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Mittwoch, 9. Juli 2025

alte Hundelunge

Als wir vor 17 Jahren nach Paraguay reisten, befand sich zwischen unseren acht Koffern auch eine Hundebox mit unserer Mischlingshündin Asta. Heute ist Asta lange im Hundehimmel, aber Hundehaare haben deswegen in meinem Leben nicht an Charme verloren. Während ich hier sitze und schreibe, ist der beste Freund des Menschen immer in meiner Nähe, und das nicht nur in einfacher Ausführung, sondern zehn Hundeherzen schenken mir ihre Liebe und Zuneigung und sind meine ständigen Begleiter. In Paraguay findet man immer wieder arme Fellschnauzen, die halb verhungert auf der Strasse liegen oder als Babys in Schuhkartons in der Gosse landen. Ich kann nicht allen armen Hundeseelen ein liebevolles zu Hause geben, aber es gibt Tage, da setzt meine Verstand aus und ich biete meinen Beifahrersitz als Mitfahrgelegenheit an. Und wer dann einmal bei mir zu Hause war, geht nicht wieder. Weil ich nun meinen Lebensmittelpunkt etwas verlagere, hatte ich die grosse Herausforderung, zwei Hunderudel zusammenzuführen, was nicht immer einfach ist. Ein Rudel von sechs Mädels und einem Macho lebte bei mir zu Hause. Das andere Rudel habe ich mit der Posada la Familia übernommen und bestand aus drei Damen. Wie bringt man nun so viele Weiber zusammen, ohne dass sie sich zerpflücken, denn wie wir wissen können Mädels untereinander sehr zickig sein (ja, und das nicht nur bei Hunden). Heute kann ich sagen, es war einfacher als gedacht. Als erstes habe ich die Hundedecken an dem neuen Revier platziert, damit sich die drei Weiber schon mal an den Geruch der anderen gewöhnen. Ein paar Tage später sass mein Wachpersonal bei mir im Auto und die Fahrt ging zum neuen zu Hause. Vorsichtig liess ich die Damen sich beschnuppern und durfte mit Erleichterung festellen, dass die Mädels nicht sonderlich aneinander interessiert waren. Es schien mir so, als ob alle wussten, dass es nur einen Rudelsführer geben kann. Und das war ich. Inzwischen ist eine Woche vergangen und alle haben die neue Situation ohen Zankerei akzeptiert.
Noch bekomme ich kein Foto mit der ganzen Mannschaft zusammen hin, aber ich denke in ein paar Wochen passt der Trupp, mit mir als 11-ten Mann auf ein Foto . Und dann gibts natürlich für alle ein alkoholfreies lecker Hundebierchen.

Dienstag, 3. Januar 2023

Sieben auf einen Streich

Vor gut einem Jahr kamen Bonny und Clyde zu uns. Der Tierschutzverein von Carapegua fand die beiden, voller Parasiten, abgemagert und zusammengekauert, in einem aufgeweichten Karton. Ausgesetzt von irgendwelchen Volldeppen hatte das Geschwisterpaar Glück im Unglück und landete letztendlich bei uns.
Vor ein paar Wochen wurde Bonny dann läufig und da sie noch nicht kastriert ist, blieb sie bei uns im Haus. Als es so schien, dass ihre Vereherer unseren Hof wieder verlassen hatten, wurde ich unvorsichtig und ging mit ihr ohne Leine an die frische Luft. Wenn die Hormone an die Schädeldecke stoßen, gibt es auch bei Hunden keinen Gehorsam mehr und meine Bonny war schneller verschwunden, als ich die frische Luft zur Verfolgung der kleinen Hundelady nutzen konnte. Vor einer Woche gab es dann die etwas verspätete Weihnachtsbeschehrung.
Sieben kleine Hundebabys schreien nun regelmäßig nach Mutters Brust und sechs Mädels und ein Macho sind wohl auf. Sieben Hunde mehr auf unserem Hof ist natürlich ein rieseiger Zuwachs aber vielleicht gibt es jemanden, der dies hier liest und gerade auf der Suche nach einem oder auch zwei Welpen ist. Wenn ja, kurze Email an parakay@live.de oder per Telefon +595984300756. Wie die kleinen Fellklumpen mal aussehen werden, kann ich heute noch nicht sagen, aber Bonny schickt hier ein Foto von sich mit.

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Können Leguane beißen?

Darauf ein klares ja.

