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Donnerstag, 17. Juli 2025

Es gibt schon komische Vögel in Paraguay

Ich lebe jetzt seit 17 Jahren in Paraguay und immer wenn ich denke, ich kenne mich hier ein bisschen aus, fliegt mir so ein komischer Vogel vor die Linse.
Also, wer meint Ahnung von, von nicht vom, Vögeln zu haben, kann gerne die Kommentarfunktion benutzen.

Dienstag, 16. April 2024

Chronik eines Schlangenbisses

 Wie leben jetzt seit fast 16 Jahren in Paraguay und ich glaube, jeder der nach Paraguay zieht beschäftigt sich im Vorfeld mit bösen Tieren. 

Auch wir, und wir wussten, dass es in Paraguay neben giftigen Spinnen, Kröten oder auch Schlangen, einiges an Getier gibt, wovor man Respekt haben sollte. Und ja, wir hatten schon einige Begegnungen mit diesen Tieren des Kontinents, aber haben es immer verstanden ihnen aus dem Weg zu gehen.

Am Sonntag kam es dann doch zu einem Zusammentreffen, der unschönen Art.

Sonntagmorgen 6.00Uhr

Wir begrüßen unsere 8 Hunde mit der täglichen Zeremonie. Kuscheln, streicheln, quatschen, nur Sporti ist nicht dabei. Ich finde sie in einer abgelegenen Ecke mit blutender Schnauze. "Was hast du denn wieder erlegt heute Nacht" Ich mache mir keine Sorgen, denn sie ist gut drauf und begrüßt mich freudig mit wedelndem Schwanz.

8.30Uhr

Ich schaue nach Sporti und ihre Schnauze ist immer noch blutverschmiert. Bei genauem Hinsehen sehe ich, dass das Blut aus ihrer Zunge und ihrer Lefze tropft. An der Zunge fehlt ein Stück und meine Vermutung ist, dass sie sich mit einem Opossum angelegt hat.

9.00Uhr

Wir frühstücken. Es ist ungewöhnlich ruhig auf unserer Terrasse, denn unsere Hunde, die sonst immer unterm Frühstückstisch sitzen, sind nicht da. Wir schauen nach, wo die Bande ist. Lulu sitzt nicht weit von uns und hat ein angeschwollenes Maul. Auch Sissi entdecke ich in der Nähe der Terrasse und auch bei ihr ein abnormales Gesicht. Calle liegt nicht weit vom Tisch und zeigt sich anteilnahmslos.

"Kay, da ist doch was faul." Helmut schaut sich unsere Hunde an. Sporti blutet stark aus dem Maul. Bei Sissi, Calle und Lulu sind die Schnauze und der Hals stark angeschwollen. Locke hat ein dickes Bein und jammert wenn man sie berührt.

Es ist Sonntag und wir versuchen irgendwo einen Tierarzt zu erreichen - ohne Erfolg.

12.00Uhr

Den Hunden scheinen die Schwellungen nichts auszumachen. Sie laufen, fressen und trinken Wasser wie immer. Nur Locke bewegt sich nicht von ihrem Platz. Nachforschungen im Internet ergeben, dass die Schwellungen typisch für einen Schlangenbiss sind und das Giftschlangen durchaus mehrmals zubeißen. Sporti blutet immer noch stark aus dem Maul.

15.00Uhr

Den Hunden geht es den Umständen entsprechend gut, nur die Schwellungen klingen nicht ab. Bei Sporti hat das Bluten etwas nachgelassen, jedoch hat sie schon sehr viel Blut verloren und ist merklich schwach.

17.00Uhr

Einen Tierarzt konnten wir noch immer nicht erreichen. Sporti hat aufgehört zu bluten und liegt erschöpft auf ihrer Decke. Jetzt tropft bei Calle das Blut  aus der Schnauze und bei Lulu läuft das Blut aus einer Bisswunde am Schwanz.

19.00Uhr

Lulu und Calle bluten sehr stark.

21.00Uhr 

Bei Sissi geht die Schwellung der Schnauze langsam zurück. Locke liegt auf ihrem Platz und bewegt sich nicht. Calle und Lulu bluten immer wieder stark und das Blut spritzt schwallweise aus den Bisswunden. Lulu und Calle liegen vor unserem Bett und schlafen.

Montagmorgen 5.00Uhr

Lulu und Calle liegen auf ihren Decken, die vom Blut durchnässt sind, aber die beiden schauen mich an und wedeln mit dem Schwanz. Locke hat in der Nacht den Schlafplatz gewechselt und liegt auf der Wiese, jammert aber immer noch bei jeder Berührung. Sporti schwänzelt um mich herum als ob nie was gewesen wäre. Ihre Schnauze ist wieder ganz normale Hundeschnauze und sie ist gut drauf. Bei Sissi sind alle Schwellungen weg und sie ist benimmt sich völlig normal.

7.30Uhr

Calle und Lulu bluten stark, wobei die Schwellungen etwas zurück gegangen sind. Locke kann sich nur unter Schmerzen bewegen und hat einen dicken Vorderlauf.

