Auf Guarani heißt Bambus Tacuara. In Paraguay findet man die verschiedensten Sorten, von kleinem dünnen, über stacheligen und glattem, bis hin zu super dickem Bambus. In Deutschland verwendet man ihn oft als Dekorationsmaterial, doch auch als Baustoff gewinnt Tacuara an Bedeutung. Auch wir benutzen Bambus zum basteln und bauen und gestern war Paul mit unserem Capataz in der Nachbarschaft Bambus schlagen.
5 bis 9m lange Stangen lagen auf der Ladefläche und wurden zu uns auf die Farm transportiert.
Ganz umsonst ist der Bambus auch bei unserem Nachbarn nicht und er steckte 1.500Gs pro Stange in seinen Geldbeutel. Ein vergleichsweise günstiger Preis für ca.15cm dicken Bambus, für den man in Deutschland schon mal 50,-Euro für drei Meter bezahlt.
Übrigens, wusstet ihr, dass viele Bambusarten nur einmal blühen(manchmal erst nach 130Jahren) und sich dabei so verausgaben, dass sie dann absterben.
Dienstag, 5. Juni 2012
Montag, 4. Juni 2012
Winterzeit-schöne Zeit?
Noch fehlen ein paar Tage bis zum kalendarischen Winterbeginn, doch er zeigt sich schon jetzt. Nun kommen die Tage, die mich oft an die trüben Novembertage in Deutschland erinnern, an denen man im Wintergarten, bei einer heißen Tasse Glühwein aus dem Fenster schaut und sich nicht vor die Tür traut. Heute ist es grau und regnerisch und ein kräftiger Südwind bläst uns arktische 15°C um die Pudelmütze. Auch die Natur macht eine Pause und viele Bäume verlieren nun ihre Blätter.
Für die kommenden Tage prognostizieren die Wetterfrösche zwar Sonnenschein, doch die Temperaturen sollen am Tage nicht mehr die 20°C Marke überschreiten und Nacht`s geht es in einstellige Bereiche. Für den Donnerstag sind sogar nächtliche Temperaturen von 2°C angekündigt und das bedeutet, dass meine Geburtstagsparty nach drinnen verlegt wird. Doch so hart wie der Winter auch ist, er geht vorüber und der Schneeschieber wird in Paraguay, gewiss auch in diesem Winter, kein Verkaufsschlager.
Samstag, 2. Juni 2012
Bauverzug beim Schweinestall
Ein früherer Kollege von mir sagte immer: "Wer einmal plant, plant immer zweimal." Wir sind in froher Erwartung unserer ersten Ferkel und eigentlich sollten in dieser Woche die neuen Schweineställe fertig werden. Doch die Woche verlief nicht so ganz nach Plan. Begonnen hat sie am Sonntag mit unserem sonntäglichen Ausritt.Irgendwie endete dieser Ausritt in einer nicht geplanten Party, bei lecker Bierchen und ein paar Litern Wein, die erst nach Mitternacht zu Ende ging.So war der Montag gelaufen. Ein deftiger Kater, ließ so keine richtige Arbeitslaune aufkommen und das Sofa ließ uns nicht absteigen. Aber am Dienstag ging es dann so richtig los und ich machte mich an den neuen Schweineställen zu schaffen. Am Mittwoch Morgen machte uns Petrus dann einen Strich durch unseren Arbeitseifer und nachdem die Sonne aufgegangen war, schoben sich schwere Gewitterwolken über das Land und setzten unsere kleine Farm in ein phantastisches Licht.Der Donnerstag und Freitag verliefen dann wieder nach Plan und gestern Abend verlegte ich die letzten Platten im Schweinestall.Diese müssen nun noch verfugt werden und die Pfeiler müssen noch verputzt werden. Das Dach fehlt auch noch, doch wenn sich unsere Sau Rosa noch bis Montag mit dem Wurf der Ferkel geduldet, kann sie den neuen Kreissaal einweihen und ihre neue Behausung beziehen. So und ich geh dann mal wieder an die Arbeit..