Dieser Post ist nicht für Kinder unter 18 Jahren geeignet

Normalerweise sind Leguane scheue Tiere, die, wenn sich ein Mensch nähert, die Flucht ergreifen. Aber sie sind auch sehr schlau und wissen, wo es etwas Gutes zu fressen gibt, wie zum Beispiel in unserem Hühnerstall. Dabei verschmähen sie ein frisch geschlüpftes Küken genauso wenig wie ein leckeres Bio-Ei.

Schon vor einem Jahr habe ich einen Vertreter der Leguane bei mir im Hühnerstall erwischt, eingefangen und 10km weiter weg, in einem unbesiedeltes Gebiet, wieder in die Freiheit entlassen.

In der letzten Woche überraschte mich wieder ein, ca. 1 Meter langes Prachtexemplar dieser Spezies, das sich an unseren Hühnereiern zu schaffen machte. Schnell holte ich einen Sack um ihn einzufangen. Doch der Bursche hatte einen anderen Plan.

Ich kann nur sagen : "Autsch und selbst schuld."

Der oder die Gute hat sich nur verteidigt, mit Erfolg und hat die Flucht ergriffen. Heute ist unser Treffen eine Woche her. Die Hand ist wieder abgeschwollen und die Wunde ist fast verheilt.

Der Leguan oder die Leguanin scheint auch ihre Lehre aus unserem verpatzten Date, gezogen zu haben, denn seit diesem Nachmittag ist es friedlich im Hühnerstall. Ich hoffe bei unserem nächsten Treffen finden wir eine diplomatische Einigung unseres Konfliktes und ich habe dafür auch schon ein lecker Bierchen kalt gestellt.



Montag, 31. Oktober 2022

Zurück in die Freiheit

Vor einem Jahr landete er bei uns, auch wenn er nicht fliegen konnte. Ein Freund fand ihn bei Arbeiten an seinem Grundstück und und wir sollten ihn wieder aufpäppeln. Monki hat sich seit dem super gemausert und es ist an der Zeit, ihm seine Freiheit zurück zu geben. Doch kann der kleine, grün gefiederte Freund in der Wildnis überleben? Findet er was zu fressen und zu trinken? Seit einigen Tagen ist sein Käfig offen und er machte auch schon, bestens getarnt, die ersten Ausflüge ohne dabei die Flügel zu benutzen.
Den ganzen Tag wanderte er von Ast zu Ast und wenn der kleine Hunger kam ging er zurück in den Käfig. Doch irgendwann nahm Monki dann all seinen Mut zusammen und startete den ersten großen Ausflug. Das Fliegen klappte ganz gut, nur die gezielte Landung verlief etwas holprig.
Zwei Tage verbrachte Monki in den Bäumen der näheren Umgebung, wobei er drauf achtete, sich nicht zu weit, von uns zu entfernen. Irgendwann trieb ihn aber der Hunger und Durst wieder in den schützenden Käfig. Es wird bestimmt noch einige Zeit brauchen, bis der kleine Mönchssittich selbst sein Futter findet, doch so lange er weiß wo sein Käfig steht, wird er auch immer etwas zu fressen haben.

Montag, 25. Juli 2022

Ein Ochse kommt selten allein

Vor gut zwei Jahren hat mein Kumpel Elso zwei Auszubildene zum Pflugbegleiter unter seine Fittiche genommen. Jetzt haben die Beiden ihre Ausbildung mit Bravour beendet und sie starten mit Volldampf in ihr Berufsleben. Da ihr alter Chef sie nicht gebrauchen konnte und sie auf den freien Arbeitsmarkt warf, hat Elso mir ihre Bewerbungen zukommen lassen und ich habe zugesagt.


Selbstverständlich gabs ein kurzes Bewerbungsgespräch mit anschließendem Abendessen, aber eine Probefahrt musste trotzdem sein.
Ich bin jetzt also stolzer Besitzer zweier Arbeitsochsen.

"Mensch Kay, was willst du denn mit zwei Ochsen?"

