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Dienstag, 10. September 2013

High-Tech aus Paraguay

Ich habe ja an dieser Stele schon oft über das miserable Internet bei uns geschimpft. Doch wir leben in Paraguay und wenn etwas nicht richtig funktioniert, sind die Tüftler und Bastler gefragt. Auf den ersten Blick sieht es aus, wie eine Blechschüssel die auf der Seite steht.
Doch bei genauerer Betrachtung entdeckt man Hochtechnologie vom Feinsten.
Hinter der Schüssel verbirgt sich nämlich unser Router mit Internetstick. Helmut hatte die geniale Idee, dass die Blechschüssel vielleicht das Signal besser einfängt und siehe da, seit dem wir diesen Internetsignalverstärker installiert haben, läuft unser Internet um einiges besser. Helmut bekommt von mir dafür eine 1 in Werken und ich ein lecker Bierchen.

Sonntag, 28. April 2013

mit Gummischlappen durch Paraguay

Er ist, glaube ich, der meist getraggenste Schuh Paraguays. Es gibt ihn fast in jedem Einkaufsladen zu kaufen und kostet umgerechnet 2,00 Euro. Während ich oft das Problem habe, Schuhe in Größe 45 zu bekommen, finde ich im Regal der Gummischlappen immer einen passenden Schuh. Als ich das erste mal in Flip Flops schlüpfte, fand ich das Gummi zwischen großem Zeh und dem Zeh daneben, (Wie heißt der eigentlich?), doch sehr gewöhnungsbedürftig. Heute bin ich bekennender Gummischläppler und einiges an Gummischlappen wurde von mir schon zerlatscht. Das der Gummibelag unter der Fußsohle auch noch nach seinem letzten Spaziergang nicht gleich im Müll landen muss, erklärte mir in der vergangenen Woche ein Maurer. Er schaute mir eine Weile beim Ausfugen zu und sagte mir dann, dass ich mein Fugenbrett doch mal gegen einen abgeschnittenen Badelatschen tauschen sollte. Ich bin lernfähig und probierte das paraguayische Fugenbrett auch gleich aus.
Im direkten Vergleich schnitt dann aber das gewohnte deutsche Moosgummi besser ab und der halbe Latschen landete im Müllsack.
Um eine voll geschlossen Fuge zu erhalten, ist es oft notwendig, nach dem die Fuge ein wenig angezogen hat, noch einmal mit Fügenmörtel nachzufugen. Dieses ist nicht gerade eine leichte Arbeit und sehr kraftaufwendig. Und jetzt kam das paraguayischen Fugengummi doch noch zum Einsatz, denn ich stellte fest, dass meine Schlappen hervorragend zum nachfugen geeignet waren. Ich konnte im Stehen arbeiten und meine beschlappten Füsse übernahmen das anstrengende Nachfugen.
In Deutschland gebe ich dem neuen Fugenschuh nur geringe Chancen am Markt für Fliesenlegerwerkzeug. Denn nicht nur, dass der Einsatz des luftigen Fugenschuhs auf den Sommer begrenzt ist, sondern auch die Berufsgenossenschaft wird diesen Schuh, aus arbeitsschutztechnischen Gründen nicht zulassen.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Qualitätsprodukte aus Paraguay

Es ist schwierig in Paraguay Geräte oder Werkzeuge zu finden, die mal so lange halten oder funktionieren, dass man sich nicht mehr an den Kauf erinnern kann. Ob Waschmaschine, Spülmaschine oder Rasenmäher und Einhandwinkelschleifer, alles hat eine begrenzte Lebensdauer und in Paraguay ist diese meist durch die Garantiezeit vorgegeben.
Im letzten Jahr kaufte ich mir eine neue Schubkarre. Der Händler empfahl mir ein brasilianisches Modell, da dieses robuster ist und lange halten wird. Ich dachte mir, ok, meine letzte Karre war ein paraguayisches Produkt und fiel nach einem Jahr auseinander. Diese Karre war nun doppelt so teuer und ich ließ mich beschwatzen und packte die Karre in den Einkaufsbeutel.
Das war dann wohl aber auch nichts, denn heute nach 1 1/2 Jahren, wanderte auch dieses gute Stück auf den Schrottplatz. Sie wurde immer gut behandelt, obwohl sie anfangs viel auf der Baustelle zu tun hatte und ein paar kleinere Beulen und Kratzer davon trug. Doch inzwischen ist das Blech vollkommen durchgerostet, die tragenden Teile völlig deformiert und das einzige was noch läuft ist das Rad und die Ladung aus den zahlreichen Rostlöchern.
Selbst ist der Mann und so kommt meine nächste Schubkarre aus der Werkstatt "Parakay". Das Chassis ist bereits fertig und wartet auf die Karosse.
Eine Schubkarre aus Lapachoholz zum Transport von 3 Kisten lecker Bierchen und ich gebe mir darauf 20 Jahre Garantie.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Naturfarbe aus dem Garten

