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Dienstag, 3. Juni 2025

Ich bin euer Herbergsvater

Herberge oder Gasthof heißt im spanischen Posada oder Hospedaje. Vor gut eineinhalb Jahren übernahmen wir die Aufgabe solch eine Posada zu betreiben. Am Fuße des "Cerro Acahay" gelegen, dachten wir uns, dass wenn die Wanderer und Bergsteiger bei uns vorbeikommen, ein Geschäft mit diesen zu machen ist. Nach der zweite Sommersaison kann ich heute sagen, goldene Bommeln für meine Hausschuhe spülen die Rucksacktouristen nicht in meinen Geldbeutel. Insgesamt stehen 5 Häuser zum Vermieten, auf dem 7 ha großen Gelände.
Dazu gibt es noch sieben Doppelzimmer mit Toilette und Dusche.
Die Feriensaison in Paraguay geht von Mitte November bis Mitte März und auch wenn die Rucksacktouristen bisher nicht das erhoffte Ergebnis einbrachten, so bin ich doch zufrieden mit den ersten beiden Saisons. Es sind die Menschen aus der näheren Umgebung, die sich mit ihren Familien bei uns einmieten und ein entspanntes Wochenende verbringen. Aber auch Tagesgäste, die nur eine Abkühlung im Pool suchen und eine oder sechs Bratwürste auf den Grill legen, zählen zu den Besuchern der Posada. Jetzt gehen wir stramm auf den Winter zu und nur selten klopfen Gäste an das Eingangstor. So bleibt mir Zeit, meiner Arbeit als Haushandwerker nachzugehen, denn es gibt jede Menge zu tun, um den Laden auf Vordermann zu bringen. Momentan konzentriere ich mich auf den Pool, bei dem sich ein paar Fliesen am Beckenboden gelöst haben und die gesamte Poolterrasse viel Liebe und Zuwendung benötigt.
Bis zum kommenden November werden noch einige Sonnenaufgänge das Land wecken und wenn die Temporada 2025/26 startet, hoffe ich, das Rezept für den perfekten Herbergstee aufgetrieben zu haben.

Donnerstag, 24. April 2025

überbuchen ist menschlich

Es regnet und ich sitze im Quincho auf "la familia". "La posada-la familia" ist eine kleine, .?..? keine Ahnung, wie nennt man das im Deutschen? Hier stehen 5 Ferienhäuser zur Vermietung und 9 separate Doppelzimmer mit Bad. Es gibt einen großen Pool, eine kleine Bar mit angeschlossener Kantine für den Hunger zwischendurch und jede Menge Platz für Rinder, Ziegen, Hühner, Bienen und Schweine. Es ist jetzt gut 18 Monate her, als eine liebe Freundin, Helmut*ti und mir die Verantwortung für dieses Objekt übertragen hat. Es gab einiges zu renovieren und fertigzustellen, aber in diesem Jahr konnten wir unsere zweite Feriensaison mit schwarzen Zahlen beenden. Während Helmut*ti die Organisation, heisst Buchungen, Personalführung und Finanzen unter sich hatte, war mir der Posten des Facilitymanagers auf dem Nicki geschrieben. (Da ich gerade ersteinmal nachschauen musste, wie dieses Wort geschrieben wird, bleibe ich dann doch lieber bei Hausmeister.) Im Januar übernahm ich dann auch die Aufgaben von Helmut*ti, da sie in diesem Geschäft nicht ihre persönlich Erfüllung fand. Sie stand mir weiterhin mit Rat und Tat beiseite und kümmerte sich um die Buchungsanfragen bei WA-Business. Puh, das war nur die Vorgeschichte der eigentlichen Story von heute.
Anfang März verabschiedete sich Helmut*ti, für vorerst längere Zeit, aus Paraguay und ich lud mir WA-Business auf das Handcomputertelefon. Eigentlich konnte nichts schief gehen, denn die Feriensaison in Paraguay war geschafft und nur das Osterwochenende mit vollem Haus musste ich noch überstehen. Und am Ostersonntag kam Pedro dann zu mir. "Kay, wir sehen uns dann zur Rallye." "Nein, du hast den Tag vor der Rallye gebucht." Das hin und her erspare ich mir an dieser Stelle. Die Fakten waren plötzlich, dass ich mich für das Wochenende nach dem Arbeiter-Kampf-und Feiertag der werktätigen Bevölkerung mit schlappen 7 Gästen überbucht habe. Schuldfrage? Kay und Technik. Ich hatte bei WA-Business die automatische Löschfunktion vom Chat nicht deaktiviert und so konnte ich keine Buchungen mehr vorweisen sondern hatte nur meinen handgeschriebenen Buchungskalender. An dieser Stelle habe ich vollstes Verständnis für jeden, der diesen Post nicht zu Ende liest. Doch wir haben es ja hier nicht mit einem Erstwähler zu tun, sondern mit Kay - dem Facilitymanagerkay. Wie sagt man in Paraguay so schön, "ein bisschen Farbe und alles ist chick", also haben wir gestern angefangen, das Haus, was Platz für sieben Personen bietet, aber noch ohne Farbe, Licht, Betten und Warmwasser daherkommt, homezustaging. (wer nicht weiß, was das ist, googelt) Mit dem Gast habe ich natürlich darüber gesprochen, dass er ein anderes Haus, viel besser und neuerer, bekommt als gebucht. Ich weiß, dass wenn eine Rallye in Acahay stattfindet, Schlafplätze oder Betten rar sind und so war es nicht verwunderlich, dass Hektor mit Begeisterung reagiert hat. Am Ende bleibt uns nur das Abwarten, was am 3. Mai hier los ist. Doch der Post von heute, hat mich persönlich wieder sehr viel weiter gebracht. Denn so weiß ich jetzt wenigstens, wie man Fazillittimänejer korrekt schreibt. Und richtig,.... darauf ein lecker Bierchen.