Montag, 13. Februar 2012

"Kochen gefährdet ihre Gesundheit"

In den ländlichen Gegenden Paraguay`s ist sie noch weit verbreitet, die "schwarze Küche". Während sich bei uns das Leben, viel in der Küche abspielt und ich Helmut beim Kochen Gesellschaft leiste, würde ich diese Küche nicht für längere Zeit, ohne Gasmaske betreten. Ein gemauerter Herd, der mit Holz befeuert wird, bildet die Kochinsel für die Köchin.
So weit so gut, doch es gibt hier keinen Schornstein und der Qualm hüllt die Küche in beißende Rauchwolken. Ein kleines Fenster oberhalb des Herdes, dient als "Dunstabzugshaube" und sichert der Köchin das Überleben.
Ein Vorteil dieser Art von Küche liegt auf der Hand. Man hängt zum Beispiel rohen Fisch einfach für 14 Tage in die Küche und kann danach feine Räucherware ernten.

Sonntag, 12. Februar 2012

Stress? Hektik?

Boah, eine faule Woche geht heute mit einem noch fauleren Sonntag zu Ende. Es ist Sommer und so richtige Lust zum Schaffen, will bei Temperaturen um 35°C, nicht aufkommen. Natürlich werden lebenswichtige Dinge wie Tiere füttern oder Blumen gießen erledigt, aber das war es dann auch schon und man lebt in den Tag. Dabei ist der Sonnenaufgang immer das erste Highlight und diesen verpassen wir so gut wie nie.
Durch das Streben nach mehr und mehr haben wir das Leben verlernt, doch ich merke, so langsam kehrt Ruhe in unsere Köpfe und wir sehen wieder die wichtigen Dinge des Lebens. Während ein 15 Stundenarbeitstag in Deutschland für uns keine Seltenheit war, gehen wir hier den Tag ohne Stress und schnellen Frühstückskaffe an. Das Handy liegt irgendwo herum und bestimmt nicht mehr unser Leben. Unsere kleine Farm, gibt uns eine Sicherheit, welche uns keine Versicherung bieten kann. Kein Bankkonto der Welt, kann uns diese Zufriedenheit auszahlen, die wir durch das Leben auf unserer kleinen Farm, heute haben. Der nächtliche Sternenhimmel oder einfach nur ein Regenbogen sind Naturschauspiele, die es auch in Deutschland gibt, doch dort habe ich diese nie so gesehen.
Früher wollte ich immer 100Jahre alt werden, heute lege ich da noch 15 Jahre darauf.

Dienstag, 7. Februar 2012

endlich mit den Pferden flüstern

Als Kind war mein größter Wunsch ein eigenes Pferd. Meine Mutter sagte damals immer: "Kay, wenn du groß bist und dein eigenes Geld verdienst, kannst du dir eins kaufen." Irgendwann war ich groß´und verdiente mein eigenes Geld, aber nun war keine Zeit mehr für ein Pferd. Und so musste die Erfüllung dieses Traumes wiederum warten. Mit dem Umzug nach Paraguay, änderte sich die Situation und der Traum vom eigenen Pferd rückte wieder in greifbare Nähe. Dieses mal war es Helmut, die auf die Bremse trat und sagte: "Kay wenn du unsere Baustelle fertig hast, können wir über ein Pferd nachdenken." Unsere Baustelle ist noch nicht ganz fertig, aber irgendwie hatte Helmut wohl einen Moment der Unkonzentriertheit und befürwortete den Kauf eines Pferdes. Und da ist es nun.
Ein vierjähriger Wallach, den ich für 2.000.000Gs, nicht weit von unserer kleinen Farm erhandelte und der nun unseren Rasen kurz hält. Einem geschenktem Gaul, schaut man nicht ins Maul. Da dieser aber nicht geschenkt war, zeigte er uns freiwillig sein Gebiss, an dem man das ungefähre Alter eines Pferdes erkennen kann-jedenfalls unser Capataz.
Ich freu mich riesig und einen Namen hat der Junge auch schon. Wenn unser Esel Else heißt, dann heißt unser Pferd natürlich auch Pfred.