Man muss nicht immer ein auf teuer machen, denn manche Materialien liegen direkt vor der Tür. Helmut hat mal wieder in ihre Trickkiste gegriffen und ein bisschen Farbe ins Haus gebracht. Dazu genügte ihr ein wenig Wasser, ein kleiner Schwamm und zwei Hände voll roter Erde. Die rote Erde hat sie dann einfach mit Wasser aufgerührt und mit einem Schwamm auf die vorgeweißte Wand gebracht.
Dann wurde ordentlich gewischt und verrieben, trocknen lassen und fertig war der neue Anstrich.
Mir gefällt das sehr gut, denn so hat Helmut ihre Beschäftigung und ich kann mich, bei einem lecker Bierchen, im Sessel zurück lehnen und ihr zuschauen.

Dienstag, 5. Juli 2011

unsere erste Weinprobe

Was wir noch nicht in Paraguay gefunden haben, sind Weinballons oder Holzfässer, in denen wir überschüssige Früchte zu Wein verarbeiten können. Doch Not macht erfinderisch und so ersetzt ein 10 Liter, faltbarer Wasserkanister das professionelle Winzerwerkzeug.
Vor zwei Wochen setzten wir den Wein aus Pampelmusen an und seitdem blubbert er beständig vor sich hin.
In ca.vier bis sechs Wochen rechnen wir mit dem Ergebnis und ich bin gespannt ob der Pampelmusenwein dem lecker Bierchen das Wasser reichen kann.

Samstag, 26. Februar 2011

Bilder des Tages

Dass die Elektrik in Paraguay abenteuerlich ist, wissen wir. Doch man findet immer wieder neue Kuriositäten. So wie hier, warum Isolierband kaufen, wenn es eine Plastiktüte auch tut.Unser neues Niederschlagsmessgerät. Ein halber Gummistiefel voll Regenwasser in den letzten zwei Tagen.

Sonntag, 5. September 2010

Start in die Grillsaison

In Deutschland wird es Herbst und wir starten in die Grillsaison. Paraguay deckt fast 30% des Holzkohlebedarf`s in Deutschland und nimmt so die Spitzenposition bei der Grillkohleeinfuhr in Deutschland, vor Argentinien und Polen ein.
Hier in Paraguay kostet Holzkohle nicht viel und trotzdem grillen wir meistens auf Holzfeuer.Als Grillanzünder eignen sich hervorragend Eierpappen und schnell ist das Feuer am lodern. Trockenes Holz ist natürlich Voraussetzung für ein schönes Grillfeuer. Wenn dann das Holz runtergebrannt ist, kann Wurst und Fleisch aufgelegt werden.Um keinen Neid aufkommen zu lassen, spare ich mir das Foto von unserem gestrigen leckeren Grillteller.

Samstag, 10. April 2010

bezahlbarer Kopfschmuck

In Paraguay ist Fussball Volkssport Nummer eins und natürlich halten die Fussbälle nicht ewig. Wegschmeissen muss man den kaputten Ball aber nicht gleich, denn umfunktioniert zum Hut, stellt er eine hübsche Kopfbedeckung dar.Man muss nicht Lagerfeld oder Gucci heissen, um neue Trend's zu kreieren.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Dachschaden

Dieses Jahr wollen wir uns mehr auf unser Landleben konzentrieren und unsere kleine Farm zum laufen bringen. Hühner und Kaninchen fehlen noch und im Winter sollen noch ein paar Kühe hinzukommen. Der Hühnerstall ist soweit vorbereitet, nachdem ich gestern einen kleinen Dachschaden reparieren musste.Ein kleines Problem gab es bei der Befestigung der Eternitplatten, denn ich hatte vergessen grosse Unterlegscheiben zu kaufen. Aber es gibt ja lecker Bierchen und der Deckel davon war idealer Ersatz und ich konnte meine Arbeiten am Dach erfolgreich beenden.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Sie ist kein Elektriker!

Vor ein paar Tagen schmunzelten wir über meine Wasserinstallation auf unserer Ranch. Heute war es Helmut die eine, nicht weniger kuriose Elektroschaltung klemmte. Da ich überhaupt keine Ahnung von elektrischem Strom habe, übernimmt sie die Elektrikeraufgaben in unserem Haus und gestern Abend bekam Paul einen neuen Deckenventilator in seinem Zimmer. Die Kabel wurden geklemmt und der Ventilator drehte sich perfekt.
Heute stellte sich aber heraus, das der Propeller nur läuft, wenn Paul's Aussenbeleuchtung eingeschaltet ist, da die Kabel über diese den Strom ziehen.
Ich finde eine gute Idee, da Paul fast immer sein Licht aus macht, wenn er morgens aus dem Haus geht, aber den Ventilator vergisst auszuschalten, was jetzt automatisch durch das Betätigen des Lichtschalter's passiert.
Eine Energiesparschaltung, die sicher nicht beabsichtigt war, wofür Helmut aber von mir zehn Punkte bekommt.

