Posts mit dem Label Bäume und Holz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bäume und Holz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. August 2024

Ich bin für grün

Ein Freund rief mich an und sagte mir, dass er eine Sammelbestellung beim Gärtner gemacht hat und ob ich vielleicht auch noch ein paar Bäume brauche. Kurz danach schickte er mir die Kontaktdaten von "el mangal" aus Independencia. Als ich dann las, dass der junge Mann Mandeln im Sortiment hat, holte ich meinen Bestellzettel aus der Schublade und drei Tage später, kam die kostenfreie Lieferung zu meinem Kumpel.(kostenfrei- weil genug bestellt wurde)
An der Bestellung fehlte nichts und es gab sogar noch ein paar Bäumchen als Geschenke dazu. Als alle Pflanzen aufgeteilt waren, ging es zum gemütlichen Teil des Bäumchen wechsle dich über, denn die Chefin des Hauses stellte einmal mehr ihre Kochkünste unter Beweis und es gab Gulasch mit Knödeln. Was soll ich sagen, FANTASTISCH!!! Ein paar lecker Bierchen passten dann auch noch in den Bauch und heute sind alle Bäumchen eingepflanzt. Ich liebe die Natur, bin beim Bäumepflanzen immer mit dabei und meine Lieblingsfarbe ist grün. Aber am kommenden Sonntag ist meine Lieblingsfarbe vielleicht auch mal blau.

Freitag, 26. Januar 2024

Jackfrucht 1.Versuch

Wir müssen nicht in den Supermarkt, um uns eine Jackfrucht zu besorgen, sondern haben in unserem Garten die, wie man hier sagt, Yaca.


Doch was genau macht man mit dieser Frucht. Ich habe mich ein wenig belesen und fand heraus, dass sie unreif als idealer Fleischersatz Verwendung findet und ausgereift geschmacklich der Mango oder Papaya ähnelt. Diesen Geschmacksvergleich finde ich persönlich etwas schräg, weil eine Mango einen völlig anderen Geschmack hat, als eine Papaya. Aber egal, probieren geht über studieren und ich stahl unserem Jackfruchtbaum eine seiner Früchte. Ob die Frucht reif oder unreif war, war mir ersteinmal egal, weil im Internet stand, dass man die Frucht reif oder unreif verarbeiten kann. Mit einem scharfen Messer ging es dann ans Zerlegen der Frucht. Ich merkte schnell, dass dies nicht die einfachste Aufgabe bei der Yacaverarbeitung ist und fing schon an zu fluchen, als ich nach einer Minute das Riesenei immer noch nicht zerteilt hatte. Doch letztendlich musste die Frucht meiner Kraft und dem Messer nachgeben und ich konnte das Innere der Yaca untersuchen.
Ich kann jetzt nicht behaupten, dass das Fruchtfleisch appetitlich aussah, kostete aber trotzdem das faserige, grau-beige-weiße Innenleben. Ergebnis; völlige Abwesenheit von Geschmack, ob Mango oder Papaya. Die Frucht war also noch nicht reif. Aus dem Stiel der Yaca lief eine weiße Soße und auch im Inneren der Frucht perlten weiße Tropfen der Flüssigkeit aus dem Fruchtfleisch. Und diese Flüssigkeit hat es in sich, denn sie klebt wie Kittifix extra stark. Einmal an den Händen, geht dieser Klebstoff nur mechanisch oder nach einige Tagen von selbst ab. Da das Messer nun eh an meiner Hand klebte, schnitt ich noch etwas Fruchtfleisch aus der hellgrünen Schale und klebte es auf einen Teller.
Mit etwas Öl, Gewürzen, Salz und Pfeffer schmorte das Fleisch dann 15 Minuten in der Pfanne und tatsächlich, die Konsistenz des Fleisches und der Geschmack erinnerte mich an Hähnchenfleisch. Nun hat unser Jackfruchtbaum nicht nur eine Frucht und so habe ich nach meinem ersten, mehr oder weniger, missglückten Date mit der Yaca, noch ein paar Versuche, um mich mit der Jackfrucht anzufreuden.

Dienstag, 19. Juli 2022

wenn früh am Morgen die Kettensäge schnurrt

 Gestern Morgen sah es bei uns vor der Haustür noch so aus.


Zwei große Bäume stehen vor der Haustür und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Doch die Kettensäge war im Anmarsch und sollte den Beiden eine neue Frisur verpassen. Sie spendeten zwar schönen Schatten für unser Haus, aber das viele Laub verstopfte ständig die Dachrinnen und bei harten Winden brachen des Öfteren schwere Äste aus der Krone. Um 8.00Uhr lief dann auch schon die Kettensäge warm und es ging dem Geäst an den Kragen.