8.00Uhr

Wir sind beim Tierarzt. Er behandelt zuerst Calle, später ist Lulu dran. "Sie hat es am schlimmsten erwischt." sagt der Doc. Bei Locke findet er eine kleine Bisswunde am Bein und gibt ihr ein entzündungshemmendes Medikament. Bei Lulu sind es zwei Stellen am Schwanz und Calle wurde von der Schlange in der Schnauze erwischt. Ich frage direkt nach, wie die Aussichten für die Genesung sind. Die Antwort: "In drei Tagen wissen wir mehr."

9.00Uhr

Wir sind wieder zu Hause. Die Hunde sind froh, den Tierarzt nicht mitgenommen zu haben und suchen sich einen ruhigen Platz. Die Blutungen scheinen gestillt und die Schwellungen sind kaum noch zu sehen.

12.00Uhr

Lulu kommt zu mir auf die Terrasse und an ihrem Schwanz tropft erneut Blut herunter und das stärker als vorher. In ein paar Minuten ist ein riesen Fleck auf den Fliesen. Ich schaue nach Calle, und auch bei ihr ist erneut Blut zu sehen. Ich telefoniere mit dem Tierarzt. 

13.00Uhr

Ich bin wieder in der Tierarztpraxis, aber ohne Hunde. Der Doktor gibt mir  eine Spritze und ein Blutgerinnungsmittel mit, welches  Intramuskulär zu spritzen ist.

13.30Uhr

Lulu und Calle bekommen ihre Dosis Blutgerinnungsmittel

15.00Uhr

Lulu liegt ohne Regung auf ihrer Decke und blutet immer noch stark am Schwanz. Bei Calle hat das Bluten nachgelassen und auch die Schwellungen sind gut abgeklungen.

18.00Uhr

Calle blutet seit zwei Stunden nicht mehr und sie scheint auf dem Weg der Besserung. Auch bei Lulu hat die Blutung etwas nachgelassen. Locke fängt langsam an sich zu bewegen.

20.30Uhr

Lulu liegt vor meinem Bett und ihre Blutung am Schwanz ist wieder stärker geworden. Calle und Locke scheinen alles, überstanden zu haben.

Dienstag 5.30Uhr

Lulu wackelt mit dem Schwanz. Ihre Decke ist vom Blut durchnässt, doch die Bisswunde sieht trocken aus. 

10.00Uhr

Ich bin auf Arbeit und bekomme einen Anruf: "Kay komm nach Hause. Bei Lulu läuft das Blut wieder wie Wasser."

10.30Uhr

Lulu steht nicht mehr auf und will auch nicht mehr fressen oder trinken. Ich gebe ihr erneut das Gerinnungsmittel. Die Spritze lässt Lulu ohne die geringste Gegenwehr zu.

15.00Uhr

Lulu regt sich kaum, aber der Schwanz wackelt noch. Wieder scheint die Blutung nachzulassen. Irgendwie auch verständlich, denn viel Blut kann in dem kleinen Hund nicht mehr sein.

17.00Uhr

Die Wunde an Lulus Schwanz hat aufgehört zu bluten und das Blut verkrustet sich zu Schorf. Wir trichtern ihr Wasser mit einer Spritze ins Maul. Ihre Augen schauen dankbar, wie nur Hundeaugen schauen können.

21.00Uhr

Ich gucke nochmal nach den Hunden. Alle sind gut gelaunt. Auch Calle und Locke sind wieder wohl auf. Nur Lulu liegt regungslos auf ihrem Platz. Die frohe Botschaft, Blut tritt nicht mehr aus ihrer Bisswunde.

Mittwoch 5.00Uhr

Lulu hat in der Nacht kein weiters Blut verloren und trinkt selbstständig aus dem Wassernapf.

Dienstagnachmittag

Keine weiteren Blutverluste und und den Hunden geht es augenscheinlich gut. Auch wenn Lulu noch etwas schwach ist, hat sie großen Hunger und ist auch schon wieder gut unterwegs.

Unsere Hunde hatten Glück. Mit welcher Schlange sie sich angelegt haben, wissen wir nicht und auch nicht, ob die Schlange den Kampf überlebet hat. Wir können nur hoffen, dass sie daraus gelernt haben und bei der nächsten Begegnung mit einer Schlange respektvollen Abstand halten.

