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Donnerstag, 19. Juni 2025

Eine Bank erobert Paraguay

Ich habe keine Ahnung, wer der Bank den Namen gegeben und ob er irgendeine Bedeutung hat. Vielleicht kommt der Name von Bueno, aber man brauchte das B für Bank. Die Bank breitet sich in Paraguay immer weiter aus. Fast in jeder größeren Stadt findet man heute eine Filiale, obwohl sie meines Wissens nach als reine Onlinbank gestartet ist. Die Ueno Bank nimmt jeden, der den paraguayischen Ausweis hat. Das Konto ist kostenlos und es werden keine Einkommensnachweise verlangt. Die Kontoeröffnung ist in einer Filiale möglich oder einfach übers Internet. Man erhält sofort eine Kredit- und Debitkarte in einer Karte, welche in einer Niederlassung abzuholen ist. Als ich mein Bankpäckchen zu Hause geöffnet habe, lagen eine Plastikkarte, der Kontovertrag und ein Samen für einen Baum auf dem Tisch.
Die Idee mit dem Samen für einen Baum fand ich gut und pflanzte diesen auch sofort ein. Der Samen liegt jetzt bereits ein halbes Jahr in der Erde, aber es tut sich nichts. Egal, die Karte funktioniert und die Bankapp ist leicht zu handhaben. Die Leute sollen weg vom Bargeld und die Ueno Bank macht es einem wirklich nicht leicht, am Bargeld festzuhalten. Sie lockt mit vielen verschiednen Rabatten beim Zahlen mit der Karte. Jenachdem welche Nutzerebene, die von 1 bis 4 geht, man erreicht hat, erhält man Rabatte bis zu 40%. Wenn ich zum Beispiel im Monat 600.000Gs an der Tankstelle lasse, bekomme ich 25% bzw. 150.000Gs zurückerstattet. Wo man überall Rabatte erhält, findet man in der App und doch solte man immer den Taschenrechner dabeihaben. Vor ein paar Tagen gab es eine Aktion für Flugbuchungen. Vier Stunden bekam jeder der eine Uenobankkarte hatte, 40% Rabatt auf insgesamt 5.000.000Gs des Gesamtflugpreises. Voraussetzung man zahlt mit der Kreditkarte und bucht bei Uela. Da ich Ende Juli nach Deutschland fliegen will, dachte ich mir "geile Sache". Am Ende jedoch war es günstiger über einen anderen Internetanbieter zu buchen und so blieb meine Karte unbenutzt. 15-, 25- oder auch 40% Rabatt sind natürlich verlockende Angebote und doch, mein lecker Bierchen bei der Despensa nebenan, werde ich weiterhin in bar bezahlen.

Sonntag, 15. Juni 2025

Vatertag in Paraguay

Heute ist der 15.Juni und in Paraguay ist Vatertag. Doch im Gegensatz zum Muttertag, der kalendarisch am 15. Mai festgemacht ist, wird der Vatertag am dritten Sonntag im Juni gefeiert, ähnlich wie der Muttertag in Deutschland am zweiten Sonntag im Mai. Der Vatertag in Deutschland hat ebenfalls kein festes Datum sondern wird immer 39 Tage nach Ostersonntag gefeiert. Auch wenn die Männer das starke Geschlecht verkörpern (Ausnahmen bestätigen die Regel), werden in Paraguay die Mütter mehr gefeiert als die Väter. Keine Ahnung warum, aber es ist so. Und was macht der Kay heute? Natürlich habe auch ich zwei lecker Bierchen im Kühlschrank, aber bevor die geköpft werden, kümmere ich mich noch um meine Gäste. Foto von den Gästen fällt aus, weil VIP's. Aber der Berg stellt sich zur Verfügung.