Dienstag, 25. August 2009

30°, 60° und Kochwäsche

Paraguay ist kein Land für Perfektionisten und Pedanten. Man bekommt alles irgendwo zu kaufen oder hergestellt und gebaut, aber die Qualität und Lebensdauer vieler Dinge übertrifft oftmals nicht die von Aldi Energiesparlampen.
Bei uns war es heute die Waschmaschine, die nach einem halben Jahr ihren Geist aufgab. Einen Waschmaschinenmonteur kennen wir nicht und so waren meine handwerklichen Künste gefragt. Das Ding war schnell aufgeschraubt und der Fehler war fix analysiert. Es lag nicht daran, dass wir kein Calgon verwenden, sondern die Motoraufhängung war komplett zersplattert und der Keilriemen schlapperte in der Gegend rum.Vor 20 Jahren hiess es auch immer aus Schei... Bonbon machen und so musste ich mir was einfallen lassen. Ersatzteile für die Waschmaschine könnte man bestellen aber bis die eingetroffen sind, ist vielleicht schon die selbstreinigende Wäsche erfunden.
Ein Besuch in der Ferreteria, mit meinen defekten Teilen, war die Alternative und ich bekam auch ähnliche Teile(diesmal aus Stahl und nicht aus Plastik), welche ich noch ein bischen mit Isolierband und Draht verfeinerte und passgerecht machte.Die gesamte Reperatur kostete mich 9000,-Gs und 3 Arbeitsstunden. Den ersten Probelauf überstand die Waschmaschine ohne Probleme und auch etwas leiser ist sie geworden. Das Arbeitsergebnis sieht nicht gerade professionel aus, aber die Funktion ist wieder hergestellt.

Montag, 18. Mai 2009

Sauberkeit am Arbeitsplatz

Wenn man in Paraguay baut, kann man viele Geschichten erzählen. Zum schmunzeln brachte uns unser Tischler, der am Morgen, völlig zerknittert vom Wochenende, bei uns auf der Baustelle erschien. "Viel Arbeit und keine Zeit zum rasieren", erzählte er uns, was man unschwer an seinem Stoppelbart erkennen konnte.Aber zum Feierabend, war er wieder frisch und gestriegelt und auch der Bart war weg."Wie ging das?" fragten wir uns und kamen zu der Erkenntnis, daß er der erste war, der bei uns, im fast fertigen Gästehaus, die Wanne benutzt haben muss. Tatsächlich lagen auch noch Rasierzeug und Seife im Bad.
Paraguayer sind eben praktisch veranlagt und ein Bad ist nunmal auch zum waschen und rasieren da. Warum auch nicht?

Mittwoch, 18. Februar 2009

wackelig

Geht ein Plastikstuhl kaputt, wird er meistens weggeworfen. In Paraguay wird er repariert und ist wieder wie neu. Spart Geld und schont die Umwelt.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Wie mache ich ein Passbild

Wie einfallsreich die Paraguayer sind, zeigte uns vor kurzem der Besuch beim Fotografen, der seinen Laden als Kopierschop getarnt hatte.
Wir brauchten Passbilder und wurden vor eine weisse Wand gestellt und mit einer Digitalkamera, älteren Baujahres natürlich ohne Stativ, fotografiert. Mit den Aufnahmen ging der Helmut Newton Paraguays an seinen Computer und druckte unsere Passfotos auf normales, weisses Druckerpapier. Bis dahin alles gut. Wie macht man aus einfachem bedruckten Papier nun Hochglanzpapier? Er nahm die Passbilder, holte eine Rolle dicken Klebestreifen aus seinem Schubfach und beklebte die bedruckte Seite damit. Nun noch etwas glatt gerubbelt, die Ecken gerade geschnitten und fertig war das Hochglanzpassfoto. Es würde nicht als biometrisches Bild durchgehen aber mit der Qualität normaler Passfotos kann es jederzeit mithalten. Aus dem Rest des Papiers wurde noch schnell eine kleine Tüte gefaltet, Fotos rein und bezahlen. 16000,-Gs(2,50Euro)für 8 Passfotos kostete uns der Spass und wir verließen das Geschäft mit unseren Passfotos und erfuhren wieder einmal mehr über den Ideenreichtum der Paraguayer.