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Freitag, 2. Dezember 2011

Abi 2011

Marie hat es geschafft und die schönste Zeit ihres Lebens ist vorbei. Sie hat die Schule beendet und ihr Abitur in der Tasche. Am Mittwoch feierte Ihre Klasse ihren Abschlussball. Die Kleiderordnung schrieb dafür Kleid und Anzug mit Schlips und Kragen vor. Das letzte mal hat die Welt mich vor 22 Jahren, zu meiner Hochzeit in solch einem Outfit gesehen, aber für meine Lieblingstochter mache ich natürlich alles und schlüpfte in die Vertreteruniform. Damit mein Leben dadurch nicht völlig aus den Fugen gerät, konnte ich das Jacket im Kaufmannsladen lassen.
Nachdem der Frisör, den Haaren meiner beiden Frauen den letzten Schliff gegeben hatte, fuhren wir in die Hauptstadt Asuncion, wo die Feier stattfinden sollte. Die Feierhalle war pompös geschmückt und dekoriert und bekam durch viel, gekonnt eingesetztes Licht, einen festlichen Glanz.
Fotografen standen überall herum und die Abiturienten drängten sich vor den Kameras, wobei meine beiden Frauen natürlich das schönste Motiv gaben.
Pro Person wurden im Vorfeld 80.000Gs eingesammelt, welche für Essen und Getränke sein sollten. Doch ein Nudelbuffet mit drei verschiedenen Soßen und Büchsenbier von Miller, welches auch noch bezahlt werden musste, Coca Cola und Fruchtschaumwein, entsprach nicht dem, was wir für das Geld erwarteten. Als ich dann um Mitternacht zu Helmuts Geburtstag, eine Flasche Wein und ein paar Kerzen bestellen wollte, stieß das Personal an seine Grenzen und konnte uns nicht helfen. Alles in allem eine enttäuschende Veranstaltung, die außer viel Dekoration nichts zu bieten hatte. Der Schein eines prunkvollen Festes versank in Büchsenbier und Spaghettisoße. Da sind mir doch die Feste ohne Kleiderordnung und viel Pomp lieber, so wie unser Richtfest in der vergangenen Woche.
Marie geht nun in die verdienten Sommerferien und das ein halbes Jahr früher, als es in Deutschland gewesen wäre. Nochmal herzlichen Glückwunsch und schöne Ferien.

Dienstag, 15. Februar 2011

letzter erster Schultag

Marie hat ihre letzten Sommerferien geschafft und freut sich nun, wieder zur Schule gehen zu dürfen. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurde die paraguayische Nationalhymne gesungen und die Nationalflagge gehisst.Für Marie brachte der letzte erste Schultag nocheinmal neue Klassenkameraden und neue Lehrer, denn sie wechselt, zum zweiten Mal in Paraguay, ihre Schule. Ihre Entscheidung fiel auf das Colegio "Dr. Manuel Dominguez" in Luque.Durch die neue Schule verkürzt sich ihr Schulweg um fast eine Stunde und sie hat mehr Zeit zum "Lernen". Auch das Fach Religion macht ihr kein Kopfzerbrechen mehr, denn ihre neue Schule ist ein privates Colegio, was nicht unter der Leitung von Nonnen steht.
Auf geht`s in das zwölfte Schuljahr und die letzten Monate zum Abitur.

Donnerstag, 16. September 2010

"why not"

Unter diesem Motto steht eine grosse Schulparty, die Maries Klasse für den 20.September anberaumt hat. 20.September, das ist doch ein Montag und am Dienstag müssen doch alle wieder zur Schule?! Neeeee, nicht in Paraguay, denn da ist Frühlingsanfang und Dia de la Joventud (Tag der Jugend) und damit schulfrei in Paraguay.
Auch ich habe einen Vorteil von dieser Party, auf der ca. 700 bis 1000 Gäste erwartet werden. Denn mein Auto, wurde seit langer Zeit mal wieder, von innen und aussen gründlichst gereinigt(von Marie und Paul). Warum??
Weil heute ein Autokorso durch Asuncion für die Megaparty Werbung machte und ich hatte die Ehre, bunt geschmückt und die Ladefläche voll mit Maries Klassenkameradinnen, mit daran teilzunehmen.Hab mein Wagen voll geladen, und so ging es durch die Hauptstadt Paraguay´s an vielen Schulen Asuncion`s vorbei. Insgesamt acht Autos gehörten zum Korso und Vorfahrtsregeln und rote Ampeln waren ausser Kraft gesetzt.Es waren anstrengende drei Stunden, aber Spass war mit an Bord und selbst die Verkehrspolizei sperrte für uns, vieler Orts die Kreuzungen.
Hallo Herr Wowereit, diese Aktion war nicht angemeldet.

Dienstag, 9. Februar 2010

letzte Ferienwoche

Fast drei Monate konnten sich die Schüler Paraguay's ausruhen und vom Schulstress erholen. Die letzte offizielle Ferienwoche hat begonnen und noch herscht Ruhe vor den Toren der Schulen, so wie hier vor dem Goethe Colegio in Asuncion.Für uns bedeuteten die Ferien viel Arbeit auf der Kartbahn, die wenig Freizeit zuliess. Nun wird Paul mehr und mehr die Führung auf der Bahn übernehmen und Helmut und ich können uns wieder anderen Aufgaben widmen.

