Donnerstag, 13. März 2014

Ostern schon was vor?

Na klar, Eier verstecken. Und danach? Wie wäre es denn, am Ostersonntag mit einem zünftigen Frühschoppen mit Livemusik? Wo? Na bei uns, auf der kleinen Farm. Wir wollen ein Schwein grillen und da wir das nicht alleine essen können, laden wir zum Osteressen auf die Farm ein. Unser Fluss hat geöffnet und unterm Wasserfall schmeckt ein lecker Bierchen besonders gut.
Wer also Lust hat, meldet sich bei mir unter parakay@live.de oder einfach unten die Kommentarfunktion nutzen. Ick freu mir und stell schon mal das Bier kalt.

Mittwoch, 12. März 2014

Kommentarfunktion wieder aktiv

Auf unserem Blog gab es in den letzten Tagen Probleme mit den Kommentaren. Irgendwie klemmten sie in den unendlichen Weiten des WWW fest. Jetzt sollte alles wieder funktionieren. Ihr könnt wieder "Kommentare" unterm Post anklicken und euren Senf dazu geben. Auf die Plätze, fertig, los.

in Tante Helmuts Laden, an der Ecke vis a vis...

Stell dir vor, du schlachtest in Deutschland eine Kuh und verkaufst das Fleisch in der Nachbarschaft. Oder jemand steht an deinem Gartenzaun und fragt dich, ob du noch Schweinerippen hast. In Paraguay ganz normal. Wenn wir schlachten dauert es immer nicht lange und das Fleisch, was wir nicht so gerne essen ist ausverkauft. Nun hat es sich ergeben, dass die Leute uns auch fragten, ob wir ihnen eine Coca Cola oder Fanta verkaufen würden. Wir kaufen uns diese immer im Großhandel und stellen welche als Reserve hin.(Nein, es gibt nicht jeden Tag lecker Bierchen.) Unseren paraguayischen Nachbarn fehlt dafür ein Transportmittel, das Leergut oder einfach nur das nötige Kleingeld. Wir haben reagiert und jetzt auch kleine Brauseflaschen zum Verkauf im Kühlschrank stehen. Dabei kostet kein Getränk über 1000Gs, was nach dem heutige Kurs ungefähr 17 Eurocent sind. Und da nun die Knirpse aus der Nachbarschaft die Hauptkundschaft bei Helmut sind, wurden auch noch Lollis und Bonbons mit ins Sortiment aufgenommen.
Helmut hat Spass an ihrem neuen Geschäft. Öffnungszeiten gibt es nicht, sondern wenn jemand da ist, ist auch offen.
Jetzt hat sie auch noch Büchsenbier für die Großen kalt gestellt und ich muss mal schauen, ob  nicht noch irgendwo ein Reserveschlüssel für den Laden rumschwirrt.

