Freitag, 7. August 2020

Netzfund

Hat mich sehr berührt weil es mir genauso geht aber aufgeben ist keine Alternative . Heute bin ich hin- und her gerissen, ob ich diesen Text mit euch teilen soll. Ich merke, ich habe Angst. Seit gestern nagt sie an meinen Innereien wie ein nervöses Tier. Die Hetze in den Medien gegen die „Covidioten“ erschreckt mich zutiefst. Es werden Videos von der Demo in Berlin gezeigt, in denen groteske Momente aneinandergereiht und dann als Wahrheit präsentiert werden. Das ist, als würde jemand einen Film über mich drehen und nur die Augenblicke zeigen, in denen ich mich gerade am Hintern kratze oder mit dem Finger in der Nase bohre. Zum Totlachen, nicht wahr? Ja, so wird das aktuell mit den sogenannten Corona-Leugnern gemacht (Seht ihr denn nicht, dass der Ausdruck „Leugner“ an sich schon manipulativ ist und die Wahrheit für sich beansprucht?). Die Botschaft ist klar: Diese Bewegung besteht aus lächerlichen, gemeingefährlichen Spinnern und wer sich anschließt, den erwartet die soziale Ächtung. Aber was mich am allermeisten erschreckt: Die Leute fallen tatsächlich drauf rein. Wenn ich die Kommentare unter diesen Videos anschaue, dann wird mir Angst und Bange. Nein, Leute, das ist nicht mehr lustig. Das ist Hetze auf unterstem Mistgabel-Niveau und sie nimmt eine Dynamik an, die mir aufrichtig Sorgen bereitet. Eine leise Ahnung wird plötzlich zur Gewissheit: hier wird ein Krieg geschürt und er wird gezielt, gewollt und geschickt geführt. Wir alle kennen die Mittel, die in Kriegszeiten für Propagandazwecke eingesetzt werden und merken scheinbar trotzdem nicht, wenn sie an uns selber angewandt werden. Und ich frage mich still: Wie weit wird das noch voran getrieben? Was haben die Hexenverbrennungen und die Judenverfolgungen gemeinsam? Genau. Erst das Volk hat diesen Wahnsinn möglich gemacht. Im Nachhinein haben sie es dann bestimmt gecheckt, nicht wahr? Leider war es dann zu spät. Es geht mir nicht darum, dies gleichzusetzen mit der aktuellen Situation. Davon sind wir zugegebenermaßen weit entfernt. Aber dieses mulmige Gefühl, welches mich befällt, wenn ich die vielfach bejubelte Hetzjagd in den Medien sehe, lässt mich erahnen, wie damals alles angefangen hat. Die Spaltung, die medial geschürt wird, reicht tief hinein in unser soziales Netz. Ich werde von einigen Nachbarn, mit denen mich bisher immer Respekt verbunden hat, inzwischen nicht mehr gegrüsst. Freunde, die mich vorher ganz besonders für meine kritische Meinung und meine klare Intuition geschätzt haben, wenden sich jetzt von mir ab. Und ja, das lässt mich manchmal zweifeln. Dann frage ich mich, ob ich nicht doch falsch liege. Ich frage mich, warum ich nicht einfach gute Miene zum bösen Spiel und wie alle anderen mitmachen kann, in der Hoffnung, dass so alles schneller wieder gut ist. Aber dann gehe ich raus, steige in den Zug und sehe die Masken. Ich sehe die Markierungen und die Plakate mit den neuen Regeln. Ich sehe kleine Kinder mit Mundschutz. Ich sehe, wie sich einige Menschen mit dem Gesicht zur Wand stellen, wenn andere unabsichtlich zu nah an ihnen vorbei gehen. Und ich fühle wieder von ganzem Herzen, dass etwas nicht stimmt. Der Medienterror der letzten Monate hat in meinen Augen Sklaven hervorgebracht, die freiwillig den Pfeilen am Boden folgen und die sich – pardon – selber buchstäblich das Maul stopfen. Wie praktisch, oder? Nein. Wie erschreckend. Am liebsten würde ich sagen: Ich bin dann mal weg. Macht bitte alleine weiter mit eurer keimfreien Zone und mit der Idee, dass die Natur der Feind und Big Pharma die Erlöserin ist. Gebt die Verantwortung für eure Gesundheit ruhig in die Hände eurer Mitmenschen, der Regierung und der Wissenschaft und glaubt, dass wir Pillen und Impfungen und Tests und Regeln und Überwachung und Pfeile und Masken und literweise Desinfektionsmittel brauchen, um als Spezies auf diesem Planeten überleben zu können. Aber so einfach ist es nicht. Ich kann nicht einfach abhauen. Ich werde mit euch diese Sache bekämpfen oder mit euch untergehen. Was mich zu meinem Traum von letzter Nacht bringt und von dem ich euch noch kurz erzählen möchte, bevor ich diesen vor Positivität sprühenden Text abschließe: In meinem Traum stand die Menschheit auf einem riesigen, kenternden Schiff. Das Meer warf meterhohe Wellen, denn um uns herum wütete ein Sturm. Es sah ziemlich titanic-mässig aus, was nicht verwunderlich ist, da ich mit meiner Tochter tags zuvor über diesen Film gesprochen hatte. Der Grund für das Kentern des Schiffes in meinem Traum war jedoch nicht das Unwetter, sondern der schlichte Umstand, dass zu viele Menschen auf einer Seite des Schiffes standen. Ich stand auf der Seite der Wenigen und sah, wie das Schiff zu kippen drohte. Die Lösung schien einfach, also machte ich einen Schritt auf die Vielen zu, um sie zu bitten, zu uns rüber zu kommen. Das brachte das Schiff aber nur noch mehr in Schieflage und mir blieb nichts anderes übrig, als zurückzuspringen und den Menschen meine Botschaft wild mit den Armen rudernd entgegen zu schreien. Der Sturm jedoch peitschte meine Worte davon und die Menschen auf der anderen Seite verstanden nicht, warum ich sie mit weit aufgerissenen Augen anschrie und zogen sich ängstlich weiter zurück. Da packte mich blindes Entsetzen. Ich wusste, was passieren würde. Und dieses Gefühl lässt mich heute schon den ganzen Tag nicht mehr los. Können wir das Ruder noch herumreißen? Oder besser: Können wir uns noch in der Mitte treffen? Ich weiss es nicht. Ich möchte an das Gute glauben und die Zukunft in bunten Farben malen. Am liebsten möchte ich eigentlich, dass wir alle aus diesem Albtraum erwachen und einander lachend zurufen: „Erwischt! Haha! War nur ein Scherz!“ Draussen regnet es. Ich sehe, wie die Blumen vor meinem Fenster unberührt von allem um die Wette blühen. Und ich sehe vor meinem inneren Auge wieder das sinkende Schiff vor mir. Beide Bilder haben Kraft. Welches unsere Zukunft bestimmt, liegt an uns, an uns allen gemeinsam. Zitat: Andrea Pfeifer

