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Dienstag, 6. April 2010

Geldanlage in Paraguay

Festgeld anlegen und das für 21%. Geht nicht? Geht doch.
Beim heutigen Einkauf in Quiindy, entdeckten wir die hier ansässige Cooperativa "COOPERSANJUBA LTDA". Da sie die Nächste ihrer Art, in unmittelbarer Nähe unserer kleinen Farm, ist, waren wir neugierig und informierten uns über ihr Angebot und ihre Konditionen.
Wir wurden sehr freundlich bedient und gingen mit einem Antragsformular für Mitgliedschaft und einem Bericht, über die kompletten Bilanzen der letzten drei Jahre wieder nach Hause.
Beim durchstöbern, fand ich auch den aktuellen Zinssatz für Festgeldkonten.Ab 100.000.000 Gs, angelegt für 6 Jahre, zahlt die Cooperativa 21% Zinsen, die man sich entweder monatlich auszahlen lassen kann, oder weiter verzinsen lassen kann.
Wie lange es diese Cooperativa geben wird, oder ob irgendwann der Guaranie den Dollar ablöst, weiss niemand, aber eine Erfahrung habe ich in meinem Leben gemacht:"Vertrauen wagen, heisst überleben können."

Samstag, 23. Mai 2009

Zinsen in Paraguay

Wer sich in Paraguay Geld leihen will, zahlt hohe Zinsen. Je nach Laufzeit und Höhe des Kredites ist da schon mal mit 30%-55% Zinsen zu kalkulieren. Im Gegenzug werden auch auf Anlagen hörere Zinsen gezahlt, als in Deutschland. So geben die größeren Banken bei Festgeldanlagen in Guaranie zur Zeit zwischen 4% und 12%Zinsen.
Noch mehr für's Geld, gibt es bei den Cooperativen im Land. Diese zahlen zwischen 6% und 21% auf Festgeldanlagen.
Folgend ein Beispiel, der aktuellen Zinsen von der Cooperativa Multiactva Capiata Ltda.
Wie sicher solche Geldanlagen sind kann ich nicht beurteilen, denn wie wir alle gelernt haben, ist das Geld nirgendwo auf der Welt mehr sicher. Viele der Cooperativen gibt es schon über 40 Jahre, was aber lange keine Garantie für Sicherheit ist.
Das verlässlichste Prinzip ist immer und danach leben auch die Paraguayer, man gibt das Geld aus, wenn man es hat. Und notfalls borgt man sich am Monatsende was, um nicht auf das lecker Bierchen zu verzichten.

Freitag, 20. März 2009

Einladung der Cooperativa

Es wurde spät gestern Abend. Unsere Cooperativa hatte zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen. Eine Cooperativa ist eine Genossenschaft, die ähnlich wie Banken, das Geld ihrer Genossenschaftsmitglieder arbeiten lässt. Sie geben Kredite aus und zahlen gute Zinsen auf Festgeldkonten.
Wir haben auch ein Konto dort, das zum Einreichen der paraguayischen Aufenthaltsgenehmigung notwendig ist.
Grund der Versammlung waren Gerüchte im Dorf, dass die Cooperativa pleite sei. Viele Genossenschaftsmitglieder plünderten, aus Angst ihr Geld zu verlieren, ihre gesamten Konten und sorgten so für eine Liquiditätsschwäche der Cooperativa, was die Gerüchteküche nochmals aufkochen ließ.
Es wurden die ganzen Bilanzen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen offengelegt, die das Gegegnteil belegen. Der Präsident bat darum, die Ruhe zu bewahren und keine Panik entstehen zu lassen.
Wir haben keine grossen Summen zu verlieren und können daher weiterhin gut schlafen, aber viele paraguayische Familien haben ihre Existenzen in der Cooperativa und ich hoffe nicht, dass durch Schwätzer und Panikmacher, dieses, fast vierzigjährige Unternehmen, seine Türen schliessen muss.
Unser Vertrauen hat der Präsident und ich denke der grösste Teil der Gesellschafter ist beruhigt nach Hause gegangen.

Donnerstag, 15. Januar 2009

alltägliche Notwendigkeiten

Nachdem der Wecker pünktlich um 6.00 Uhr klingelte, war es noch furchtbar dunkel draußen, denn der Himmel war voller wassergeladener Wolken und es versprach ein regnerischer Tag zu werden. Das haben wohl auch unsere Maurer erkannt und blieben zu Hause, was bei Regen in Paraguay durchaus üblich ist. Wir nahmen den Regentag zum Anlass und fuhren in die Stadt Luque und wollten das längst fällige Bankkonto eröffnen. Nun wussten wir nicht, was die Bank genau von uns verlangt, um uns als Kunden zu akzeptieren. Wir fuhren also mit ein paar Unterlagen im Gepäck in Richtung Stadt. Unterwegs hielten wir noch bei unserer Krankenversicherung an und bezahlten unseren fälligen Monatsbeitrag für Januar (50000,-Gs,ca.8,50 Euro, für eine, bis zu 5-köpfige, Familie, enthalten sind fast alle Zahnbehandlungen, alle Notfallbehandlungen jeglicher Art,sowie normale Hausarztbesuche). Danach ging es direkt zur Bank. Entgegen allen Verlautbarungen, erklärte man uns, dass zur Eröffnung eines Kontos, lediglich eine Kopie vom Pass, ein Referenzkonto einer Bank sowie irgendein Eigentumsnachweis in Paraguay (Grundstück/ Haus, Auto oder Firmenanteil)notwendig ist, um in den Besitz eines Bankkontos zu kommen. Gesagt, getan und gemacht, alles kein Problem. Haben also nun ein Konto.
Da der Tag noch jung war fuhren wir noch zur Gemeinde um unsere fälligen Grundstückssteuern zu begleichen. Es wurden uns 70000,- Gs abgenommen für knappe 800qm Land, und das für ein Jahr.
Um die Mittagszeit schaute dann auch noch die Sonne, inklusive unserer Maurer vorbei und die Fundamentarbeiten fanden auch noch ihren Abschluss. Am Abend ging es noch zu einem zünftigen Skat in´s Pueblo de Sol wo wir den Regentag bei einem frischen Bier ausklingen ließen.