Donnerstag, 24. April 2025

überbuchen ist menschlich

Es regnet und ich sitze im Quincho auf "la familia". "La posada-la familia" ist eine kleine, .?..? keine Ahnung, wie nennt man das im Deutschen? Hier stehen 5 Ferienhäuser zur Vermietung und 9 separate Doppelzimmer mit Bad. Es gibt einen großen Pool, eine kleine Bar mit angeschlossener Kantine für den Hunger zwischendurch und jede Menge Platz für Rinder, Ziegen, Hühner, Bienen und Schweine. Es ist jetzt gut 18 Monate her, als eine liebe Freundin, Helmut*ti und mir die Verantwortung für dieses Objekt übertragen hat. Es gab einiges zu renovieren und fertigzustellen, aber in diesem Jahr konnten wir unsere zweite Feriensaison mit schwarzen Zahlen beenden. Während Helmut*ti die Organisation, heisst Buchungen, Personalführung und Finanzen unter sich hatte, war mir der Posten des Facilitymanagers auf dem Nicki geschrieben. (Da ich gerade ersteinmal nachschauen musste, wie dieses Wort geschrieben wird, bleibe ich dann doch lieber bei Hausmeister.) Im Januar übernahm ich dann auch die Aufgaben von Helmut*ti, da sie in diesem Geschäft nicht ihre persönlich Erfüllung fand. Sie stand mir weiterhin mit Rat und Tat beiseite und kümmerte sich um die Buchungsanfragen bei WA-Business. Puh, das war nur die Vorgeschichte der eigentlichen Story von heute.
Anfang März verabschiedete sich Helmut*ti, für vorerst längere Zeit, aus Paraguay und ich lud mir WA-Business auf das Handcomputertelefon. Eigentlich konnte nichts schief gehen, denn die Feriensaison in Paraguay war geschafft und nur das Osterwochenende mit vollem Haus musste ich noch überstehen. Und am Ostersonntag kam Pedro dann zu mir. "Kay, wir sehen uns dann zur Rallye." "Nein, du hast den Tag vor der Rallye gebucht." Das hin und her erspare ich mir an dieser Stelle. Die Fakten waren plötzlich, dass ich mich für das Wochenende nach dem Arbeiter-Kampf-und Feiertag der werktätigen Bevölkerung mit schlappen 7 Gästen überbucht habe. Schuldfrage? Kay und Technik. Ich hatte bei WA-Business die automatische Löschfunktion vom Chat nicht deaktiviert und so konnte ich keine Buchungen mehr vorweisen sondern hatte nur meinen handgeschriebenen Buchungskalender. An dieser Stelle habe ich vollstes Verständnis für jeden, der diesen Post nicht zu Ende liest. Doch wir haben es ja hier nicht mit einem Erstwähler zu tun, sondern mit Kay - dem Facilitymanagerkay. Wie sagt man in Paraguay so schön, "ein bisschen Farbe und alles ist chick", also haben wir gestern angefangen, das Haus, was Platz für sieben Personen bietet, aber noch ohne Farbe, Licht, Betten und Warmwasser daherkommt, homezustaging. (wer nicht weiß, was das ist, googelt) Mit dem Gast habe ich natürlich darüber gesprochen, dass er ein anderes Haus, viel besser und neuerer, bekommt als gebucht. Ich weiß, dass wenn eine Rallye in Acahay stattfindet, Schlafplätze oder Betten rar sind und so war es nicht verwunderlich, dass Hektor mit Begeisterung reagiert hat. Am Ende bleibt uns nur das Abwarten, was am 3. Mai hier los ist. Doch der Post von heute, hat mich persönlich wieder sehr viel weiter gebracht. Denn so weiß ich jetzt wenigstens, wie man Fazillittimänejer korrekt schreibt. Und richtig,.... darauf ein lecker Bierchen.

Sonntag, 11. August 2024

Fiesta Patronal in Quiindy

Es ist schon ein paar Jahre her, da habe ich über die Fiesta Patronal in Quiindy berichtet. Gestern war ich wieder dabei, habe aber kein Fotoapparat im Gepäck gehabt. Deswegen heute nicht viel Schreiberei sondern einfach nur ein Video.

