nach Bayern

Mein Enkelkind hatte mich zum Geburtstag eingeladen und sollte ich nicht kommen, müsste ich ihm 1000 Robloxkarten schenken. Ich hatte die Wahl, Flugzeug oder 1000 Robloxkarten und wer weiß, was Roblox ist, versteht, dass ich das Flugzeug gewählt habe. Ende Januar machte ich mich auf ins kalte, winterliche Deutschland. Keiner wusste, dass ich komme und kein Empfangskommando stand am Frankfurter Flughafen. Mit der Bahn sollte es dann in die Nähe von Bayreuth gehen. Meine Zugverbindungen waren gebucht und auch das Internet hatte ich aufgeladen. Mein Flieger landete mit 20 Minuten Verspätung und ich dachte schon, dass ich meinen Anschlusszug verpasse. Doch tatsächlich war ich 10 Minuten vor Abfahrtszeit meiner Bahn am Bahnsteig. Außentemperatur 0°C und trotz dünnen Stoffturnschuhen und fehlender langer Unterhose, machten mir die frostigen Temperaturen nichts aus. Schließlich hatte ich mich gerade durch den Spurt über den Frankfurter Flughafen warm gelaufen. Und dann kam die Durchsage, 25 Minuten Minuten Verspätung. "Kay, du bist selber Schuld. Warum fliegst du im Winter nach Deutschland." Doch auf die Bahn ist Verlass und meine beiden anderen Anschlusszüge hatten ebenfalls 30 Minuten Verspätung und alles lief nach Plan. Nur eben um eine halbe Stunde verschoben. Unterwegs in der Bahn hatte ich mir übers freie WI-FI der DB ein Taxi zu meiner Endstation bestellt. Meine letzte Bahn bestand nur aus einem Wagon, einem Lokomotivführer und einer Schaffnerin. Wir fuhren fast pünktlich am Zielbahnhof ein. Dann stand ich allein am Bahnsteig. Es war jetzt 21.10 Uhr und ich hielt Ausschau nach meinem Taxi. Schlappe 6 km trennten mich vom Haus meines Enkels. Doch ein Taxi war nirgends zu entdecken. Die Bahnhofslampen waren das Einzige was auf Zivilisation hindeutete denn Menschen oder vielleicht ein vorbeifahrendes Auto waren nirgendwo zu sehen. Ich hatte keine Ahnung wohin ich mich jetzt bewegen sollte, denn auf meinem Handy war das Guthaben nicht angekommen und so gabs auch kein Internet, welches ich hätte fragen können. Zum Glück hatte ich nur Handgepäck und ich entschied mich meinen Weg zu Fuß fortzusetzen. "Irgendwann werde ich schon jemanden treffen. Links oder rechts?" Ich entschied mich für rechts und nach gefühlt einem Kilometer zeigte mir ein Wegweiser, dass ich die falsche Richtung eingeschlagen hatte. Ich stapfte wieder durch den Schnee und hatte den vorteil, dass mir meine eigenen Fußspuren den Weg zeigten. Ich hörte hinter mir ein Auto und hielt den Daumen auf die Straße. Die Hupe und das Gaspedaal funktionierten bei dem Wagen, aber scheinbar war der Fahrer in Eile. Das passierte mir noch drei mal und in einem kleinen Dorf, als ich langsam das Gespür für meine Füße verlor, schickte mir das Universum einen Engel in dickem Wintermantel. "Entschuldigung, bin ich hier richtig nach Trevesen?" "Ja, das sind aber noch vier Kilometer. Wollen sie die Strecke laufen? Kommen sie, ich nehme sie mit." Die liebe Frau fuhr mich bis vor die Haustür meiner Tochter obwohl diese gar nicht auf ihrem Weg lag. An dieser Stelle "Vielen Dank nochmal an diesen Engel." Die Überraschung war gelungen, die Geburtstagsparty ein voller Erfolg und 5 Tage blieb ich im verschneiten Bayern, bevor es wieder zurück nach Paraguay ging. Die Rückreise war eigentlich unspektakulär. Ok vielleicht ist zu erwähnen, dass mich am Bahnhof in Weiden die Steuerfahndung unter die Lupe nahm. "Hallo, haben sie ihren Ausweis dabei." Die beiden Zivilbeamten zeigten mir ihre Dienstausweise. "Wir sind von der Steuerfahndung." "Ach Jungs, da seid ihr aber ein paar Jahre zu spät", dachte ich bei mir, bejate die Frage und kramte in meiner Tasche nach meinem Ausweis. "Dürfen wir fragen wo sie hin wollen?" "Natürlich." "Wo wollen sie hin?" "Nach Paraguay." "Oh, wollen sie Urlaub machen in Afrika." So langsam gefiel mir unser Gespräch und ich suchte weiter nach meinem Ausweis. "Ich würde gerne Urlaub in Afrika machen, aber ich fahre ersteinmal nach Südamerika, nach Hause." Aha, sie wohnen in Paraguay. Dann weiter gute Reise. Den Ausweis brauchen wir dann nicht." So wie die Beiden plötzlich vor mir standen, waren sie auch wieder verschwunden. Den Rest mache ich kurz, weil vor meinem Büro ein eisgekühltes lecker Bierchen auf mich wartet. Frankfurter Hauptbahnhof, letzte Station vorm Flughafen, Zug hat Personalwechsel, Lokführer kommt nicht, plötzlich voraussichtlich 45 Minuten Verspätung, ich wechsele den Zug auf dem Bahnsteig gegenüber, mit 50 Minuten Verspätung am Frankfurter Flughafen, am Check-in Iormation, dass mein Flieger ausfällt, ab ins Hotel, 12 Stunden später auf nach Sao Paulo, Ankunft in Asuncion mit 14 Stunden Verspätung. Ende und Prost

