Donnerstag, 1. März 2012

Colectivo mit doppeltem Bremskraftverstärker

Wenn die Bremse normal betätigt wurde, gab es keine Probleme, doch bei Vollbremsung, ließ die Bremskraft plötzlich nach. Nach Ferndiagnose unseres KFZ-Mechanikers Dirk, kristallisierte sich ein Defekt am Bremskraftverstärker heraus. Schnell hatte ich das Teil ausgebaut und tatsächlich, befand sich ein kleiner Riß im Membram, welches die beiden Druckkammern voneinander trennt. In Quiindy suchte ich vergeblich nach einem passenden Ersatzteil und der Weg in die Hauptstadt, sollte mir nicht erspart bleiben. Da unser Auto ohne Bremse schlecht durch Paraguay`s Strassen zu lenken ist, begab ich mich mit dem Colectivo auf den Weg nach Asuncion. Mit dem ausgebauten Bremskraftverstärker startete ich mit dem Bus um 8.00Uhr von Quiindy. 15.000Gs kostete mich eine Fahrkarte bis nach Asuncion, was für 120km eine günstige Alternative zum Auto fahren ist. Die Busse sind zwar nicht ein Inbegriff für Komfort, doch um diese Zeit waren sie nicht so voll und ich konnte mir einen bequemen Sitz aussuchen.
Zwei größere Ersatzteilhändler mussten bei dem Teil passen und ich versuchte es direkt bei unserem Autohändler. Hier konnte mir dann auch geholfen werden. Mit 800.000Gs weniger, aber dafür mit einem neuen Bremskraftverstärker im Einkaufsbeutel, trat ich den Heimweg an. Insgesamt sieben mal wechselte ich auf meiner Shopping-Tour den Bus und ich muss sagen, das Nahverkehrssystem ist gut entwickelt und die Colectivos erreichen jeden Winkel der Stadt. Voraussetzung für ein erfolgreiches Buspendeln ist jedoch ein halbwegs intakter Orientierungssinn und auch ein paar Ortskenntnisse sind nicht zum Schaden des Passagiers. Nach insgesamt 13 Stunden busseln, war ich wieder zu Hause und während ich nach so einer Tour mit dem Auto müde ins Bett falle, war ich dieses mal ausgeruht und entspannt. Am nächsten Morgen streifte ich mir meine Mechanikerkittel über und baute das neue Teil wieder ein.
Nach einer ausgiebigen Probefahrt konnte ich die Fertigstellung der Reparatur melden und konnte dem Auto seine neue TÜV-Plakette auf`s Nummernschild bappen.

Freitag, 24. Februar 2012

Überraschung am frühen Morgen

Gegen drei Uhr heute Morgen, wurden wir durch unsere Eselin geweckt. Else war unruhig und iiiaaate ungewöhnlich viel und laut in den jungen Morgen. Was war los in den Stallungen? Nach einem kurzen Check im Nachtquartier unserer Tiere war klar was die Unruhe hervorrief. Eine unserer Kühe war in den Wehen und stand kurz vorm Kalben. Um 5.00Uhr war es dann soweit und das neue Herdenmitglied stand das erste mal alleine auf vier Beinchen.
Die Kalbung verlief problemlos und Mutter und Kalb waren wohl auf. Schwierigeiten gab es dann bei der Suche nach dem Milchhahn. Irgendwie war das Euter zu gross für den kleinen Kälbermund.
Natürlich griffen wir dem Kälbchen helfend unter die Hufen. Die Mutterkuh wurde angebunden und unser Capataz melkte etwas Milch ab und zeigte dem Kälbchen wo es die frische Milch gibt.
Drei Stunden war es jetzt alt und bekam nun seine erste warme Mahlzeit.
Es ist unser viertes Kälbchen aus eigener Zucht und ganz nach meinen Wünschen wieder eine Kuh. Nun zählt unsere kleine Herde bereits 8 Kühe, womit wir uns, meinem angestrebten Bestand von 12 Mutterkühen langsam nähern.

Dienstag, 21. Februar 2012

Schweinskram auf der Farm

Vor vier Monaten kam unsere Sau Rosa zu uns auf die Farm. Eigentlich sollte sie vor zwei Wochen ferkeln, doch der erhoffte Nachwuchs blieb aus. Jetzt war sie wieder läufig und Nachbars Eber bekam eine zweite Chance für ein kleines Techtelmechtel mit Rosa. Der Schweinemacho hielt sich auch nicht lange mit Quatschen und Vorspiel auf und kam gleich zur Sache.
Nun heißt es abwarten und nach 115 Tagen werden wir sehen ob der Eber gute Arbeit geleistet hat. Wenn ja, bekommen unsere Nachbarn ein Ferkel als Deckprämie und mit viel Glück, werde ich auf meinem Geburtstag Schweinepapi.