Hm? Einerseits konnte ich so meinem Kumpel Elso unter die Arme greifen, der eine Menge Land zu bewirtschaften hat, sich aber die beiden Tiere nicht leisten kann. Im Gegenzug kümmert er sich um die beiden Bueys und gibt ihnen Arbeit und Brot. Ich denke auch, dass das Geld gut angelegt ist (8000000Gs für beide zusammen), auch wenn eines Tages der Vegetarismus die Welt regiert. Außerdem hat der übergangsweise, deutsche, amtierende Stellvertreter des Bundeskanzlers gesagt, wir sollen Energie sparen - und so ein Ochse braucht, im Gegensatz zu einem Traktor, zum Arbeiten keinen Strom, kein Sprit und kein Gas.  Auch wenn mich hier in Paraguay die Worte vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz peripher tangieren, braucht dieser Mensch viel Liebe und Zuneigung und durch den Kauf der Beiden Ochsen, denke ich meine Schuldigkeit getan zu haben.


Montag, 20. Dezember 2021

Weihnachtszeit - Cocozeit

Im Dezember blühen überall in Paraguay die Cocopalmen. 
Gleichzeitig mit der Blüte, sind auch die Früchte, die Cocos, erntereif.
Es sind kleine, harte Kugeln, aus denen man Öl, Futtermittel oder Waschpulver produziert. Die Ernte erfolgt mit langen Bambusstangen, an deren Ende ein scharfes Messer befestigt ist. Es gibt natürlich Palmen, die länger sind als Bambusstange und Paraguayer zusammen. Da bleiben die Cocos dann einfach hängen. Die Cocopalmen sind außerdem sehr begehrte Nistplätze. Auch Mönchsittiche gehören zu den Bewohnern der Cocopalme und da die Cocoernte zeitnah mit der Aufzucht der jungen Mönchssittichküken stattfindet, passiert es schon mal, dass mit den Cocos auch ein Nest der grünen Sittiche herunterfällt. So ist es auch unserem neuesten Mitbewohner gegangen. Darf ich vorstellen? Das ist Monki.
Monki ist gerade in der ersten Mauser und kann noch nicht fliegen. Er bleibt nun bei uns, bis er das Fliegen gelernt hat und kann dann wieder zu seinen Artgenossen. Mit diesen hat er auch schon Kontakt aufgenommen und unterhält sich regelmäßig mit ihnen.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Abschied von Else und Hotti

Als wir unsere kleine Farm verkauften, übernahm der neue Besitzer auch den größten Teil unserer Tiere. Unter anderem waren das auch unsere Eselin Else und das Pferd Hotti. Hätte der neue Boss der kleinen Farm die Tiere nicht haben wollen, hätten wir schnell ein neues zu Hause für sie gefunden.
Im Mai reisten wir nach Deutschland und kurze Zeit später informierten mich meine paraguayischen Nachbarn, dass der neue Deutsche Hotti und Else zum Abdecker bringen will. Wir mussten schnell handeln und beauftragten einen Freund, dem Typen die Tiere abzukaufen und erst einmal bei uns unterzubringen. Unser neues Stückchen Land ist nicht groß genug um den Beiden genügend Auslauf zu bieten. So fragte ich einen guten Bekannten, ob er eventuell Interesse an Hotti und Else hätte und dieser war sofort begeistert. Zwei Tage später hieß es dann auch schon Abschied nehmen.
Die Beiden sind gut auf ihrem neuen Land angekommen und können sich nun auf 16 ha richtig austoben. Dank unserer lieben paraguayischen Nachbarn hatten Hotti und Else nochmal Glück und ich kenne einen Typen mehr, mit dem ich nichts zu tun haben möchte..