Montag, 5. August 2024

Finale

Bis heute habe ich nicht das Systhem, welches hinter der Fußballliga Paraguays steht, begriffen. Ich selbst spiele noch aktiv bei den alten Männern vom Sport Club Taller in Acahay, von dem gestern die 1. Herrenmannschaft im ersten Finalspiel der Liga von Acahay stand. Im Bezirk Acahay leben rund 17000 Menschen und es gibt 34 Fußballvereine. Gefühlt spielt eigentlich jeder Bewohner irgendwo Fußball und wenn ein Finalspiel ansteht, ist eine volle Hütte garantiert.
Natürlich waren auch wir dabei und sahen ein mageres 1:1. Trotzdem war die Stimmung super und mit Pauken und Trompeten wurden die Spieler angefeuert. Die Paraguayer sind ein sehr emotionales Völkchen und da ist es gut, wenn das Schiedsrichtergespann mit Polizeischutz ein- und ausmarschiert.
Nächsten Sonntag findet dann das Rückspiel statt und wenn es am Ende wieder Unentschieden steht, gibt es ein drittes Finalspiel und sollte auch dieses mit einem Remis enden, entscheidet das Elfmeterschießen über den Sieger der Saison 2024. Wer auch gewinnen wird, eins ist sicher, ein eisgekühltes lecker Bierchen gibt es in jedem Falle.

Montag, 5. Dezember 2022

Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn

 -sofern die Winde wehn...

Segeln wollten wir nicht gehen, aber mal mit dem Motorboot über den Fluss schippern. Also haben wir uns ein Boot besorgt und los ging die große Fahrt. Unser Ziel war Villa Florida, knapp 70 km von unserer Haustür entfernt. Nun haben wir wenig Ahnung vom Bootfahren oder besser gesagt null Ahnung. Bekannte von uns haben ein Wochenendhaus in Villa Florida und auch ein Motorboot.

Ein Anruf genügte. "Könnt ihr uns kurz zeigen wie und wo man das Boot ins Wasser lässt? Und wie wird solche Maschine gestartet? Und wo kann man ohne sich den Bug aufzureißen lang schiffen.? Und, und, und..."

"Kommt erst mal zu uns, dann besprechen wir alles."

Gegen 11.00Uhr waren wir dann bei ihnen und wie der Zufall es will, wurde dort gerade Geburtstag gefeiert und dar Grill war gut bestückt. Es war sowieso gerade viel zu heiß, um Boot zu fahren, also lehnten wir die Einladung nicht ab und schlossen uns der Geburtstagsfeier an.

Gegen 3.oo beschloss die Partygesellschaft, die Feier an den Strand zu verlegen und unser Boot ins Wasser zu lassen.
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Es war ein gelungener Sonntagnachmittag, der kurz vor Sonnenuntergang endete, weil wir unser Boot noch im Hellen aus dem Wasser ziehen wollten. Doch normal geht ja bei uns nicht und so ging auch dieser Plan daneben.
Geschätzte 300 Meter vor der Stelle, an der wir das Boot auf den Anhänger slippen wollten, ging der Motor aus. Der Fehler war schnell gefunden - Benzin alle. Mir blieb nur der Sprung ins 30°C warme Wasser und das Boot mit Muskelkraft, an den Landeplatz zu ziehen. Gegen die Strömung, gegen den Wind - nein gegen die Dunkelheit. Doch Ende gut, alles gut. Zum Schluss stand das Boot wieder auf dem Trailer und wir fuhren nach Hause.
Den heutigen Muskelkater genieße ich in vollen Zügen.

Sonntag, 9. Oktober 2022

Fiesta Patronal in Acahay

Die Jungfrau Maria vom Rosenkranz oder wie wir hier sagen la Virgen de Rosario ist die heilige Schutzpatronin von Acahay. Ihr zu Ehren wird jedes Jahr am 7.Oktober ordentlich gefeiert und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.





Für die Kleinen gab es viele Spielbuden und Hüpfburgen und für die Großen jede Menge lecker Bierchen und saftiges Grillfleisch. Das Besondere an der diesjährigen Fiesta Patronal war aber die Jinetiada, die sich am gleichen Ort und zur gleichen Zeit abspielte.
Es ist schon komisch. Früher war der 7.Oktober auch ein Feiertag. Heute ist es ein anderes Land, aber der 7.Oktober ist wieder ein Feiertag.