Dienstag, 4. März 2014

den Wagen vor mir fährt ein schöner Ochse

Ich bin kein Fan von Montagen, doch ich habe gelernt, sie zu akzeptieren und zu erdulden. Gestern war wieder einmal so ein typischer Montag, an dem Murphys Gesetzt, mit voller Härte zuschlug.
Eigentlich wollten wir nur nach Aregua, um das Auto unserer Tochter zu uns auf die Farm zu schleppen, aber es sollte ein etwas länger dauerndes Unterfangen werden.
Zwei platte Reifen, an dem Kleinwagen von Marie, mussten erst einmal zum  Reifendienst. Als ich diese dann wieder montierte, fehlte eine Radmutter, doch wir entschieden, uns nicht von unserem Vorhaben abbringen zu lassen. Helmut setzte sich in unser Auto und ich sollte ihr unauffällig im abgeschleppten Fahrzeug folgen.
Ca. 2 Kilometer ging alles glatt, doch bei der ersten größeren Bodenwelle, riss das Abschleppseil. Wir hatten es eine Stunde zuvor gekauft und auf der Verpackung waren 6 Tonnen als zulässige Anhängelast angegeben. Hm, da hat der Peugeot 206 von Marie wohl heimlich ein paar Pfunde zugelegt. Obwohl, es war nicht das Stahlseil was nachgab, sondern der Schlepphaken rutschte aus seiner Halterung.
Egal, ein Spezialknoten und die Fahrt konnte weiter gehen. Bei dem Autito war die Batterie leer und elektrische Fensterheber sind dann nicht mehr so vorteilhaft. Die Abgase, von dem dicht vor mir fahrenden Fahrzeug, strömten direkt durch die meinigen Lüftungsklappen in den Innenraum und verpesteten mir die Luft. Frischen Sauerstoff bekam ich nur, weil ich ab und an die Fahrertür während der Fahrt öffnete.
Mit max. 50kmh kamen wir nun allmählich vorwärts. Bis nach Carapegua, welches knapp 35km vor unserer kleinen Farm liegt. An der größten Kreuzung der Stadt, löste sich irgendwie mein Vorderrad und überholte Helmut im Wagen vor mir. Die wurde dann auch durch lautes Krachen und Rumpeln daran erinnert, dass ich da noch hinter ihr hänge. So standen wir dann mitten auf der Kreuzung und ich war ohne Vorderrad. Ein Mechaniker war schnell vor Ort und schaute sich die Sache an. "Alles in Ordnung, du brauchst nur neue Radmuttern und dann können wir das Rad wieder anbauen." Im nächsten Ersatzteilladen bekamen wir diese dann auch und das Rad wurde wieder montiert. Jetzt denkt natürlich jeder, dass dies das Rad war, an dem schon eine Radmutter fehlte. Irrtum, es war das Vorderrad, und dieses hatte ich einfach vergessen, nach dem Abbocken nochmals fest zu ziehen.
Die Fahrt konnte weiter gehen und wir brausten wieder los. Kurz vor Quiindy fing es dann an zu regnen und nicht nur elektrische Fensterheber, sondern auch die Scheibenwischer sagen "nö" bei fehlendem Strom und ich konzentrierte meine ganze Sehkraft auf das kurze Abschleppseil.
Dann bogen wir endlich vom Asphalt ab und es lagen nur noch 14km Sandweg vor uns. Es wurde langsam dunkel und als ich bei einer kleinen Talfahrt bremsen wollte, konnte ich das Bremspedal bis auf den Boden drücken, ohne dass mein Abstand zu Helmut geringer wurde. Im Gegenteil ich holte sie langsam ein bis ich ihr direkt an der Stoßstange klebte. Schitt, ich konnte ihr nicht bescheid geben, dass ich ein paar kleine Probleme hatte, denn meine Autoscheiben waren so verdunkelt, dass man nicht in den Fahrzeuginneraum schauen konnte und mein aufgeregtes Winken hätte sehen können. Meine Hupe hatte das selbe Problem wie Fensterheber und Scheibenwischer und es gab keine Kommunikationsmöglichkeit zur Brücke des Schleppers. Sie bemerkte auch nichts und fuhr langsam mit knappen 30 kmh weiter. Ich hatte mich inzwischen mit der Motorbremse angefreundet und konnte so vorerst auf Abstand bleiben.
Kurz bevor es zur letzte Etappe zu uns auf die Farm geht, hielt Helmut am Strassenrand an und ich presste mich an ihre Stoßstange. "Wir lassen das Autito lieber hier stehen, denn bei den aufgeweichten Weg, könnten wir Probleme bekommen."
Jetzt fehlten noch 2 km bis nach Hause, doch Helmut hatte recht, denn der Lehmweg war inzwischen durch den Regen, schmierig und glatt.
Das Auto holen wir morgen. wir ließen es stehen und fuhren nach Hause. Unser Weg wurde in der letzten Woche erst begradigt und geschoben. Doch ich kann nicht behaupten, dass er jetzt besser ist. Im Gegenteil, tiefe Schlammlöcher durch aufgewühlte Erde und eine abgeschrägte Fahrbahn gaben eine andere Fahrspur vor, als ich wollte und so standen wir kurze Zeit später im Graben. Das Auto können wir dann wohl auch stehen lassen und mit Kühlbox und Einkaufstüten ging es den letzten Kilometer zu Fuss nach Hause.
Klitschnass und mit schweren Modderbeinen kamen wir zu Hause an und tatsächlich verlief der Rest des Abends ohne besondere Vorkommnisse. Heute morgen schaute ich mir dann das ganze nochmal bei Tageslicht an.
Da hilft nur schweres Gerät und wo der Mensch mit seiner Technik versagt, müssen eben unsere tierischen Vierbeiner ran.
Es dauert nicht lang, da war vor meinen Chinakarren ein Ochsenkarren gespannt und die zogen mühelos mein Auto wieder aus dem Schlamm.
Heute hat es nicht mehr geregnet und die Wege sind inzwischen abgetrocknet. Und da heute ja schon Dienstag ist, werde ich jetzt mal noch schnell das Autito aus dem Dorf holen.

Samstag, 1. März 2014

scheiß Paraguay

Ich traf neulich eine Bekannte, die ich lange nicht gesehen hatte. Wir quatschten eine Weile, aber sie war über das Blog eigentlich bestens informiert. Die Frage war dann, ob ich Paraguay nicht manchmal etwas blauäugig darstelle. Hm, das gab mir zu denken und ich schaute mal im Internet, wie Paraguay wirklich ist.
Und da fand ich diesen Miesepeter. nie wieder Paraguay
(nur für Insider: "Mein Sohn, du musst auf die anders farbige Schrift klicken, dann kommst du auf die Seite.") Da wird das schlechte Paraguay gut beschrieben und der Verfasser hat in vielen Dingen sogar recht. So, ich bin meiner Aufklärungspflicht nachgekommen und ich versuche jetzt mehr Pessimismus in meine Posts zu bringen. Und dass ich das schaffe, da bin ich ganz optimistisch.