Mittwoch, 15. März 2023

Von der Wildbiene zur Hausbiene

Seit drei Jahren leben sie bei uns in einem alten Palmenstamm. Meine Nachbarn sagten imer zu mir, ich solle doch den Honig ernten und das Volk verscheuchen. Nachdem ich in diesem Sommer einige Angriffe von den Majas erlebt hatte, weil ich ihren Ananassen zu nahe kam, entschieden wir uns den Honig zu ernten. Jedoch anstatt das Bienenvolk zu verscheuchen, wollten wir ihm ein neues zu Hause stiften.
Da ich überhaupt keine Ahnung von Bienen habe, holten wir uns professionelle Hilfe aus der Nachbarschaft. Ohne viel Gequatsche zog sich der Imker seine Arbeitsschutzkleidung über den Kopf und machte erst einmal viel Rauch.
Obwohl die Bienen jetzt entspannt schienen, hielt ich mich in sicherer Entfernung auf und schaute zu, wie der Bienenfreund den alten Stamm aufbrach und eine Waabe nach der anderen aus der alten Palme holte.
Zwei große Eimer waren voll mit Bienenwaaben und jetzt schnürte der Mann mit dem Gitter vorm Gesicht alte, trockene Bienenwaaben auf die Waabenwände des neuen Bienenstocks.
Natürlich ziehen die Bienen nicht einfach so um, nur weil ich es ihnen sage. Nein, das Umzugsunternehmen rollt erst an, wenn dies von höchster Ebene entschieden wird. So bat ich um eine Audienz bei Ihrer königlichen Hoheit. Das größte Problem war dabei, die Königin zwischen ihren ganzen Untertanen herauszufinden.
Nach 40 Minuten entdeckte dann unser Imker die Königin und nach einem kurzen Gespräch packte sie ihre Koffer samt Krone und zog in ihren neuen Palast, wohin ihr kurze Zeit später ihr Volk hinterhersummte.
Die Arbeit für den Bieneflüsterer war nun erledigt. Für mich hieß es jetzt noch irgendwie den Honig aus den Waaben zu pressen was sich als nicht so schwer herausstellte.
Drei Liter reinster Wildbienenhonig steht nun bei uns in der Vorratskammer und auch wenn ich in Deutschland nicht zu den Honigkonsumenten gehörte, dieser Honig macht mich auch zum Honigfreund.

Freitag, 13. Januar 2023

Honig aus der Erde von stachellosen Bienen

Ich behaupte mal, jeder kennt Honig. Und ich glaube, manche wissen sogar, dass er von der Biene kommt. Aber wer wusste, dass es stachellose Bienen gibt und einige davon unter der Erde ihre Nester bauen? Also ich wusste das nicht. Bis gestern, als wir bei unseren Bauarbeiten auf ein Biennest gestoßen sind. Die Einfahrt zu unserer Baustelle sollte verbreitert werden und bei den Arbeiten daran legte Elso ein solches Bienennest frei.
Es hatte die größe eines Handballes und befand sich ca.20cm tief im Boden.
Elso wusste gleich was das ist, dass die kleinen Bienen nicht stechen und dass der Honig dieser Bienen der gesündeste Honig der Welt ist.
Kurzer Hand nahm er den Nestklumpen aus der Erde und legte ihn in seine Frühstücksdose.
Die Honigernte war relativ einfach, denn der Honig lief einfach aus aus dem Nest heraus und wir mussten ihn nur noch durchs Sieb laufen lassen. Ca. 100ml waren am Ende im Honigtopf und der Geschmack ist einzigartig. Laut dem Internet ist diese braune Masse der teuerste Honig der Welt und gleichzeitig super gesund. Das Bienenvolk wird sich nun einen neuen Bauplatz suchen, während wir ein weiteres Nest entdeckt haben, welches jetzt in unserer Bauplanung berücksichtigt wird und unter unseren persönlichen Schutz gestellt ist.

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Können Leguane beißen?

Darauf ein klares ja.

Dieser Post ist nicht für Kinder unter 18 Jahren geeignet

Normalerweise sind Leguane scheue Tiere, die, wenn sich ein Mensch nähert, die Flucht ergreifen. Aber sie sind auch sehr schlau und wissen, wo es etwas Gutes zu fressen gibt, wie zum Beispiel in unserem Hühnerstall. Dabei verschmähen sie ein frisch geschlüpftes Küken genauso wenig wie ein leckeres Bio-Ei.

Schon vor einem Jahr habe ich einen Vertreter der Leguane bei mir im Hühnerstall erwischt, eingefangen und 10km weiter weg, in einem unbesiedeltes Gebiet, wieder in die Freiheit entlassen.

In der letzten Woche überraschte mich wieder ein, ca. 1 Meter langes Prachtexemplar dieser Spezies, das sich an unseren Hühnereiern zu schaffen machte. Schnell holte ich einen Sack um ihn einzufangen. Doch der Bursche hatte einen anderen Plan.

Ich kann nur sagen : "Autsch und selbst schuld."

Der oder die Gute hat sich nur verteidigt, mit Erfolg und hat die Flucht ergriffen. Heute ist unser Treffen eine Woche her. Die Hand ist wieder abgeschwollen und die Wunde ist fast verheilt.

Der Leguan oder die Leguanin scheint auch ihre Lehre aus unserem verpatzten Date, gezogen zu haben, denn seit diesem Nachmittag ist es friedlich im Hühnerstall. Ich hoffe bei unserem nächsten Treffen finden wir eine diplomatische Einigung unseres Konfliktes und ich habe dafür auch schon ein lecker Bierchen kalt gestellt.