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Lieferservice aufs Land

Vor ein paar Jahren war es noch undenkbar, dass wir etwas im Internet bestellen und es zu uns nach Hause liefern lassen. Inzwischen gibt es viele Firmen, die einem das Eingekaufte, ob nun im Internet oder im Geschäft, bis an die Haustür oder wenigstens bis in das nächstgelegene Städtchen, liefern. Bei der Lieferung bedienen sich die kleineren Unternehmen oft der großen Busunternehmen, die in alle Ecken des Landes fahren.
Vor einer Woche habe ich mir in San Lorenzo, 100km von unserer Haustür entfernt, einen neuen Betonmischer gekauft. Die Maschine wurde am selben Tag noch verpackt und landete am nächsten Vormittag im Busbahnhof Quiindy.
100.000 Gs (ca.15 Euro) kostete die Lieferung, die zum Mischerpreis dazu kam.
Geschäfte, die eine eigene Fahrzeugflotte haben, liefern oft kostenfrei bis an die Haustür. Mit der Anlieferung oder den Lieferterminen haben wir bis heute keine schlechten Erfahrungen gemacht, auch wenn die Termine manchmal etwas dehnbar sind.
So wurde uns die Lieferung unseres Sofas für den Donnerstag angekündigt. Als bis 9.00Uhr Abends niemand an der Tür klingelte fanden wir uns damit ab, dass wohl die Lieferung am nächsten Tag erfolgt. Denkste Puppe, 21.40 Uhr klingelte das Telefon und der LKW-Fahrer sagte, dass er vor unserem Tor steht.
Die Lieferung, welche uns wirklich mächtig staunen ließ, war die Lieferung unseres Rasenmähers. Auf der Internetseite von Inverfin suchten wir uns am Vormittag einen Rasenmäher aus. Dieser war schnell bestellt und die Zahlung sollte bei Lieferung erfolgen. Nach drei Stunden klingelte das Telefon und der Transporteur fragte nach der genauen Lieferadresse. Wir schickten ihm unseren Standort. Da wir nicht das nötige Geld im Haus hatten, wollte ich gerade zur Bank, als der LKW um die Ecke bog. Ich erklärte dem Fahrer, dass ich kein Geld im Haus habe und schnell welches holen fahre. Der sagte dass er wartet und bemerkte nebenbei, dass wir auch mit Karte zahlen können. Mit großen Augen reichte ich die Karte durch die LKW-Tür und schwups war alles erledigt.
Einen Vergleich mit Erfahrungen unserer Lieferanten in Deutschland erspare ich mir an dieser Stelle und nutze die Zeit sinnvoll für ein Feierabendleckerbierchen.

Montag, 26. September 2022

Trinkgeld auf dem Lande

In der letzten Woche waren wir seit langem mal wieder in einer großen Churrasqueria (Grillrestaurant) in Asuncuin essen. Bei der Rechnungslegung wies uns der Kellner darauf hin, dass das Trinkeld, sollten wir mit Karte zahlen wollen, doch bitte in bar zu entrichten ist. Wenn alles passt gebe ich gern Trinkgeld, jedoch wunderte ich mich, dass der Kellner fest mit einem Trinkgeld rechnete. Auf dem Lande in unserem Kiez Quiindy oder Acahay ist es sehr schwer, ein kleines Trinkgeld an die Bedienung, den Frisör oder den Tankwart loszuwerden. Wenn man zum Beispiel die Rechnungssumme aufrundet und sagt stimmt so, bekommt man kurze Zeit später das Wechselgeld auf den Guarani genau zurück und stößt auf absolutes Unverständnis. "Warum bezahlt der jetzt freiwillig mehr?" Selbst wenn ich es ihnen dann mit dem spanischen Wort Propina erkläre, gucken sie mich mit großen Augen an und wissen nicht was das soll. Ich bin jetzt nicht böse darüber und streite mich auch nicht mehr darum, Trinkgeld zu geben. Im Gegenteil, irgendwie finde ich es gut. Man braucht sich nicht mehr zu fragen, ob das jetzt zu viel oder zu wenig war. Und auch der Kellner hat den Kopf frei und muss sich nicht über meinen Geisteszustand Gedanken machen.

Donnerstag, 22. September 2022

Der oder das Quincho?