Dienstag, 16. Mai 2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gute zwei Jahre ist es jetzt her, als wir unsere Senta von der Strasse aufsammelten. Mager und mit vielen Wunden und Parasiten bekam sie bei uns ein neues zu Hause und wurde von uns wieder aufgepeppelt.
Jetzt ist fast ein Monat vergangen, als Senta von ihrem gewohnten, nächtlichen Ausflug mit ihren Kumpels Manni und Digga nicht nach Hause kam. Eine Woche lang suchten wir nach unserer frechen Hündin, jedoch ohne Erfolg. Irgendwann haben wir uns dann damit abgefunden, dass Senta nicht mehr zu uns zurückkommen wird, wobei ich nicht wusste, ob ihr etwas zugestoßen war oder sie sich einfach nur verlaufen hatte, was ich jedoch für unwahrscheinlich hielt.
Vergangenen Sonntag war ich seit Langem mal wieder Beifahrer und konnte in die Weltgeschichte schauen. Als wir dann, ca. 6 km von unserer kleinen Farm entfernt, an einem Grundstück vorbei fuhren, auf dem gerade ein Auto parkte, konnte ich in der Ferne einen Hund sehen, der den gleichen Gang hatte, wie unsere Senta.
Erkennt man einen Hund an seinem Gang? Senta ja, denn vor gut einem Jahr wurde sie (von uns selbst) mit dem Auto überrollt, als wir sie beim rückwärts ausparken nicht bemerkt hatten. Sie hatte keine inneren Verletzungen, aber ihr Schulterblatt war gebrochen. Schnell erholte sich Senta davon, aber was blieb war ein leichtes Humpeln, gerade bei freudigen Sprüngen.
Lange schaute ich in die Richtung des Hundes, der unserer Senta so ähnlich war, bis ich ihn aus den Augen verlor. Bis heute ließ mir diese Begegnung keine Ruhe und am späten Nachmittag fuhr ich nochmals zur beschriebenen Stelle.
Ein Blick aus dem Autofenster brachte mich nicht weiter. Ich stieg aus und machte mich bei den Besitzern des Grundstückes durch lautes Klatschen bemerkbar, welche mich daraufhin zu sich winkten. Nach geschätzten 50 Schritten sah ich dann zwei große Ohren die mich anspitzten und die ich sehr gut kannte. Ein kurzer Pfiff und unsere Senta war außer sich vor Freude.
Ich schwatzte noch ein paar Worte mit den freundlichen Leuten die mir erzählten dass der Hund seit zwei Wochen bei ihnen ist und da sie nicht wussten wo er hingehört, durfte sie bleiben.
Natürlich war es für sie kein Problem dass ich unsere Senta wieder mitnahm und kurze Zeit später waren wir wieder auf unserer Farm und Senta wieder zu Hause.
Sie war gesund und munter und sichtlich erleichtert, wieder daheim zu sein.
Nach einem ausgiebigen Nickerchen, ging es dann zum Spaziergang mit den Ziegen und sie tat so, als wäre sie nie weg gewesen.
Was soll ich da noch sagen. Manchmal gibt es eben auch im wirklichen Leben ein Happy End.

Freitag, 11. November 2016

Kolibris, Kälbchen, erster Spatenstich, Sommerbefehl, Leckerbierchenpreiswirrwarr und Donald Trump

Was für eine Überschrift!!!
Wie in jedem Jahr, hat auch heute wieder, pünktlich um 11.11Uhr die Karnevalssaison begonnen. Das nur nebenbei bemerkt.
Vier Wochen haben wir das kleine Nest unserer Kolibrifamilie beobachtet. Seit zwei Tagen ist es leer, denn die zwei Babys sind ausgeflogen und erkundschaften nun die große weite Welt.
Doch nicht nur bei den Kolibris gab es Nachwuchs. Auch unsere Bella hat am Montag Morgen ihr Baby zur Welt gebracht. Alles verlief ohne Komplikationen und auch einen Namen hat die Kleine schon. Darf ich vorstellen, das ist Bonni.
Ansonsten geht das  ganz normale Farmleben weiter. So haben wir zum Beispiel unseren Quincho sommerfit gemacht und sind ab sofort wieder im Schönwettermodus.
Der Quincho ist inzwischen fertig renoviert und damit uns nicht langweilig wird, haben wir auch gleich unsere nächste Baustelle in Angriff genommen. Ein neuer Wasserturm muss her.
Durch den vielen Regen des letzten Jahres, einigen starken Stürmen und zu schwachen Fundamenten, neigt sich unser Wasserturm langsam in eine gefährliche Schieflage. Um schlappe 8 cm hat sich der Turm bereits von seiner ursprünglichen Position entfernt und der Tag wird kommen, an dem er sich endgültig von uns verabschiedet.
Die Fundamente und die Bodenplatte für den neuen Wasserturm sind fertig und in der nächsten Woche geht es dann ans Mauerwerk.
So eine Baustelle läuft natürlich nicht ohne "Lecker Bierchen" und ich weiß nicht ob es mit unserer Baustelle zu tun hat oder einfach nur an unserem vergangenen Boykott liegt.
Zur Erklärung: Der Preis des lecker Bierchen - Pilsen - wurde vor zwei Monaten wieder einmal erhöht. Und, obwohl ich eigentlich ein ganz gemütlicher Kerl bin, lasse ich nicht alles mit mir machen. Also wechselt ich trotzig die Biersorte, was man an den grünen Flaschen erkennen kann.
Mit dieser Entscheidung schien ich nicht allein zu sein, denn enorme Umsatzeinbußen beim Pilsenvertrieb, zwangen die Preisgenies von "CERVEPAR", dem paraguayischen Biermonopol, zu einer raffinierten Strategie. Sie senkten, das erste Mal in der Biergeschichte Paraguays, den Bierpreis und seit ein paar Tagen gibt es Pilsen wieder für das gleiche Geld, wie noch vor zwei Monaten.
So, und nun zum neuen Präsidenten. Ich bin politisch gesehen eine absolute 0, doch ich habe gehört, dass es in Amerika einen neuen Boss geben wird. Einer der seinen Wahlkampf selbst finanziert hat und der keinen Wert auf Lobbyisten legt. Keiner kann sagen, was uns dieser Mann bringen wird, doch eins hat er heute schon geschafft. Die Welt ist wach geworden.

