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Dienstag, 5. Mai 2020

vorerst letzer Flieger nach Europa

Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, den paraguayischen Winter in Paraguay zu verbringen, obwohl wir einen Flug nach Deutschland für den 22.April 2020 gebucht hatten. Die Grenzen sind dicht und Corona machts möglich.
Ein guter Bekannter gab uns den Tipp, dass es am 29.April noch einen letzten Rettungsflieger nach Europa geben wird, der französische Staatsbürger in die Heimat transportiert. Wir fragten bei der deutschen Botschaft nach, ob wir uns mit auf die Flugliste setzen können. Schnell bekamen wir die Antwort, dass der Flieger ausgebucht wäre und es auch schon eine lange Warteliste dafür gäbe. Wenig Hoffnung also für uns, einen Sitzplatz im vorerst letzten geplanten Flugzeug Richtung Europa zu ergattern.
Am Dienstag Mittag, dann eine unerwartete E-Mail im Postfach. Die Botschaft meldete sich. "Kommt morgen Nachmittag an den Flughafen. Wir haben euch auf die Warteliste gesetzt. Vielleicht kommen einige Passagiere nicht und dann habt ihr eventuell eine Chance mitzufliegen."
Schnell war alles organisiert und die Koffer gepackt. 24 Stunden nach der Botschaftsmail wurden wir von einem Freund zum Flughafen gefahren, welchen wir mit optimistischer Zuversicht nicht warten ließen und nach Hause schickten.
Es war spannend am Flughafen, denn bis eine Stunde vor Abflug standen wir mit 10 weiteren, hoffenden, potenziellen Fluggästen vor den Toren des Flughafens.
Am Ende gab es, vom netten Botschaftspersonal, grünes Licht für jeden Fluggast seine Koffer einzuchecken, uns eingeschlossen.
Gut eine Stunde später waren wir in der Luft und landeten 11 Stunden nach dem Abheben in Paris. Hier wurden die deutschen Reisenden schon erwartet und direkt zum Lufthansaflieger nach Frankfurt begleitet.
Insgesamt waren wir knapp 40 Stunden unterwegs, bevor wir an unserem Zielort in Mecklenburg Vorpommern ankamen.
Auch wenn die Koffer es wieder einmal nicht geschafft haben, (stehen immer noch in Paris) uns bis an den Zielort zu folgen, sind wir doch froh, diese Reise hinter uns zu haben.
Wir wussten nicht, was uns in Deutschland in Sachen Corona erwartet, doch nach vier Tagen im Land der Dichter und Denker, und einem ersten Eindruck der hiesigen "Coronaschutzmaßnahmen", sind wir froh, in Deutschland zu sein.
Die Länder beschließen selbstständig immer mehr Lockerungen der Maßnahmen. So werden ab Samstag in Mecklenburg Vorpommern die Gaststätten wieder ihre Türen öffnen und die Hotels und Gästehäuser zu Pfingsten wieder Urlauber aus ganz Deutschland begrüßen.
Für mich hat es den Anschein, dass die Ministerpräsidenten der Länder endlich wach geworden sind und Frau Merkel die kalte Schulter zeigen.
Gut so, weiter so und heute Abend trinke ich ein lecker Bierchen auf die Freiheit und das Wohl aller lebendigen Menschen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Darf ich Ihnen den Koffer tragen?

Wer in Paraguay auf dem Flughafen Silvio Pettirossi in Luque landet, wird am Kofferband schnell Bekanntschaft mit den dortigen Kofferträgern machen. Sie sind freundlich und nicht so schnell abzuschütteln. Wenn man ihre Dienste jedoch nicht in Anspruch nehmen möchte, sollte man schon mit einem bestimmende und klarem "Nein" antworten. Lässt man sich aber auf ihr Angebot ein, handelt man den Preis besser vorher aus. Dabei ist es natürlich jedem überlassen, wie viel ihm das Schieben des Kofferwagens bis zum Auto wert ist.
Auch Helmut, die mit unserem Besuch Jil gestern pünktlich in Paraguay landete, ließ sich von einem netten Kofferträger bezirzen und übertrug ihm die Koffergewalt für ausgehandelte 30.000 Gs. Dabei spielte sicherlich auch das Versprechen des Kofferträgers eine Rolle, ihre Koffer problemlos durch den Zoll zu schieben. Schließlich waren dort ein paar Leckereien mit drin, die man in Paraguay nicht bekommt und bei denen der Zoll eventuell etwas zu beanstanden hätte.
Wenn wir jetzt mal genauer überlegen, ist ein Kofferträger (ohne diesem dabei zu nahe treten zu wollen) in der Flughafenhierarchie doch eher in den unteren Regionen anzusiedeln. Also welches Ass sollte dieser nun im Ärmel haben, dass einen Zöllner beeindrucken könnte. Richtig, er blufft nur, denn letztendlich wurde doch ein Koffer von Helmut ausgesondert und sie musste diesen öffnen. Und wie schon bei meiner Ankunft vor einer Woche waren es die Eier, die dem Zöllner ein Dorn im Auge waren und wieder durften diese die Grenze nicht passieren und landeten in der Mülltonne.
Als letzter Passagier verließ Helmut dann die Ankunftshalle und der Kofferträger schob ihr den Wagen.
Der Kofferträger erklärte ihr nun, dass der Preis für seine Dienste jetzt auf 40 Euro gestiegen sei. Schließlich hat er ja den zweiten Koffer vor dem Blick des Zöllners bewahrt und sicher ins Land geholt.
Als ich mit dem Auto vorfuhr erzählte Helmut mir von dieser Dreistigkeit.
"Kay... mach was!"
Ich nahm den guten Mann beiseite, steckte ihm die vereinbarten 30.000Gs zu und empfahl ihm eindringlich, diese doch gütigerweise anzunehmen, was er dann letztendlich auch tat und brubbelnd davon zog.
Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse auf der Reise von Deutschland nach Paraguay und während Helmut ihren Eiern nachtrauert, freut sich Jil jetzt auf 10 Tage Ferien auf der Farm.