Donnerstag, 13. Oktober 2011

3 Jahre Betriebsangehörigkeit

Drei Jahre ist unser Capataz Elso heute bei uns beschäftigt. Als wir unsere kleine Farm kauften, war er schon ein Jahr bei den Vorbesitzern angestellt und wir übernahmen ihn für ein halbes Jahr auf Probe. Für uns ein Glücksgriff, denn wir sind voll zufrieden mit ihm und seiner Arbeit und konnten uns immer auf ihn verlassen. Wenn wir nicht da sind, kümmert er sich um die Tiere und passt Nachts auf, dass keiner aus Versehen eine Kuh mitnimmt, oder Werkzeug unrechtmäßig seinen Besitzer wechselt. 400.000Gs beträgt sein Monatslohn und fallen zusätzliche Arbeiten an, wird er tageweise entlohnt. Wenn wir Hilfe brauchen ist er sofort zur Stelle, sei es beim Zaunbau, als Handlanger auf der Baustelle oder wie hier, beim Pflanzen und erweitern der Zuckerrohrpflanzungen.
Er sagt, er arbeitet gerne für uns und auch wir arbeiten gerne mit ihm und wenn das so bleibt, werden bestimmt noch viele Jahre folgen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Rindfleisch für ein Jahr

Vor 30 Monaten kauften wir unseren ersten Stier für 1.500.000Gs. Er sollte für Nachwuchs sorgen und hat seine Arbeit bestens gemacht, denn all unsere Kühe sind trächtig und wir erwarten demnächst drei Kälber. Doch unsere Weidezäune hielten ihn nicht ab, öfter mal in der Nachbarschaft nach anderen Kuhdamen ausschau zu halten, was nicht ungefährlich für unsere Nachbarn war. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, aber gestern verabschiedeten wir uns von unserem Ernesto. Um 9.00Uhr erschien der Fleischer mit seinem Handwerkszeug und Ernesto machte seinen letzten Atemzug. Das Rind war schnell in vier Teile zerlegt und unser altes Badezimmer bekam noch einmal eine neue Funktion. Ein kleines Kühlaggregat sorgt für die richtige Temperatur und die Rinderviertel bleiben nun 10 bis 14 Tage hängen, bevor sie weiter verarbeitet werden.
Nun hat ein Rind nicht nur Filet und Roullade, was wir von Deutschland her kannten, sondern Därme, Magen und Hoden sind ebenso essbar wie Herz, Nieren und Leber und diese Innereien beschäftigten uns, gestern und heute.
Was war da doch gleich mit den Hoden? Essen? Vor 21 Jahren wurde Deutschland offiziell wieder vereinigt und hätte mir da jemand gesagt, ich werde bald Stiereier in Paraguay essen, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Doch ich lass mich gerne eines besseren belehren und so war es heute Mittag soweit. Die Paraguayer sagen, die Dinger verhelfen einem zu enormer Potenz und Helmut gab sich die grösste Mühe, die Stierhoden schmackhaft zu zubereiten.
Ich habe nicht alles gegessen, aber ich muss sagen, dass sie nicht schlecht schmecken und wenn ich nicht gewusst hätte, was das ist, wäre die Pfanne vielleicht auch leer gewesen. Gestern Abend gab es den Kopf gegrillt, was wir bis dahin auch nicht kannten und auch das war ein lecker Essen, zu dem wir unseren Capataz mit Familie eingeladen hatten.
Heute Mittag gab es dann eine frische Ochsenschwanzsuppe, wobei Stierschwanzsuppe passender gewesen wäre, was sich aber irgendwie versaut anhört.
Ein Rind wie unser Stier, mit ca.450kg Lebendgewicht liefert uns knapp 250kg Fleisch, was bei unserem Fleischverbrauch ungefähr ein Jahr reichen sollte und einem Geldwert von ca. 5.000.000Gs entspricht. Allein die Leber wiegt 4kg und der Nacken brachte 20kg Fleisch auf die Waage. Hungern müssen wir die nächsten Wochen also nicht und für ein lecker Bierchen habe ich noch ein paar Taler im Sparstrumpf.