Die ersten Stämme landeten, fast zentimetergenau an ihrem vorgesehenen Platz. Und dann wurde es spannend.
Der dritte Stamm hatte einiges an Übergewicht zu bieten und das genau in Richtung unserem Haus. Doch Elso ist ein erfahrener Kettensägenartist, der weiß was er macht (hoffe ich).

Mit Hilfe von Flaschenzug und Stahlseilen landete auch dieser Stamm am richtigen Platz. Heute ist die Baustelle beräumt, das Holz ist gestapelt und unser Haus steht ohne Blessuren am selben Platz.


In zwei Monaten beginnt der Frühling und die beiden Bäume werden neu austreiben und  schnell wieder grün.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Sonntag für Willi

Das schwedische Mädchen möge es mir verzeihen, aber ich bekam am Freitag kein frei und musste arbeiten. Bei meiner Arbeit entdeckte ich dann unter einem unserer Bäume jede Menge kleine, schwarze, linsenförmige Plättchen.
Es sind die Samen des Curupay, auch Cebil genannt. Ich war froh, dass ich nicht auf der Strasse zum demonstrieren war, denn da hätte ich diese Entdeckung bestimmt nicht gemacht.
Nach zwei Monaten Trockenheit in Paraguay regnete es dann am gestrige Samstag ausgiebig und heute Morgen beim Spaziergang übers Land sahen die Samen plötzlich ganz anders aus.
Die schwarze Haut war aufgeplatzt und beim näheren betrachten entdeckte ich einen kleinen Keim aus dem Samen sprießen. Es ist faszinierend, in welch kurzer Zeit sich die Natur dazu entschließt, den Frühling einzuleuten.
Man kann über den Klimawandel (ob wegen dem CO2 oder einfach normal sei dahin gestellt) diskutieren. Man kann für eine saubere Umwelt demonstrieren. Man kann reden und schlau tun.
Man kann aber auch einfach handeln. Ich nahm mir heute Morgen kurzer Hand meine Hacke und bereitete 20 Pflanzstellen für die zukünftigen CO2-Vernichter vor. Die Keimlinge waren schnell eingesammelt, denn der Keim war noch nicht in die Erde eingedrungen.
Die Keimlinge drückte ich leicht in die aufgelockerte Erde, natürlich mit dem Keim nach unten.
In den nächsten Wochen bekommen die Kleinen dann viel Liebe und Zuneigung und wenn alles glatt geht, was ich nicht bezweifle, sollten hier zwanzig neue Bäume stehen.
Wenn mein Enkel dann in fünfzig Jahren sich an einen große Baum lehnt, ist es vielleicht einer dieser heute kleinen Sprösslinge und wenn wir alle mehr tun als reden, wird es unserer Erde auch in 50 Jahren noch gut gehen.

Freitag, 19. April 2019

Holzkohle selber machen

In Deutschland ist Frühling und die Saison der Griller und Brutzler beginnt. Die Grille werden aus dem Winterschlaf erweckt und von Spinnweben befreit. Nun fehlt nur noch die Holzkohle und da sind wir auch schon beim Thema Paraguay. Denn wenn man den Statistiken Glauben schenken darf, ist Paraguay Deutschlands zweitwichtigster Holzkohlelieferant, hinter Polen.
Auf unserer Baustelle musste ein Baum etwas ausgedünnt werden und es fiel einiges an Brennholz an. Tomas von unserer Maurerkolonne fragte mich ob ich daraus nicht Holzkohle machen will. Ich fand die Idee gut, aber hatte keine Ahnung wie das geht. Tomas rettete mich aus meiner Ahnungslosigkeit.
"Ich habe einen Holzkohleofen. Du lieferst das Material, ich mache die Arbeit und am Ende teilen wir uns die Grillkohle." Gesagt getan.
Der Holzkohleofen ist ein ca. 2 Meter hoher Steinofen, der mit dem Holz locker befüllt wird.
Die letzten Holzscheite werden von oben durch den Schornstein gesteckt und dann wird gut brennbares Material hinterher gestopft.
Und schon heißt es "Feuer frei".
Während nun der Ofen von oben anfängt zu knistern, wird die Füllöffnung mit Steinen zugestapelt, welche dann einfach mit Lehmerde verputzt werden.
Ca. 5 Minuten nach Entfachen des Feuers mauert Leo den Schornstein zu.
Nun gibt es nur noch ein paar Luftlöcher, aus denen weißer Rauch qualmt. Diese Luftlöcher werden in Abständen von ca. 4 Stunden von oben nach unten geschlossen und wie ein Wunder, zwei Tage später ist die Holzkohle fertig.
5 große Säcke Holzkohle stehen nun in meinem Schuppen. Genug für die nächsten zwei Jahre schätze ich. Die erste Glutprobe gibt es heute Abend zum Ostergrillen.
In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein traumhaftes Osterfest und viele bunte Ostereier.