Dienstag, 4. August 2020

Ich bin ein Covidiot

Seit drei Monaten sind wir nun schon in Deutschland und unser geplante Flugtermin zurück nach Paraguay rückt immer näher. Jedoch sieht es momentan nicht danach aus, dass wir diesen Termin auch halten können. Grund dafür ist dieses verflixte Virus, welches die Welt in Atem hält und in zwei Hälften spaltet. Ich persönlich glaube, dass es das Coronavirus gibt und trotzdem zähle ich mich zu den "Covidioten", wie die Gegner von den "Coronaschutzmaßnahmen" heute genannt werden. Ich atme gern frische Luft. Ich umarme gern meine Freunde. Wenn ich eine Erkältung habe, sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass ich automatisch Abstand zu meinen Mitmenschen zu halten habe. Ich lebe in Südamerika und bin dort selbst Ausländer. Ich glaube an Selbstheilung und die Heilkraft der Natur. Ich weiß, dass ein gesundes Imnnunsystem der beste Schutz gegen jegliche Viren ist. Ich bin kein Professor der Mathematik aber beherrsche die Grundrechenarten und Prozentrechnen. Ich liebe meine persönliche Freiheit. Ich lasse mich nicht gegen Grippe impfen. Ich bin über 50, sehe mich dadurch jedoch nicht irgendwelchen Risiken ausgesetzt. Ich liebe meine Familie. Ich habe Respekt vor älteren Menschen. Ich bin tollerant. Wenn das alles einen "Covidioten" beschreibt, bin ich sehr gern Einer von denen. Meine Hoffnung ist, dass wir immer mehr "Covidioten" werden und meine Frau und ich vielleicht dann doch noch planmäßig in unsere neue Heimat Paraguay fliegen können.