Montag, 20. Februar 2012

Karneval in Villarrica 2012

Nach drei Jahren, haben wir es endlich einmal geschafft und besuchten den Karnevalsumzug in Villarrica. Um 22.00Uhr sollte der Umzug starten und wir trafen uns mit einigen närrischen, deutschen Gleichgesinnten bei Marita und Martin, wo wir uns vorher noch stärkten und schon ein paar lecker Bierchen kosteten.
In guter Karnevalsstimmung stürzten wir uns dann in das närrische Treiben und für 50.000Gs lösten wir unsere Eintrittskarte für einen Tribünenplatz.
Die Ränge füllten sich langsam und in unserer deutschen Ecke waren alle bestens gelaunt.
Gut vorgesorgt hatten alle die, welche eine Brille dabei hatten oder diese im Vorfeld käuflich erwarben. Denn neben viel lecker Bierchen und viel heißen Trommelrhythmen, gab es vor allem eins in Mengen - Schaum aus der Sprühflasche.
Dann zog der Umzug an uns vorbei und hatte geschätzte 500m vor sich.
Viel Farben und natürlich viel nackte Haut ließen den Fotoapparat glühen und ich erspare mir hier die Fotos von den vielen hübschen Tänzerinnen. Doch ein Video in HD-Qualität möchte ich der Männerwelt nicht vorenthalten. Denn auch der Bierriese Brahma war vertreten und schickte ein paar kühle Blonde, oder besser ein paar heiße Mädels, auf die Piste.Dass die Kameraführung nicht die ruhigste ist, möge man mir verzeihen, doch bei diesem Anblick wurde ich schon ein wenig nervös. Gegen 2.00Uhr ging es dann langsam dem Ende zu und der Fotoapparat kam wieder zur Ruhe.
Es war eine tolle Veranstaltung, die mit dem Karneval, den wir aus Deutschland kannten nichts gemeinsam hat. Doch viel nackte Haut, viele tolle Kostüme, viel Schaum und viel lecker Bierchen sind eine Kombination, die uns im nächsten Jahr gewiss wieder einen Platz auf der Tribüne einnehmen lässt.

Dienstag, 14. Februar 2012

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen - aber vom Pferd

Meine Reitkünste beeindrucken bestimmt noch keine hüpsche Squaw, aber ich bin schon froh, dass ich nicht vom Pferd falle. Bis gestern Abend jedenfalls. Es war das erste mal, dass ich das Satteln von Pfred selbst in die Hand nahm und nachdem Elso die Gurte überprüft hatte, schwang ich mich auf mein Pferd. Es sollte nur ein kleiner Ausritt über unsere Farm werden, der ein kurzes Ende nahm. Bei der ersten Bergwertung rutschte wohl der Sattel nach hinten und die Gurte auf eine sehr empfindliche Stelle am Ende des Pferdebauches. Das schien Pfred überhaupt nicht zu gefallen und er setzte zum Rodeo mit mir an. Eigentlich hielt ich mich ganz tapfer bis der Riemen eines Steigeisens riss und ich so den Halt verlor. Ich muss mich entschuldigen, dass ich davon kein Foto machen konnte aber ich hatte nur ein paar zehntel Sekunden Zeit, um mich auf die Landung vorzubereiten. Weicher Sand dämpfte dann den Aufprall meiner 85kg und nachdem ich merkte, dass ich noch ganz war, sah ich wie Pfred weiterhin mit dem Sattel kämpfte, bis dieser dann im Gras liegen blieb. Was nun? Erst Sattel zusammensuchen, oder erst Pferd einfangen? In der Hoffnung, dass Pfred nicht gleich zum Stall läuft, suchte ich erst Sattel und Decken zusammen und machte mich flinken Fusses auf den Weg zum Stall. Ich legte heimlich die Montur ab und hoffte, dass Helmut mich nicht sieht. Jetzt holte ich Pfred, der sich ohne weiteres von mir an die Leine legen ließ. Bei der Ankunft am Stall entdeckte mich dann Helmut doch und wunderte sich dass ich ohne gesatteltes Pferd wiederkehrte. "Bist wohl vom Pferd gefallen, hihihi?" Eine Frage, die mein Ego nicht härter treffen können. Pferd heile, ich heile und das ohne den "Leckerbierchenschutzengel", das war das Wichtigste.