Samstag, 8. Oktober 2011

schnelle Woche

Eine Woche lang gab es nichts Neues hier im Blog. Der Grund ist ganz einfach. Am letzten Sonntag klaute man uns eine Stunde (Zeitdifferenz zu Deutschland nun 5 Stunden) und diese eine Stunde galt es in der vergangenen Woche aufzuholen und so war keine Zeit für das Blog. Die Arbeiten am Quincho und der Außenküche sind fast abgeschlossen und es kann schon gekocht werden.
Auch im neuen Bad wurde wieder mal was getan und die Funktionalität ist hergestellt. Ein paar Feinarbeiten fehlen noch, aber das alte Bad kann nun der Vergrößerung der neuen Küche weichen. Zwischen den Umbauarbeiten gab es auch noch einen kleinen Ausflug nach Brasilien, wo wir unsere Fenster für den, in der nächsten Woche beginnenden Hausanbau kauften. Dabei ist das passieren der Grenzbrücke von Ciudad del Este nach Foz de Yguazu immer wieder ein Erlebnis.
Es war nicht viel dran an der Woche und heute ist schon wieder Samstag. Aber auch heute war kein Ausruhen, denn wir hatten für heute das schlachten unseres Stieres anberaumt.
Darüber werde ich dann morgen ausführlich berichten, denn nun gibt es gleich Kuhkopf vom Grill. Natürlich mit lecker Bierchen.

Samstag, 1. Oktober 2011

die Frau im Haus ersetzt den Mechaniker

Auf unserer gestrigen Fahrt nach Hause, machte unser Auto nicht mehr den fittesten Eindruck. Der Motor lief rund, aber bei 2000 Umdrehungen war Schluss mit Gas geben. Heute morgen konsultierten wir dann unseren Lieblingsautoschlosser in Deutschland, (schöne Grüsse an Keek, Hirschi und Mahlke) und versuchten eine Ferndiagnose zu machen. Es regnete den ganzen Vormittag und eben war ich kurz am Vehiculo um die Diagnostiktips zu checken. Wat soll ick sagen, ich befolgte erst einmal den Tipp meiner lieben Frau Helmut, den Luftfilter zu kontrollieren und tatsächlich befand sich dort ein Laubblatt im Lufteinsaugstutzen. Dieses entfernt, lief der Motor wieder auf 5000 Umdrehungen und nachdem ich auch noch den Luftfilter sauber machte, war alles wieder im lindgrünen Bereich und der Auspuff hustete einiges an überschüssigem Ruß raus.
Manchmal haben eben auch Frauen recht und die Männer ziehen den Kürzeren.

"Landeier" auf Reisen

Asuncion ist immer eine Reise wert. Naja, Ansichtssache, aber gestern war es mal wieder Zeit in die Hauptstadt Paraguay`s zu fahren und ein paar Erledigungen zu machen. Zeitig, bei den ersten Sonnenstrahlen starteten wir von der Farm aus, in Richtung Asuncion. 2 Stunden Autofahrt liegen zwischen unserer kleinen Farm und der großen Stadt. Verstopfte Strassen, Autoabgase und Temperaturen in der Mittagssonne um 40°C machen Asuncion für uns nicht unbedingt sympathisch und wir werden wohl nie verstehen, wie es viele Leute in die südamerikanische Metropole zieht.
Am späten Nachmittag hatten wir unsere Vorhaben und Einkäufe erledigt und konnten wieder den Heimweg antreten. Auf diesem Weg war, unter vielen anderen, auch ein Autofahrer, der zur gleichen Zeit am gleichen Ort, wie wir sein wollte und uns unsere hintere Stoßstange zerknautschte.
Welch ein Glück, der Autofahrer hatte eine Haftpflichtversicherung und so konnten wir nach Austausch der Daten unseren Weg fortsetzen. Bei Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder zu Hause und ich war froh, mein Stadtfeinoutfit wieder gegen Latschen und Shorts zu tauschen. Heute starten wir in den Oktober, der zu meinen Lieblingsmonaten gehört. Er ist nicht zu heiß, nicht zu kalt und nicht zu trocken. So regnet es gerade bei Temperaturen um 22°C, wobei für morgen wieder Sonne und 28°C angesagt sind.