Freitag, 23. Januar 2026

schnell mal einen Pool bauen

Es ist Sommer und die Temperaturen verlangen nach Abkühlung. Da ist es von großem Vorteil, wenn man einen Pool in der Nähe hat. Ich habe einen Pool, jedoch steht dieser auch meinen Gästen zur Verfügung und alleine planschen ist eher selten möglich.
Was kann ich tun? Richtig, schnell einen neuen Pool bauen und den direkt vor die Haustür. Vor drei Tagen gabs dann den Startschuss. Die Außenschalung ist fertig und der Boden ist auch schon gegossen.
Zum Schwimmen zu klein, aber zum Abkühlen groß genug. Ein eisgekühltes lecker Bierchen, der Sonnenuntergang am Cerro Acahay und ganz privat planschen, was will ich mehr. Der TÜV war auch schon da und hat den Pool getestet.
Mitte nächster Woche sollen die gröbsten Arbeiten abgeschlossen sein und in 14 Tagen heißt es dann "Wasser marsch".

Dienstag, 20. Januar 2026

Zufall oder Bestimmung

Ich bin der Meinung, nichts passiert zufällig im Leben und jedes Ereignis hat seinen Sinn. Kleines Beispiel gefällig? Gestern war Montag und zum Wochenstart läuft bei mir nicht immer alles so wie ich es mir vorstelle. Auch der gestrige Montag machte da keine Ausnahme.
Es war kurz nach Schichtbeginn, als die Meldung kam, "Wasserleitung erwischt". Die Wasserleitungen in Paraguay müssen nicht zwingend vor Frosteinwirkung geschützt werden und so liegen sie oft nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Hat den Vorteil, wenn mal eine Leitung bricht, sieht man schnell an der feuchten Erde, wo sich die defekte Stelle befindet. Der Nachteil ist, wenn man keinen Plan hat, wo die Wasserleitungen liegen, beschert einem ein scharfer Spaten schnell mal nasse Füße. Eigentlich wollten wir die Wasserleitung in die neue Gästeküche legen und da ich nicht wusste, wo die nächst gelegene Wasserleitung verläuft, hoben wir einen 20cm tiefen Graben vom Brunnen zur Küche aus. Typisch deutsch entschied ich mich den Graben noch etwas tiefer zu buddeln um eben besagtem scharfen Spaten keinen Angriffspunkt zu bieten. Naja, das Ende vom Lied, die Wasserleitungen auf dem Gelände waren auch etwas tiefer verlegt und so spritzte das Wasser plötzlich am Spatenstiel vorbei. Jetzt hätte ich mich natürlich ärgern können, aber ärgern bringt mich überhaupt nicht weiter. So habe ich mich einfach gefreut und dann kam auch schon die positive Erkenntnis. Der Weg von der defekten Wasserleitung zur Küche beträgt nur ein viertel der geplanten Strecke vom Brunnen. Und da ich das Rohr sowieso flicken muss, kann ich auch gleich die Küche mit daran anschließen.
Arbeit gespart, Material gespart, Ärger gespart und neues Wissen über den Verlauf der Wasserleitungen auf "la Familia" Mehr geht an einem Montag nicht.

Sonntag, 11. Januar 2026

Als wir vor gut zwei Jahren die Verantwortung für die "Posada la familia" übernahmen, war uns klar, dies ist eine größere Baustelle und nicht in ein paar Wochen erledigt. Inzwischen stehen drei, komplett eingerichtete Häuser und drei Einzelzimmer mit Bad zur Kurz- oder Langzeitmiete zur Verfügung.
Eigentlich wollte ich heute die Arbeiten am Apartment fertigstellen, aber eine akute Unlust überkam mich nach dem Mittagessen und dann fiel mir ein, dass heute Sonntag ist. Egal, morgen ist auch noch ein Tag und die Arbeit läuft nicht weg.
Wie sagt man so schön, es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen und mein Ziel ist es, die Baustellen bis Ende des Jahres abzuschließen. OK, ich lehne mich mal nicht zu weit aus dem Fenster und nehme Ende 2027 ins Visier. Sollte ich morgen die Arbeiten im Apartment abschließen, wartet auch schon die nächste Baugrube auf mich.
Die nächsten Tage ist also noch genug zu tun und wir müssen keine Angst vor langer Weile haben. Und was passiert heute noch? Ihr werdet es erahnen, jetzt gibts ein eisgekühltes Sonntagnachmiittagsleckerbierchen.