Dienstag, 17. Mai 2016

Auch eine Blindwühle findet mal ein Korn auf der Farm

Es sind bestimmt nicht die hübschesten Mitbewohner der Farm, aber vielleicht mit die interessantesten und während die Begegnung mit einer Schlange eher selten ist, trifft man diese schlangenähnlichen Amphibien doch schon öfter bei uns an. Die Augen sind mit dünner Haut überzogen und sie sehen aus wie dicke, braun-gelbe Würmer. Die Rede ist von einer Blindwühle.Unser Capataz meint, dass sie sich auch gerne Mal ein Küken holen, ich bin jedoch der Meinung, dass sie viel zu langsam dafür sind. Dem Menschen tun sie jedenfalls nichts und nachdem unsere Hunde dieses Exemplar für ein kurzes Video aufgespürt hatten, konnte sie ihren Spaziergang fortsetzen.

Samstag, 19. Dezember 2015

manipulierte Waage

Unsere Waage stand einige Zeit unbenutzt in er Schlachteküche. Gestern wurde sie wieder aus der Ecke geholt, denn die Gefriertruhe und der Kühlschrank wurden für die bevorstehenden Feiertag mit Frischfleisch aufgefüllt. Als es dann ans Wiegen des zerlegten Schweins ging, versagte die Waage ihren Dienst und machte keinen Mucks.
Nun ist nicht immer ein elektronisches Problem die Ursache für einen Geräteausfall, sondern in diesem Fall waren es drei verschiedene Wespenarten, die sich im Inneren der Waage häuslich eingenistet hatten.
Mit Skalpell und Tupfer entfernten wir die Wespennester und siehe da, die Waage funktionierte wieder.
85 kg Schweinefleisch liegen nun für die nächste Zeit im Frost und Weihnachten kann kommen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen stressfreien vierten Advent.

Freitag, 11. Dezember 2015

Wenn der Abfluss mal verstopft ist...

Wenn in Paraguay das Wasser im Waschbecken steht und die Toilette überläuft, ist wahrscheinlich der Abfluss verstopft. Klar, das weiß jeder. Aber warum?
In Paraguay gibt es dafür die unterschiedlichsten Ursachen. Wir hatten schon den Fall, dass sich Wespen im Waschbeckentraps, in kürzester Zeit, ein Nest gebaut hatten und so das Wasser nicht mehr ablaufen konnte.
Oft sind aber Abwasserrohre mit Gegengefälle für eine Verstopfung schuld und auch die Wurzeln von Bäumen können das Abflussrohr zusetzen.
Seit einiger Zeit lief das Wasser unseres Gästehauses schlecht ab. Die Ursache war schnell gefunden und lokalisiert. Zwei Aga-Kröten hatten es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und häuslich eingerichtet.
Auf dem Lande in Paraguay gibt es kein zentrales Abwassersystem und so hat jeder Haushalt seine eigene Sickergrube. Um Verstopfungen zu vermeiden, sollte diese nicht zu weit weg vom Haus liegen. Außerdem sollten in gewissen Abständen Kontrollschächte eingebaut sein, um, eben im Falle einer Verstopfung oder eines Krötenstaus, Abhilfe zu schaffen.
Aus einem dieser Kontrollschächte holte ich nun unsere beiden Kröten ans Tageslicht. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Aga-Kröte sondert durch ihre Haut ein Gift ab, welches beim Menschen zu Verätzungen und bei Tieren sogar zum Tod führen kann. Außerdem sitzen hinter den Ohren zwei Giftspritzen mit denen die Kröte gezielte Schüsse auf vermeintliche Feinde abfeuern kann. Ich habe inzwischen gelernt mit dem possierlichen Warzenleder umzugehen und so gab es zum Abschluss noch ein Erinnerungsfoto.
Hierbei sei allen gesagt, die jetzt daran denken die Kröte zu küssen, dass dies nichts bringt. Es bleibt eine Kröte und gesund ist es auch nicht.
Nun kamen die Kröten natürlich nicht in den Krötenhimmel, sondern durften uns ein Stück mit dem Auto begleiten, bevor sie ca. 5km von unserer Farm wieder ausgesetzt wurden.
Früher brachte ich die eingefangenen Kröten einfach nur zu unserem Fluss, welcher immerhin 500 Meter von unserem Haus entfernt ist. Doch am selben Abend saßen dieses dann schon wieder auf unserer Terrasse und ließen verdaute Käfer und andere Insekten auf selbiger zurück.
Jetzt sind wir vorerst wieder Krötenfrei. Mal schauen wie lange.