Vor kurzem habe ich mir das Wörterbuch zur Hand genommen und wollte wissen, wie der Übersetzer eigentlich das Wort Quincho definiert. Das Ergebnis war enttäuschend, denn da stand einfach nur;"Grill". Boah, wie langweilig. Bei weiteren Nachforschungen kam noch "offener Schuppen " oder "überdachter Grillplatz". Auch "Puff" oder "Bordell" ist möglich und sogar "Toupet". Hm, es gibt also kein deutsches Wort für Quincho. Wie bitte schön soll ich dann darüber etwas schreiben? Ich glaube der Quincho beschreibt nicht unbedingt einen Gegenstand oder ein Bauwerk, sondern mehr ein Lebensgefühl. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass ein Quincho überdacht ist, ob nun regenfest oder sturmsicher sei dahingestellt. Ein Quincho hat wenig Wände, viel Licht und oft einen Grill oder eine Kochstelle. Für mich ist auch eine überdachte Leckerbierchenzapfanlage mit zwei Stühlen schon ein Quincho.
Bis vor einer Woche war unser Quincho eine Terrasse mit integriertem Grill und einem Sonnenschutzdach aus Bambus. Wie schon gesagt, ein Quinchodach muss nicht unbedingt sturmsicher und regenfest sein. Jetzt wird ein neues Dach gebaut und der erste Spatenstich dafür ist Geschichte.
In einer Woche schauen wir auf das Ergebnis und wer weiß, vielleicht steht dann neben dem Grill eine Eiskaltleckerbierchenzapfanlage - was bin ich froh, dass es wenigstens dieses Wort in der deutschen Sprache gibt.

Montag, 25. Juli 2022

Ein Ochse kommt selten allein

Vor gut zwei Jahren hat mein Kumpel Elso zwei Auszubildene zum Pflugbegleiter unter seine Fittiche genommen. Jetzt haben die Beiden ihre Ausbildung mit Bravour beendet und sie starten mit Volldampf in ihr Berufsleben. Da ihr alter Chef sie nicht gebrauchen konnte und sie auf den freien Arbeitsmarkt warf, hat Elso mir ihre Bewerbungen zukommen lassen und ich habe zugesagt.


Selbstverständlich gabs ein kurzes Bewerbungsgespräch mit anschließendem Abendessen, aber eine Probefahrt musste trotzdem sein.
Ich bin jetzt also stolzer Besitzer zweier Arbeitsochsen.

"Mensch Kay, was willst du denn mit zwei Ochsen?"

Hm? Einerseits konnte ich so meinem Kumpel Elso unter die Arme greifen, der eine Menge Land zu bewirtschaften hat, sich aber die beiden Tiere nicht leisten kann. Im Gegenzug kümmert er sich um die beiden Bueys und gibt ihnen Arbeit und Brot. Ich denke auch, dass das Geld gut angelegt ist (8000000Gs für beide zusammen), auch wenn eines Tages der Vegetarismus die Welt regiert. Außerdem hat der übergangsweise, deutsche, amtierende Stellvertreter des Bundeskanzlers gesagt, wir sollen Energie sparen - und so ein Ochse braucht, im Gegensatz zu einem Traktor, zum Arbeiten keinen Strom, kein Sprit und kein Gas.  Auch wenn mich hier in Paraguay die Worte vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz peripher tangieren, braucht dieser Mensch viel Liebe und Zuneigung und durch den Kauf der Beiden Ochsen, denke ich meine Schuldigkeit getan zu haben.


