Freitag, 21. Oktober 2011

Fundamente fertig

Seit fünf Tagen sind die Bauarbeiter nun bei uns und beendeten heute mit der Bodenplatte, die Fundament und Gründungsarbeiten.
Im Erdgeschoss des Anbau`s, wird sich später das Wohnzimmer und im Obergeschoss das Schlafzimmer befinden. Mit etwas Glück sieht der fertige Bau dann etwa so aus.
Bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun und es werden sicher noch einige Tüten Zement geleert.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

die ADUANA und die scheinbar unendliche Geschichte

Im April landeten zwei Container voll Spendengüter von Deutschland, für Paraguay in Asuncion. Einige Hürden an Bürokratie waren zu überwinden, bevor die Hilfsgüter an ihren Bestimmungsorten ankamen. Nachdem die hiesige Hilfsorganisation und die Organisatoren aus Deutschland die Spendenaktion als beendet sehen, ist für den Zoll und uns, die Angelegenheit immer noch nicht abgeschlossen. Eine damals gezahlte Sicherheitsgarantie , für evtl. anfallende Zölle liegt immer noch auf den Konten des paraguayischen Zolls und wartet auf die Freigabe. Wieder einmal machten wir uns auf den Weg nach Asuncion zur ADUANA, um nach dem Stand der Dinge zu fragen.
Es gibt viele Büros in dem Hafengebäude, im alten Stadtkern von Asuncion und die Papiere haben wohl schon auf allen Schreibtischen dieses Hauses gelegen. Immer wieder fehlen Unterschriften, immer wieder gibt es neue Gesetze und immer wieder müssen neue Chefs über den Vorgang entscheiden. Nun scheint die Sache doch tatsächlich zu Ende zu gehen, denn als Helmut ein kleiner Versprecher unterlief kam Bewegung in die Flure der Chefetage, wo wir einen Platz angeboten und vom Servicepersonal plötzlich Kaffee, in feinsten Porzelantassen serviert bekamen. Helmut wollte eigentlich fragen, warum ein paar Unterschriften so viel Zeit brauchen, aber sie fragte, warum ein paar Unterschriften so teuer sind. In der letzten Zeit sind einige Köpfe gerollt und die Regierung versucht hart gegen Korruption und Vetternwirtschaft durchzugreifen, auch wenn das nicht immer gelingt. Nachdem ein Laufbursche eine halbe Stunde in den Büros der ADUANA unterwegs war, sahen wir nach knapp sechs Monaten die eingereichten Papiere das erste mal wieder. Alle Unterschriften sind komplett sicherte er uns zu und meinte, dass nun nur noch die beiden Unterschriften der zwei obersten Chefs fehlen, aber einer der Bosse erst am Donnerstag wieder im Hause ist. Morgen sollen wir wieder nachfragen und er gab uns die direkte Durchwahl zur Chefetage. Ich bin Optimist und vielleicht hat ein kleiner Versprecher wirklich etwas Großes bewirkt.

Montag, 17. Oktober 2011

die Maurer sind da

Gestern war Sonntag und die Überraschung war groß, als am späten Abend, unsere bestellten Mauer vor der Tür standen, welche sich eigentlich erst für Montag angekündigt hatten. Ein LKW mit Schalbrettern, Betonmischer, Rüstung und Handwerkszeug war schnell abgeladen.
Nestor und sein Trupp kommt aus Ypacarai und wird in den nächsten Wochen mit dem neuen Anbau, an unser bestehendes Haus beschäftigt sein. In unserer näheren Umgebung fanden wir keinen Maurer, der Erfahrung mit zweistöckigen Bauten hat und so engagierten wir die Baubrigade, 110 km fernab der Heimat. Mit Nestor habe ich schon auf einigen Baustellen zusammengearbeitet und kenne so seine Fähigkeiten. Heute Morgen, mit dem ersten Hahnenschrei, ging es dann auch gleich ans Werk.
Nachdem das Gelände abgesteckt war und das Schnurgerüst stand, wurden die Fundamente ausgehoben. Am Abend war der Garten umgegraben und es war zu sehen, dass gearbeitet wurde.
Bis mitte November will Nestor mit dem Rohbau, incl. Dach und Putz, fertig sein, doch bis dahin ist noch etwas Zeit, ganz nach dem Motto, ein Stein, ein Kalk, ein lecker Bierchen.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Blütenzauber

Nach einer wolkigen, regnerischen Woche, scheint pünktlich zum Sonntag wieder die Sonne und der Himmel präsentiert sich wolkenlos. Der Frühling ist da und an allen Ecken fängt es an zu blühen.
Heute wird gegammelt und nichts gemacht. Dazu gibt es einen frisch gepressten Orangensaft und die Welt ist in Ordnung.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Freitag, 14. Oktober 2011

die Geburt eines Kalbes

Wir haben schon gespannt darauf gewartet und gestern Abend war es dann soweit. Als unsere Kuh in den Stall kam, war sie sehr unruhig und verlor schleimige Flüssigkeit. Wir stellten schnell fest, dass das Kälbchen nicht mehr auf sich warten lassen wollte. Sie wurde angebunden und bekam eine Spritze Oxitocin, welches die Wehen verstärkt.
15 min später ging es dann auch schon los und der erste Fuß war zu sehen. Elso bemerkte, dass es der hintere Lauf war, was nichts Gutes bedeutete, denn vom Kälbchen sollten zuerst Vorderläufe und Kopf zu sehen sein. Für Mutter und Kalb bestand Lebensgefahr und es musste schnell etwas unternommen werden. Aus unserem Sanikasten holten wir ein paar Gummihandschuhe, welche sich Elso schnell überstreifte, in die Kuh griff und das Kalb, während ich die Kuh am Kopf festhielt, an beiden Hinterläufen herauszog. Elso hat viel Erfahrung im Umgang mit Rindern, aber solch eine Situation erlebte auch er zum ersten mal und wusste nicht so richtig, ob das die richtige Entscheidung war. Er wischte den Schleim vom Maul des Kälbchens und nach einem kurzen Moment der Ungewissheit, fing es an zu atmen. Es lebt. Nun war es die Mutter, die sich um ihr Kälbchen kümmern musste und das tat sie auch sofort und leckte es liebevoll sauber.
Zwei Stunden nach der Wehenspritze, stand das kleine Kälbchen auf eigenen Füssen.
Und irgendwo soll es doch frische Milch geben und die Frischetheke wurde schnell gefunden.
Für die beiden hieß es nun ausruhen und auch wir konnten schlafen gehen. Heute Morgen sah dann das kleine Kälbchen das erste mal in seinem Leben die Sonne und lag noch etwas verknüddelt bei seiner Mutter, schlafend auf der Wiese.
Es war ein spannender Abend gestern, der dank Elso gut endete und wir freuen uns über 20kg weiblichen Nachwuchs, in unserer kleinen Rinderherde.
Es ist schon faszinierend, wie instinktiv der Mensch manchmal handelt, hat doch unser Capataz Elso, in der Schule nur schreiben und rechnen gelernt und ist weit entfernt von einem Veterinärmedizinstudium. Das Leben ist eben der beste Lehrer und eines können die Paraguayer bestens - LEBEN.