Dienstag, 6. März 2018

Die Natur machen lassen oder besser; wachsen lassen

Der natürliche Baumbestand auf dieser Welt wird bekanntlich immer kleiner. Überall wird abgeholzt was die Kettensäge hergibt und gerade in Paraguay werden immer wieder Wälder gerodet um Platz für den Sojaanbau zu schaffen oder Weideflächen für das liebe Vieh zu kultivieren. Aufforsten heißt da das Motto und eine Art der Aufforstung ist das Pflanzen von schnell wachsenden Bäumen. Und wie schnell die wachsen, kann ich selbst bei uns auf der Farm beobachten. Zum Beispiel bei meinen Eukalyptusbäumen, die ich vor knapp zwei Jahren in die Erde steckte.
Bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit kann verständlicher Weise kein besonderes Holz herauskommen, aber es ist ein Anfang um die Welt zu retten.
Besser ist es, im Gegensatz zu geordneten Anpflanzungen, der Natur freien Lauf zu lassen, um sich selbst zu erneuern. Lässt man in Paraguay zum Beispiel ein Stück Land für ein Jahr brach liegen, wird man bald sehen, dass sich die Bäume ihren Platz wiederholen und überall kleine Pflänzchen aus der Erde sprießen. Voraussetzung dafür sind Schutzmaßnahmen gegen wilde Tiere wie auf unserer kleinen Farm gegen, Pferd, Rind, Esel oder Ziege.
Ich halte stets Ausschau nach neuen Baumkindern, sei es beim Rasen mähen oder beim Futtergras schneiden. Immer wieder entdecke ich dann frische Pflänzchen, die ich frei lege und stehen lasse. Mit etwas Glück werden sie dann in ein paar hundert Jahren bis weit in den Himmel ragen. Die Pflänzchen von heute wären da zum Beispiel der Lapacho. Nicht ganz einfach zu erkennen, da er in seinem ersten Lebensjahr noch nicht mit fünf Blättern, die wie an einer Hand angeordnet sind, daher kommt.
Geben wir dem Kleinen noch 700 Jahre Zeit und er wird unseren ganzen Berg beschatten.
Etwas schneller gehts da schon bei Bäumen wie dem Yvyrapyta oder Curupay. Dieser Zwerg hier sollte schon in 100 Jahren ein stattlicher Baum sein.
Und was habe ich von diesen Bäumen? Freude und vielleicht erlebe ich es noch, dass sie so viel Schatten spenden, dass ich unter ihnen genüsslich ein eisgekühltes lecker Bierchen schlürfen kann.

Montag, 11. Februar 2013

ein kleiner Apfel in Paraguay

Vor zwei Jahren pflanzten wir ihn bei uns auf der Farm. Im vergangenen Frühling zeigte sich seine erste Blüte und heute konnten wir die erste Ernte von unserem Apfelbaum einfahren. Sie fiel nicht so groß, wie die diesjährige Mangoernte aus und doch, nach viel Liebe und Zuneigung, welche ich meinem Apfel entgegenbrachte, konnte ich ihn heute pflücken.
Er war nicht sehr groß, oder besser gesagt er war sehr klein, aber trotzdem, nachdem ich ihn wie meinen eigenen Augapfel behütet hatte, lag er nun aufgeschnitten vor mir. Und was soll ich euch sagen? Hmmmmm, lecker war er.


Freitag, 9. November 2012

Nagelprobe

Wir brauchten ein paar Latten und unser Capataz sägte uns diese mit der Kettensäge zurecht. Mein Vater fragte mich, ob ich denn keine Kreissäge oder Handkreissäge hätte. Ich erklärte ihm, dass wir hier in Paraguay anderes Holz haben, als man es von Deutschland her kennt und sich eine Handkreissäge schnell mal in Rauch auflöst. Sein skeptisches Gesicht sagte mir, dass er mir nicht so recht glaubt und dass unser Holz doch nicht viel härter als in Deutschland sein kann. Ich gab ihm ein Stück Urunday und ein paar Nägel. Nun ist mein Vater bestimmt nicht handwerklich ungeschickt und ein Nagel bekommt er immer in die Wand. Doch an nach vier krummen Nägeln legte er fassungslos den Hammer beiseite.
Dann zeigte ich ihm noch, dass nicht jedes Holz schwimmt. Während der Lapachostuhl knapp unter der Wasseroberfläche schwamm, ging das Stück Holz vom Urunday wie ein Stein unter. Nun sah auch mein Vater ein, dass die Kettensäge in Paraguay die bessere Wahl ist.