Samstag, 4. Februar 2012

Bautagebuch

Anfang Oktober rückten die Maurer bei uns auf der kleinen Farm an und packten ihr Handwerkszeug aus. Inzwischen sind vier Monate vergangen und nachdem unser Maurertrupp seine Arbeiten Anfang Dezember beendete, machten wir uns am Innenausbau zu schaffen. Und so sieht es momentan auf unserer Baustelle aus.
"Poco pintura y listo", würde der Paraguayer sagen, doch neben einigen Malerarbeiten fehlen noch einige Tischlerarbeiten und die neuen Küchenmöbel. Auch die beiden Balkonpfeiler müssen noch verkleidet werden. Der Pool ist seit einem Monat freigegeben und es darf gebadet werden.
Hier fehlen noch die Sonnenterrasse und ein paar Abschlussarbeiten am Wasserfall, der gleichzeitig als Skimmer Verwendung findet.
Unser neues Schlafzimmer, im oberen Geschoss haben wir bereits bezogen und genießen den neuen Ausblick und lassen uns durch die Sonne wecken.
Noch gibt es einiges zu tun und fertig wird man mit einem Haus sowieso nie, doch wenn ich die Fotos von vor drei Monaten sehe, sind wir doch schon ein Stück voran gekommen.

Donnerstag, 2. Februar 2012

check den Check

Wenn das liebe Finanzamt Geld zu bekommen hat, sind die Taschen schneller leer als man reinfassen kann. Bekommt man aber etwas aus den Staatskassen zurück, scheinen die Wege in den Ämtern holprig und endlos zu sein. Vor 10 Monaten hinterlegten wir eine Sicherheitsgebühr, für eventuell anfallende Steuern auf zwei Spendencontainern. Rucki, zucki wurden die Papiere bearbeitet und nach nicht einmal einem Jahr bekamen wir nun die Sicherheitshinterlegung in Form eines Check`s wieder ausbezahlt. Doch auch dieser Check sollte uns einige Kopfschmerzen bereiten. Ausgestellt war er auf die Hilfsorganisation, welche uns diesen als Drittcheck durchreichten. Nachdem wir diesen bei unserer Bank einzahlten, kam er prompt nach fünf Tagen wieder zurück. Eine fehlende Unterschrift war der Grund und nachdem die Unterschrift getätigt war, wurde er abermals eingereicht. Nach vier Tagen wieder ein Anruf der Bank. Der Stempel der Organisation enthält Abkürzungen, die nicht mit den Empfängerdaten auf der Vorderseite übereinstimmten. So fuhren wir wieder mit dem Check in der Tasche nach Asuncion, um einen neuen Stempel der Hilfsorganisation zu bekommen. Dieses mal waren keine Abkürzungen auf dem Stempel und wir waren guter Dinge den Check einlösen zu können. Um die Postwege der Banken einzusparen, gingen wir gleich zur austellenden Bank. Doch wieder gab es ein kleines Problem. Die Einzahlungsstempel unserer Bank, mussten anuliert werden und so verließen wir wieder mit leeren Taschen das Bankgebäude. In Paraguay schließen die Banken um 13.30Uhr und so schafften wir nur noch die Anulation der Stempel und mussten den nächsten Tag abwarten. Mehr Stempel und Unterschriften hätten nun keinen Platz mehr auf dem kleinen Stück Papier gehabt und wir hofften diese Geschichte endlich abschließen zu können.
Und tatsächlich, nach nur 300 Tagen ,einem weiteren Anruf bei unserer Bank, denn es war nur ein Stemel anuliert worden und nicht beide, vermessenen Schmiergeldforderungen, unzähligen Behördengängen und Resignation und Frustration aller Beteiligten, haben wir unser Geld wieder in der Tasche und können nun endlich auch für uns, das Hilfsprojekt von Wolf, abschließen.