Montag, 28. Mai 2012
Markttag in San Bernadino
Gestern hatten wir ein paar Dinge in Aregua zu erledigen und auf unserem Heimweg machten wir einen kleinen Umweg über San Bernadino. Dort findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt und diesen wollten wir uns anschauen. Er befindet sich nahe der Municipalidad, in einer großen Halle.Das vielleicht besondere an diesem Markt ist, dass nicht nur paraguayische Stände mit frischem Obst und Gemüse vertreten sind, sondern man hier auch deutsche Fleisch -und Wurstwaren, schweizer Nudeln oder deutsches Brot in die Einkaufstüten packen kann und einem Schwätzchen in deutscher Sprache nichts im Wege steht.Zum Mittag gab es dann Thüringer Rostbratwurst, bayrische Leberkässemmel und lecker Backfisch. Natürlich gibt es auch einen lecker Bierchenstand wo es neben lecker Bierchen auch deutsches Bier zu kaufen gibt. Gegen 14.00Uhr ist dann Feierabend in der Markthalle und wer seine Einkaufstüten und den Bauch nicht gefüllt hat, ist selber Schuld. Unsere Tüten waren gut schwer und zum Abschluss gewannen wir sogar noch einen Preis bei einer kleinen Verlosung.Jetzt hat mein Handtelefon auch seinen ganz persönlichen Sonnenstuhl. Apropo Sonnenstuhl, wo ist die Sonne heute eigentlich?
Freitag, 25. Mai 2012
die Selbstversorger-Frage
Immer wieder liest man im Internet von Selbstversorgerfarmen und oft werden wir gefragt, ob sich eine Farm oder die Landwirtschaft in Paraguay rechnet und Gewinne abwirft. Wir führen von Anfang an Buch über unserer Ausgaben und Einnahmen und auch wenn heute, nach 3 Jahren Farmbetrieb, noch rote Zahlen geschrieben werden, so ist doch eine Tendenz in Richtung positiver Bilanz zu erkennen. Lässt man die Anschaffungskosten für Grund und Boden, so wie den Anfangsbestand an Tieren unberücksichtigt, so schlagen nun monatliche Fixkosten für Löhne, Strom, Futtermittel etc., von ungefähr 1.200.00Gs zu Buche und bedeuten jährliche Ausgaben von runden 14.500.00Gs. Nachdem in den ersten beiden Jahren nur ein paar Eier, Hühnchen und Gemüse auf der Einnahmenseite verbucht werden konnten, sah das im dritten Jahr schon etwas besser aus. In diesem Jahr konnten wir mit einem geschlachteten Schwein, einem Stier, Geflügel, Gemüse, Milch und Eier schon knapp 7.000.000Gs auf dem Erlöskonto verzeichnen. Wenn man nun berücksichtig, dass die Landwirtschaft für uns eher ein Hobby ist, hat das schon etwas den Geldbeutel geschont. Jetzt, da wir mit dem Hausbau fast fertig sind, können wir das Ganze etwas ausbauen. Neue Schweineställe sind in Arbeit, denn unsere Sau ferkelt bald. Ausserdem zahlt sich meine Anstrengung mit dem Elefantengras aus, welches jetzt genügend Futter für weitere Tiere liefert. Wir rechnen mit drei weiteren Jahren, bevor wir endgültig schwarze Zahlen schreiben und uns unsere Farm ernähren könnte.
Also ja, man kann auch von einer kleinen Farm leben und man kann auch durch höhere Anfangsinvestitionen und mehr Arbeit schneller in den Bereich der Schwarzen Zahlen kommen, grosse Ganaderos machen es vor.
Doch eins ist hier in Paraguay wie überall auf der Welt, will oder muß man Geld verdienen, geht das nur mit Arbeit. Schön ist es, wenn die auch noch Spaß macht.
Also ja, man kann auch von einer kleinen Farm leben und man kann auch durch höhere Anfangsinvestitionen und mehr Arbeit schneller in den Bereich der Schwarzen Zahlen kommen, grosse Ganaderos machen es vor.
Doch eins ist hier in Paraguay wie überall auf der Welt, will oder muß man Geld verdienen, geht das nur mit Arbeit. Schön ist es, wenn die auch noch Spaß macht.
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