Freitag, 19. April 2019

Holzkohle selber machen

In Deutschland ist Frühling und die Saison der Griller und Brutzler beginnt. Die Grille werden aus dem Winterschlaf erweckt und von Spinnweben befreit. Nun fehlt nur noch die Holzkohle und da sind wir auch schon beim Thema Paraguay. Denn wenn man den Statistiken Glauben schenken darf, ist Paraguay Deutschlands zweitwichtigster Holzkohlelieferant, hinter Polen.
Auf unserer Baustelle musste ein Baum etwas ausgedünnt werden und es fiel einiges an Brennholz an. Tomas von unserer Maurerkolonne fragte mich ob ich daraus nicht Holzkohle machen will. Ich fand die Idee gut, aber hatte keine Ahnung wie das geht. Tomas rettete mich aus meiner Ahnungslosigkeit.
"Ich habe einen Holzkohleofen. Du lieferst das Material, ich mache die Arbeit und am Ende teilen wir uns die Grillkohle." Gesagt getan.
Der Holzkohleofen ist ein ca. 2 Meter hoher Steinofen, der mit dem Holz locker befüllt wird.
Die letzten Holzscheite werden von oben durch den Schornstein gesteckt und dann wird gut brennbares Material hinterher gestopft.
Und schon heißt es "Feuer frei".
Während nun der Ofen von oben anfängt zu knistern, wird die Füllöffnung mit Steinen zugestapelt, welche dann einfach mit Lehmerde verputzt werden.
Ca. 5 Minuten nach Entfachen des Feuers mauert Leo den Schornstein zu.
Nun gibt es nur noch ein paar Luftlöcher, aus denen weißer Rauch qualmt. Diese Luftlöcher werden in Abständen von ca. 4 Stunden von oben nach unten geschlossen und wie ein Wunder, zwei Tage später ist die Holzkohle fertig.
5 große Säcke Holzkohle stehen nun in meinem Schuppen. Genug für die nächsten zwei Jahre schätze ich. Die erste Glutprobe gibt es heute Abend zum Ostergrillen.
In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein traumhaftes Osterfest und viele bunte Ostereier.

Montag, 9. Oktober 2017

Fiesta Patronal de Acahay

Nein, das ist kein Auto aus einem Spielzeugmuseum. Es ist ein Auto von einem Kinderkarussel, welches noch voll im Arbeitsleben steht.
Jedes Dorf, jedes Wohngebiet und jede Stadt hat in Paraguay ihren eigen Schutzheiligen. In Acahay, 12km von unserer kleinen Farm entfernt, ist dies "la virgen del Rosario. In jedem Jahr dankt man diesem Schutzpatron und veranstaltet für ihn ein Fest, mal groß, mal weniger groß.
Und da kann man dann eben immer wieder antike Fahrgeschäfte und Karussells für die kleinen Gäste bestaunen. Der TÜV hat hier natürlich nichts zu sagen und kann sich entspannt bei einem lecker Bierchen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist am Samstag der geplante Stierkampf buchstäblich ins Wasser gefallen.
Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag, denn die Bierstände waren überdacht und lecker Bierchen war reichlich vorrätig.

Freitag, 5. August 2016

Auf gute Nachbarschaft

Früher, als die Menschen noch nichts von Federkern- oder Boxspringmatratzen gehört hatten, schliefen sie meist auf Strohsäcken. Wenn dann der Herr des Hauses beruflich unterwegs war und sein Weib alleine ließ, entstand irgendwann der Begriff Strohwitwe. In der heutigen zivilisierten Welt treiben sich natürlich immer mehr Frauen herum, die ihren angetrauten Ehegatten auf dem Strohsack allein zu Hause lassen und so gibt es heute auch das Wort Strohwitwer.
Auch ich bin momentan ein so genannter Strohwitwer und muss mich mit meinem Strohsack alleine durch die Nacht kuscheln. Meine Nachbarschaft bekommt das natürlich schnell mit und kümmert sich rührend um den einsamen Don Parakay. Sie klatschen am Tor und fragen nach meinem Befinden, halten langen Smalltalk beim Eierkauf, wobei hier das Gespräch oft sehr einseitig auf Guarani geführt wird, oder sie laden mich ganz spontan zum Grillen ein.
Nachbarschaft bei uns bedeutet einen Radius von 10 km. Die Musikbox wird aufgedreht und es dauert nicht lange, da steht auch die erste Tanzmaus auf der roten Erde.
Wenn es sich dann noch herumspricht, dass der Aleman da drüben ein Fotoapparat dabei hat, erscheinen schnell die Nachwuchsmodels Paraguays und lassen sich liebend gerne ablichten.
Es ist schön freundliche Leute um sich zu haben und zu wissen, auf die Nachbarschaft ist verlass. In diesem Sinne,wünsche ich euch allen einen tollen internationalen Tag des Bieres und vielleicht trifft sich ja der ein oder andere auf ein lecker Bierchen mit seinem Nachbarn.