Donnerstag, 6. August 2015

Die Gefahren des Waldes

Auch in Paraguay macht die Natur im Winter ein Päuschen. Viele Bäume und Sträucher verlieren ihre Blätter und auch die Tiere gehen die Wintermonate etwas ruhiger an. Woher die Tiere und Pflanzen derzeit aber wissen, dass Winter ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Denn momentan haben wir am Tage Temperaturen um die 30C° und auch Nachts sinken die Werte kaum unter 20C°.
Wenn ich dieser Tage durch den Wald streune, entdecke ich Dinge, die im Sommer durch dichtes Grün versteckt sind und dann schnell mal zur Gefahr werden können.
Dieses Wespennest, welches ohne Zweifel ein architektonisches Wunderwerk ist, klebt an einem Baumstamm und beherbergt tausende der schwarzen, ich nenne sie, Killerwespen.
Im Sommer weist ein lautes Brummen auf die Gefahr hin, doch jetzt im Winter steht nur ein einsamer Wächter am Eingang des tierischen Kunstwerkes.
All zu nah würde ich mich trotzdem nicht an das Nest wagen, denn wer weiß, ob wirklich alle Wespen wissen, dass von der Königin Winterruhe angeordnet ist und die Stiche dieser Kollegen sind nicht von schlechten Eltern.
Etwas harmloser dagegen sind die Bewohner dieses riesigen Balles.
Sie sind auch schwarz, aber eine Art Bienen und stechen nicht.
Sie fallen nur über einen her und verzwirbeln sich in den Haaren, was sehr unangenehm ist. Und die Biester verteidigen auch im Winter ihren Bau so dass ich mir nach diesem Foto wünschte, dass ich mit Glatze auf Fotojagd gegangen wäre.

Dienstag, 9. Juni 2015

Unsere Hundebabys

Jetzt sind unsere kleinen Hundis schon sechs Wochen alt und so langsam ist nichts mehr sicher vor ihnen. Überall kommen sie einem in die Quere, worüber wir nicht unbedingt böse sind und selbst wenn sie schlafen sind sie spaßig drauf
Zwei Rüden der kleinen Wonneproppen sind schon vergeben und in zwei Wochen heißt es Abschied nehmen. Wir haben viel Spaß mit den kleinen Fellmurmeln und wenn sie uns verlassen wird es uns bestimmt schwer fallen. Und das ist, glaube ich, ganz normal wenn man sie sich so anschaut.
Es wird aber auch ein paar Mitbewohner unserer Farm geben, die froh sind, wenn wieder Ruhe einkehrt, denn die sicheren Schlafplätze sind nicht immer unbedingt die bequemsten.
Ein Kerl und ein Weib sind noch kostenlos zu haben. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei uns melden. Und auch wenn sie uns alle ans Herz gewachsen sind, die morgendliche Suche nach meinen Schuhen würde mir nicht unbedingt fehlen.