Donnerstag, 6. September 2012

Kettensägenwecker

Uns kann man nun nicht unbedingt als Langschläfer bezeichnen und beim ersten Sonnenstrahl sind wir normalerweise auf den Beinen. Doch unser Capataz setzt da oftmals noch einen drauf. Gestern fragte ich ihn, ob wir in den nächsten Tagen mal einen Baum kürzen könnten. Der Baum steht nahe unserem Pool und wenn er seine Blätter verliert, landen diese im Wasser und verstopfen immer wieder den Filter. Es war 5.50Uhr heute Morgen, der Kaffee war noch nicht einmal eingekippt und die Sonne war auch noch nicht zu sehen. Ich weiß nicht, wie Elso den Anreißer der Motorsäge im Halbdunkeln fand, doch der Motor der Kettensäge lief sich warm. Schnell auf den Baum gekrabbelt, ein paar Seile gespannt und dann ging es auch schon los.
Mit rutschender Schlafhose, in der linken Hand die Kaffeetasse und in der rechten die Zahnbürste, schaute ich dem Kettensägenmann zu.
Den Kaffee schnell ausgetrunken und dann ging ich unserem Capataz zur Hand. Die Äste waren schwer und musste genau zwischen Haus, Quincho und Pool durchbalanciert werden. Doch alle Knickwinkel waren perfekt berechnet und nichts kam zu Schaden.
Um 9.30Uhr war dann auch schon alles erledigt und wir hatten uns unser Frühstück verdient.
Der Baum kann nun wieder neu austreiben und in ein paar Monaten spendet er wieder Schatten. Das Holz wurde zu Brennholz verarbeitet und über die Blätter freuten sich unsere Rinder. Die Norm für heute ist im Sack und wir können das angenehme Winterwetter, bei 35°C und Sonnenschein genießen.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Bäumchen wechsle dich

Während wir die gestrigen Temperaturen um 30°C am Bach nutzten und ich den ersten Kopfsprung ins kalte Nass wagte, war es heute wolkig und und bei 22°C etwas kühler.Ideales Wetter für den Garten und ich machte mich daran, zwanzig junge Lapacho umzusetzen, welche unsere Vorgängerin zu eng gepflanzt hatte.In Abständen von acht Metern bekamen die Bäume einen neuen Platz. Erleichtert wurde die Arbeit dadurch, dass die Pflanztüten beim pflanzen, nicht vom Wurzelwerk entfernt worden waren und somit die Wurzeln beim Umsetzen nicht beschädigt wurden.Aufforstung ist wichtig und an die Rente meiner Urenkel ist damit auch gedacht.

Montag, 17. August 2009

Der Lapacho

Von den Indianern wird er als "Baum des Lebens " bezeichnet. Wir nennen ihn Lapacho.Zwischen Mai und August, verliert er seine Blätter und fängt an zu blühen.
Der Lapacho hat ein sehr schweres und hartes Holz von ausgezeichneter Qualität, welches im Möbelbau und als Bauholz Verwendung findet. Auch die Rinde des Lapachobaumes ist verwertbar für den Menschen.Macht man einen heissen Aufguss aus der Rinde, erhält man einen Genusstee mit heilender Wirkung, den schon die Inkas für sich erkannten.
Leider fallen sehr viele Lapachos den paraguayischen Macheten zum Opfer, da das begeehrte Holz einige Guaranies in die Kassen der Paraguayer bringt.
Wir haben auf unserer kleinen Farm ca. 20 Lapachobäume gepflanzt, die im Jahr 2700 noch an uns erinnern sollen.

Samstag, 18. Juli 2009

Heimatkunde

Eiche, Akazie oder Nussbaum kennt jeder, aber kennt ihr auch Curupay oder Ybyra pyta. Was der Jacques Yves Cousteau für die Meere ist, ist Juan für die Wälder Paraguay's.Mit ihm waren wir heute unterwegs, um die Bäume dieses Landes besser kennen zu lernen. Es ist schwer sich die Namen zu merken, aber noch schwerer ist es, sich die Merkmale einzuprägen.
Ich glaube dem Holzhändler alles, was er erzählt über das Holz,welches ich gerade gekauft habe. Aber auch in jedem Paraguayer steckt ein kleiner Gauner und er verkauft gerne mal, eigentliches Brennholz als Lapachoholz. Dem beugen wir jetzt vor. Hier die Rinde des Ybyra pytaund des CurupayEs sind beides Akazienarten, die häufig als Bauholz verwendet werden, wobei Curupay das hochwertigere sein soll.

...Nur blöd, dass beim Holzhändler immer schon die Rinde und die Blätter fehlen...??