Dienstag, 5. Mai 2020

vorerst letzer Flieger nach Europa

Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, den paraguayischen Winter in Paraguay zu verbringen, obwohl wir einen Flug nach Deutschland für den 22.April 2020 gebucht hatten. Die Grenzen sind dicht und Corona machts möglich.
Ein guter Bekannter gab uns den Tipp, dass es am 29.April noch einen letzten Rettungsflieger nach Europa geben wird, der französische Staatsbürger in die Heimat transportiert. Wir fragten bei der deutschen Botschaft nach, ob wir uns mit auf die Flugliste setzen können. Schnell bekamen wir die Antwort, dass der Flieger ausgebucht wäre und es auch schon eine lange Warteliste dafür gäbe. Wenig Hoffnung also für uns, einen Sitzplatz im vorerst letzten geplanten Flugzeug Richtung Europa zu ergattern.
Am Dienstag Mittag, dann eine unerwartete E-Mail im Postfach. Die Botschaft meldete sich. "Kommt morgen Nachmittag an den Flughafen. Wir haben euch auf die Warteliste gesetzt. Vielleicht kommen einige Passagiere nicht und dann habt ihr eventuell eine Chance mitzufliegen."
Schnell war alles organisiert und die Koffer gepackt. 24 Stunden nach der Botschaftsmail wurden wir von einem Freund zum Flughafen gefahren, welchen wir mit optimistischer Zuversicht nicht warten ließen und nach Hause schickten.
Es war spannend am Flughafen, denn bis eine Stunde vor Abflug standen wir mit 10 weiteren, hoffenden, potenziellen Fluggästen vor den Toren des Flughafens.
Am Ende gab es, vom netten Botschaftspersonal, grünes Licht für jeden Fluggast seine Koffer einzuchecken, uns eingeschlossen.
Gut eine Stunde später waren wir in der Luft und landeten 11 Stunden nach dem Abheben in Paris. Hier wurden die deutschen Reisenden schon erwartet und direkt zum Lufthansaflieger nach Frankfurt begleitet.
Insgesamt waren wir knapp 40 Stunden unterwegs, bevor wir an unserem Zielort in Mecklenburg Vorpommern ankamen.
Auch wenn die Koffer es wieder einmal nicht geschafft haben, (stehen immer noch in Paris) uns bis an den Zielort zu folgen, sind wir doch froh, diese Reise hinter uns zu haben.
Wir wussten nicht, was uns in Deutschland in Sachen Corona erwartet, doch nach vier Tagen im Land der Dichter und Denker, und einem ersten Eindruck der hiesigen "Coronaschutzmaßnahmen", sind wir froh, in Deutschland zu sein.
Die Länder beschließen selbstständig immer mehr Lockerungen der Maßnahmen. So werden ab Samstag in Mecklenburg Vorpommern die Gaststätten wieder ihre Türen öffnen und die Hotels und Gästehäuser zu Pfingsten wieder Urlauber aus ganz Deutschland begrüßen.
Für mich hat es den Anschein, dass die Ministerpräsidenten der Länder endlich wach geworden sind und Frau Merkel die kalte Schulter zeigen.
Gut so, weiter so und heute Abend trinke ich ein lecker Bierchen auf die Freiheit und das Wohl aller lebendigen Menschen.

Donnerstag, 23. April 2020

keine Quarantäne ohne frisches Gemüse

Eigentlich würde heute unser Flieger in Berlin landen. Doch die Grenzen sind dicht, Flugzeuge bleiben am Boden und wir bleiben zu Hause. Wie lange dieser Quatsch noch funktioniert und die Quarantänemaßnahmen aufrecht erhalten bleiben weiß keiner. Das Leben geht trotzdem weiter und wir müssen umplanen.
Eigentlich war unser Gemüsebeet schon auf den Winterschlaf vorbereitet. Doch nichts ist wichtiger bei solch einem gefährlichen Virus als gesunde Ernährung. Also müssen unsere Beete neu bestückt werden.
Und warum ist eigenes Gemüse so gesund? Du holst es dir einfach aus dem Garten und kannst so den "hochgiftigen Schlangen" vor den Supermärkten entgehen.
Also wurde das Schattennetz vom Hochbeet entfernt und Ordnung geschaffen. Wir haben zwei Hochbeete jeweils von 8m Länge und 1m Breite und hatten in diesem Jahr eine ordentliche Ernte.
Inzwischen ist die neue Saat in der Erde und die ersten Pflänzchen gucken schon.
Doch nicht nur mit unserem Hochbeet sind wir voll zufrieden, auch der Spargel hat alle meine Wünsche erfüllt. Im September steckte ich 40 Samen in Pflanzsäcke und konnte vor 3 Wochen auch 40 Grünspargelpflanzen an ihren endgültigen Platz pflanzen.
Überrascht haben mich in diesem Jahr die Kartoffeln. Bis heute hatten wir noch nie Glück mit Kartoffeln und als ich im September vier verschiedene alte Sorten in die Erde brachte, tat sich sieben Monate gar nichts.
Eigentlich waren die Kartoffeln schon abgeschrieben, doch vor vier Tagen entdeckte ich die ersten Blätterchen.
So nun genug vom Gemüse, gehen wir zum wirklich gesunden Nahrungsmittel über- einem lecker Bierchen.

Montag, 13. April 2020

Ostern 2020

Es sind die wichtigsten Feiertage in Paraguay, die Osterfeiertage. Doch in diesem Jahr war alles anders. Die Menschen mussten zwangsweise zu Hause bleiben und von Feiertagsstimmung war nichts zu merken.
Und trotzdem, bei uns gabs Traditionen wie in jedem Jahr. So waren die Kinder aus der Nachbarschaft pünktlich zum Ostereier suchen angetreten.
Für die Großen gabs knusprig Gegrilltes und dazu ein leckeres Osterwasser.
Neu im Osterprogramm aufgenommen wurde das Zubereiten und anschließende Verzehren von Klötenköm (Eierlikör).
Ostermontag ist in Paraguay kein Feiertag mehr und bei unserer heutigen Einkaufstour in Quiindy stellte ich fest, dass wieder mehr Menschen auf den Straßen unterwegs sind. Auch schien kein Autofahrer auf sein Nummernschild zu achten, denn laut Anordnung durften heute nur Autos mit ungeraden Endziffern auf dem Nummernschild fahren, was jedoch scheinbar vollkommen ignoriert wurde.
Ostern haben wir also geschafft und vor uns liegt eine weitere Woche unter Quarantäne.
Und wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, wird es die letzte Woche im heimischen Knast.