Dienstag, 12. Mai 2015

reinrassige Strakös suchen ein liebes zu Hause

Es ist jetzt genau vierzehn Tage her, als ich morgens ein leises Quieken aus dem Gebüsch hörte. Struppili, die wir von unserer Tochter in Pflege nahmen, hatte vier kleine Welpen zur Welt gebracht.
Eigentlich wollten wir die Mama kastrieren lassen, doch da war jemand schneller und nahm sie sich vorher noch zur Brust. Und das ist der Übeltäter - unser Manni.
Jetzt warten wir, dass die Kleinen die Augen öffnen, doch im Moment scheinen sie noch keine Lust darauf zu haben. Drei Jungs und ein Mädchen lassen sich an Mutters Brust verwöhnen. Und was macht der Papa? Der ignoriert die Kleinen noch, was sich aber schon bald ändern wird, wenn sie ihm auf die Pelle rücken.
Natürlich würden wir sie alle behalten, doch wir haben bereits 5 Hunde und so suchen wir, auch auf diesem Wege, ein liebes zu Hause für die Kleinen. Doch bis sie von der Mama weg können, sind noch sechs Wochen Zeit und in dieser Zeit werden sie gewiss für eine Menge Spaß sorgen.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Das Pferd im Haus erspart den ...

Rasenmäher.
Seit dem wir in Paraguay leben, ist eigentlich so ziemlich immer etwas kaputt. Momentan ist es unser Rasenmäher, der den Geist aufgegeben hat und mit Motorplatzer im Schuppen steht. Doch wir haben ja unsere Pferde und den Esel und so müssen diese, anstatt auf die Weide nun zu uns auf den englischen Rasen.
Die Sache hat neben dem kurzen Rasen noch einen zweiten erfreulichen Nebeneffekt. Anstatt, dass ich mit dem Rasenmäher durch die Sonne wetzen muss, kann ich mich auf die Terrasse setzen, den Arbeitern bei der Arbeit zu schauen und dabei ...? Genau, -ein eisgekühltes lecker Bierchen genießen.

Sonntag, 22. Februar 2015

Socke geht, Senta kommt

Im letzten Post berichtete ich noch über unser kleines Opossumbaby. Einen Tag später ist Socke nicht mehr unter uns. Unsere Katze folgte ihrem natürlichen Instinkt, schnappte sich das kleine Ding und setzte seinem jungen Leben ein schnelles Ende.
Natürlich sind wir traurig, aber so etwas passiert, wenn man Tiere hat. Gerade die Kleinen sind es immer wieder, die sich die Natur zurück holt, seien es junge Entenküken, kleine Hühnerküken oder auch schon Mal ein vier Tage altes Kalb.
Vor zwei Tagen waren wir dann mit dem Auto unterwegs und sahen auf dem Weg eine kleine, schwarze Hündin ohne Ziel und einsam dahin wackeln. Als wir an ihr vorbei fuhren, schauten ihre treuen, braunen Augen in unser Fenster und ihre Tränen konnte ich nicht übersehen.  Parasiten hatten ihrem Fell schon mächtig zugesetzt und auf den Rippen war kaum noch Fleisch zu erkennen. Ausgesetzt, von irgendeinem skrupellosen Idioten. Das ist nicht selten in Paraguay und immer wieder sieht man dann die leblosen Körper am Straßenrand liegen. Man kann nicht allen Tieren helfen und auch wenn es wehtut, fährt man weiter. Ich wusste, dass dieses kleine Ding keine Zukunft mehr hat und dachte an Socke.
Wir machten unsere Erledigungen und ein paar Stunden später kamen wir wieder an der Stelle vorbei, an der wir zuvor die junge Hündin sahen. Jetzt lag sie am Wegrand im hohen Gras und hob erwartungsvoll ihr Köpfchen. "Halt an!"
Kurze Zeit später stand sie bei uns auf der Terrasse.
Ein erstes Bad ließ sie anstandslos über sich ergehen und es schien ihr sogar zu gefallen. Helmut meinte, dass die Welpe sie an ihre frühere Hündin Senta erinnert und so bekam sie im gleichen Abwasch auch einen Namen.
Dann gabs endlich was zu fressen. Nicht gleich zu viel, da der Magen lange Zeit leer war.
Vier Monate ist Senta alt, denn sie bekommt gerade ihre neuen Zähne.
Und dann war sie satt, frisch gebadet und schaute zufrieden aus ihren runden Knopfaugen, bis ihr diese zufielen.
Wie ich schon erwähnte, man kann nicht immer helfen, doch die Belohnung ist einem garantiert sicher, denn dieser Blick ist es einfach wert.
Jetzt wird die Kleine richtig aufgepeppelt und ich weiß, dass es schwer wird ein neues zu Hause für sie zu finden. Doch vielleicht gibt es ja unter unseren Lesern jemanden, der Senta ein gutes Herrchen sein will. Eins ist aber sicher, auf die Straße braucht sie nicht wieder.