Freitag, 17. März 2017

Berlin - TOULOUSE - Madrid - Asucion

Es gibt die verschiedensten Wege, um von Berlin nach Paraguay zu kommen. Da es seit geraumer Zeit einen Direktflug von Madrid nach Asuncion gibt, bräuchte man nur von Berlin nach Madrid sausen, umsteigen und schon sitzt man im Flieger nach Paraguay.
Alles viel zu einfach.
Am Dienstag streikte das Bodenpersonal auf den Berliner Flughäfen noch. Ein kurzer Anruf von mir beim Verdi-Chef und für den Mittwoch wurde die Arbeit wieder aufgenommen. So konnten wir pünktlich unsere Heimreise antreten.
Da uns die Reise von 17 Stunden einfach viel zu kurz ist, legten wir auf dem Weg von Berlin nach Madrid, einen kurzen Stop in Toulouse ein. Kurze Info für alle die, übrigens wie ich vorgestern auch noch, nicht wissen mit Toulouse etwas anzufangen, hier das Wichtigste. Stadt in Frankreich, Airbuswerk zur Endmontage des Airbus A380 und Partnerstadt von Buxtehude. Muss reichen.
Um 12.55 Uhr landeten wir in Toulouse, ließen unsere Koffer für 10,- Euro pro Stück in der Gepäckaufbewahrung des Flughafens und lösten uns ein Ticket für die TRAM, welche direkt vor dem Flughafengebäude in Richtung Justizpalast fährt.
13.30 waren wir dann auch schon an der Endhaltestelle und begaben uns weiter, zu Fuß in das nahe gelegene Stadtzentrum.
Auf der Suche nach einem schnuckeligen Restaurant lernten wir die vielen, kleinen Gassen und Plätze kennen, doch keines der zahlreichen Cafes, Restaurantes oder Bars sagte uns zu. Wir wollten draußen in der Sonne sitzen und meistens waren die Sonnenplätze alle belegt. Also schlenderten wir gemütlich durch die knuffige Altstadt von Toulous.
Irgendwann trafen wir dann doch auf eine gemütliche Kneipe, in der wir einen französichen Wein probierten.
Inzwischen war es 16.00 Uhr und der Hunger war immer noch da, jedoch hatten die Küchenchefs überall Pause. So blieb uns nichts anderes übrig, als einen Supermarkt aufzusuchen und uns für ein gemütliches Picknick einzudecken. Am Fluss Garonne, setzten wir uns ans Ufer und preparierten unser Tischlein.
Und dann war der Tag auch schon wieder zu Ende. Mit der Straßenbahn ging es dann gegen 18.00 Uhr wieder zurück zum Flughafen. 20.30 Uhr starteten wir dann in Richtung Madrid und von dort um 23.30 Uhr nach Asuncion.
Seit gestern Mittag sind wir nun wieder zu Hause und das ist gut so, auch wenn es heute doch schon etwas herbstlich bei Temperaturen um 25 °C ist.

Montag, 13. März 2017

Neues aus deutschem Lande

Wir haben Mitte März. So langsam geht der Sommer in Paraguay in den Endspurt und seit gut zwei Monaten haben wir im Blog nichts von uns hören lassen. In Deutschland würde man sagen, es ist das Sommerloch, in dem einfach mal nichts passiert. Und so war es auch bei uns. Die Aktivitäten auf der Farm beschränken sich im Sommer auf die Versorgung des lieben Vieh und dem Versuch der Sonne die kalte Schulter zu zeigen, was bei Temperaturen um 40°C selten gelingt.
Bis 10.00 Uhr am Vormittag sollten alle wichtigen Arbeiten erledigt sein, bevor man sich dann ein kühles Plätzchen sucht und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Verwunderlich ist es dann nicht, dass man in der Zeit des Abhängens und Nichtstun auf lustige Ideen kommt. Auch Helmut hatte nun so eine lustige Idee.
Der Winter in Paraguay ist nicht die schönste Zeit und unser Plan sieht vor, dass wir in diesen Tagen den Sommer in Deutschland dem Winter in Paraguay vorziehen. Das heißt, im Juli und August werden wir wohl des Öfteren in der alten Heimat anzutreffen sein.
Aus familiären Gründen halten wir uns derzeit auch in Deutschland auf und holen uns kalte Füße.
Und nun zu Helmuts lustiger Idee. Damit uns in den kommenden deutschen Sommer ja nicht langweilig wird, hat sie uns ein kleines Projekt an Land gezogen.
Dieses alte Bauernhaus soll in den nächsten Jahren saniert und wieder flott gemacht werden, bevor dann daraus zwei Ferienwohnungen entstehen. Die Fenster und Türen müssen komplett aufgearbeitet und neue Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden. Diverse Maurer- und Zimmermannsarbeiten stehen auf dem Plan und die kompletten Böden müssen neu gemacht werden.
Bei den Böden kommt nun ein Material zum Einsatz welches schon lange auf seinen großen Auftritt wartet.
Vor ca.12 Jahren ließen wir in Paraguay handgeformte Cottobodenplatten fertigen und schifften diese nach Deutschland. Der Verkauf floppte und so schlummerte ein Bestand von 800 Quadratmetern lange Zeit in einer angemieteten Garage. Doch jetzt kommen die Cottofliesen doch noch zum Einsatz, denn insgesamt 350 Quadratmeter werden für das Bauernhaus nebst Feldsteinscheune gebraucht und in den letzten Tagen transportierten wir die Handformplatten an ihren neuen Bestimmungsort.
Jetzt muss die Baustelle aber noch etwas warten, denn übermorgen geht es erst mal wieder nach Hause, vorausgesetzt das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen streikt nicht. Dann gibt es auch wieder neues aus Paraguay und nach 14 Tagen Deutschlandaufenthalt endlich wieder ein original, eiskaltes lecker Bierchen.

Montag, 9. Januar 2017

tierisch was los

Neues Jahr, neues Glück und ich hoffe ihr seid alle gut durch und über die Feiertage gekommen.
Wir hatten, zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel, unsere Tochter mit ihrem Freund zu Besuch und so vergingen die Tage, gewohnt chaotisch, wie im Fluge.
Am Freitagnachmittag hieß es dann wieder Abschied nehmen und die Koffer waren bereit für den Weg in die kalte Heimat.
Da unsere Tochter bei der Lufthansa arbeitet, zahlte sie nur ein ganz kleines Geld für ihr Flugticket, was sich im ersten Moment auch gut anhört. Der Nachteil eines solchen Angestelltentarifes ist aber, dass man nicht fest auf den Flug eingebucht wird, sondern nur dann mitfliegen kann, wenn das Flugzeug noch leere Plätze hat. In Südamerika ist gerade Ferienzeit und das merkt man natürlich auch bei der Auslastung der Flugzeuge und auch Marie und ihr Freund bekamen dieses zu spüren. Schlappe 48 Stunden saßen die Beiden in Sao Paulo fest und landeten erst heute in Frankfurt. (Marie und Christoph, wenn es euch ein Trost ist, wir waren immer in Gedanken bei euch, auch wenn der Platz im Pool bei einem eiskalten lecker Bierchen bestimmt angenehmer war, als die harte Plastikbank am Flughafen.)
Bei uns kehrt nun auch wieder der Alltag ein, wobei uns das neue Jahr mit sommerlichen Temperaturen um 35°C ganz schön schwitzen lässt. Apropo schwitzen, wusstet ihr, dass Schweine, im Sinne von transpirieren, nicht schwitzen können? Sie suchen sich bei der momentanen Hitze einen kühlen Schattenplatz oder legen sich in ihr erfrischendes Modderloch. Und da wird es momentan ganz schön eng, denn unsere drei Sauen haben zwischen den Feiertagen ihren Nachwuchs zu Welt gebracht.
Insgesamt 19 kleine Ferkel flitzen nun über das Farmgelände und das kuriose daran ist, dass alle 19 Ferkel die drei Sauen als ihre Mutter ansehen und umgekehrt alle drei Sauen die 19 Ferkel an ihre Mutterbrust, so es die Kapazität hergibt, lassen und säugen. Es geht zwar ganz schön drunter und drüber, aber am Ende sind alle Babyschweine satt und zufrieden.
14.00Uhr und 38°C, Zeit für einen Poolgang.

Samstag, 24. Dezember 2016

Zum Weihnachtsfeste nur das Beste

Es ist das Fest der Liebe, der Ruhe, der Völlerei und des Schenkens.
Wir wünschen euch allen viel Liebe, Entspannung, volle Kühlschränke und sinnvolle Geschenke. Jedoch vor allem wünschen wir euch und auch uns, eine friedliche Weihnacht.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Weihnachtsstress auf der Farm

Es steht nun schon der dritte Advent vor der Tür und wir haben noch nicht einmal eine Kerze angezündet, jedenfalls nicht aus weihnachtlichen Beweggründen. Im Gegenteil, eigentlich geht uns Weihnachten so ziemlich am Ar... vorbei. Doch in diesem Jahr ist es anders, denn es hat sich hoher Besuch angekündigt. Genau am Heiligen Abend landet unsere Tochter mit ihrem Freund in Paraguay und besucht uns und ihre alte Heimat. Für uns bedeutet das, unsere Baustelle "neuer Wasserturm" zum Abschluss zu bringen, damit meine Prinzessin, auf dem Weg in den Pool, nicht durch den Mörtelkübel stapfen muss.
Natürlich wird auf unserer Baustelle die Arbeitssicherheit ganz groß geschrieben, wobei ich bei dieser Rüstbohlensicherung gegen das Verrutschen des Rüstbrettes etwas schmunzeln musste.
Dass es auf der Baustelle nicht immer ganz reibungslos abläuft, musste ich erst gestern erfahren, als die Schalungsmauer eines Pfeilers des neuen Terrassendaches, dem Gewicht des Betons nicht stand hielt und das ganze Gedönst in sich zusammensackte.
Und was habe ich meinen Kollegen immer geprädigt? "Trocknungszeiten einhalten!" Das hatte ich in diesem Falle wohl vergessen.
Neben der Baustelle wollen Pferd, Kuh, Huhn, Schwein und Ziege natürlich nicht vernachlässigt werden und gerade die Ziegen brauchten in den letzten zwei Wochen etwas mehr Liebe und Zuneigung.
Vier Neuzugänge gab es im Zickenstall und beide Muttertiere beschäftigten uns mit Mastitis, einer Euterentzündung. Dadurch gab es für den Nachwuchs keine Frischmilch aus der mütterlichen Brust und wir mussten mit Nuckelflasche nachhelfen. Inzwischen sind die Mütter wieder auf dem Weg der Genesung und fangen langsam wieder an, dem Milchbedarf ihrer Zicklein gerecht zu werden, so dass wir nur noch am Morgen mit der Flasche aushelfen müssen.
Noch gut zwei Wochen, dann ist es soweit und die Welt lehnt sich entspannt zurück. Bis dahin euch noch allen eine stressige Vorweihnachtszeit.