Freitag, 7. August 2009

Papiere für die Schule

Marie besucht seit Februar das Colegio Goethe in Asuncion, aber erst jetzt haben wir alle notwendigen Papiere zusammen und konnte sie in der Schule abgeben.
Probleme gibt es mit der Aufnahme an der Schule nicht, wenn man die Papiere noch nicht vollständig hat, aber um ein ordentliches und gültiges Zeugnis zu erhalten, müssen alle Papiere bis zum Ende des Schuljahres vollständig eingereicht sein.
Folgendes wird von der Schule gefordert:
letzte erhaltene Schulzeugnis
Beglaubigung des Zeugnis durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des jeweiligen Bundeslandes
Überbeglaubigung der Beglaubigung durch das Ministerium des Innern des jeweiligen Bundeslandes
Beglaubigung des Zeugnis durch die deutsche Botschaft in Paraguay
Legalisierung der Beglaubigung durch das paraguayische Aussenministerium
Legalisierung der Legalisierung durch das paraguayische Ministerium für Bildung und Kultur
Übersetzung des Zeugnis durch einen vereidigten Übersetzer

Diesen gesamten Papierstapel reicht man gesammelt nochmals beim Ministerium für Kultur und Bildung ein und bekommt dann eine Anerkennung der bisherigen Schulbildung, ausgestellt durch den Generaldirektor der Grundschule Paraguay's. Das ist dann der eigentliche Zettel,welchen die Schule haben will.Jetzt glauben auch wir an die Echtheit von Marie's Zeugnis.

Freitag, 17. Juli 2009

Schweinegrippe Olé

Da es ja in meiner Schule bekanntlich drunter und drüber geht, bleibt mir das Chaos auch in den Ferien nicht erspart. Denn gestern erfuhr ich von unseren Austauschschülern, dass die Ferien um eine Woche verlängert wurden. Warum? Natürlich wegen der hochgefährlichen Schweinegrippe. Gut, dass ich es doch noch rechtzeitig erfahren habe, sonst hätte ich die kommenden Tage tatsächlich noch anfangen müssen Guarani zu lernen. So kann ich es noch aufschieben. Denn die, die mich kennen wissen sicherlich: "Ich leide solange an Motivationsmangel, bis mich der Zeitmangel einholt."
Hier eine kleine Statistik wo man sehen kann, dass Paraguay zu den Ländern gehört, in denen die Anzahl der Betroffenen noch relativ niedrig ist.



Quelle: www.focus.de

Freitag, 3. Juli 2009

HURRA FERIEN!

Nach 4 Monaten ist nun endlich die erste Etappe vorbei und nachdem gestern die Zeugnisse zwischen Tür und Angel, in einer 10 minütigen Pause ausgegeben wurden, heißt es nun 2 Wochen Winterferien. Auch ich dachte eigendlich ein Zeugnis zu bekommen, aber die Schulleitung empfand das anscheind nicht so und sagte, dass ich mein Zeugnis nach den Winterferien in Empfang nehmen darf. Ein Glück stand ich nicht als einzige ohne Zeugnis da. Viele hatten ohne Grund einfach keins bekommen. Nun heißt es abwarten und die Ferien geniessen und hoffen, dass ich dann, nach den Ferien endlich, mein recht gut ausgefallenes erstes paragayisches Zeugnis mit nach Hause nehmen darf.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Papier, Papier, Papier

Nachdem wir nun, ein vom deutschen Kultusministerium beglaubigtes und vom deutschen Innenministerium überbeglaubigtes, so wie vom paraguayischen Kultusministerium überbeglaubigtes und vom paraguayischen Innenministerium überüberüberbeglaubigtes Zeugnis bei der Schule von Marie eingereicht haben, wollen sie nun noch ein Schriftstück was aussagt, auf welcher Schule Marie war und welche Klasse sie besucht und abgeschlossen hat. Das natürlich auch wieder doppelt beglaubigt und notariell bestätigt.?????????
Wir dachten "dritte Welt, da gibt es nicht soviel Papier" e-e falsch gedacht. Also waren wir heute wieder in der grossen Stadt und beantragten die benötigten Papiere.
Ein Unterschied zum Papierkrieg in Deutschland gibt es aber: Hier kann man sein Büro, auch im Winter, schnell mal in einem Strassencafe aufbauen.

Dienstag, 2. Juni 2009

Vorsichtsmaßnahmen im Goethe Colegio

Die Schweinegrippe hat nun auch meine Schule erreicht.
Denn dieses hübsche Schild schmückte heute früh unsere Informationstafel.

Zu Deutsch: Schützt eure Gesundheit, tragt einen Mundschutz!
Auch in Biologie wurde ausführlich über H1N1 diskutiert. Woraufhin ich in der nächsten Hofpause tatsächlich einige meiner Mitschüler mit einem Mundschutz rumlaufen sah.
Außerdem bekamen wir einen Informationszettel, wie man sich in solch einer Gefahrensituation zu verhalten hat. Eine Verhaltensregel war z.B.: "Haltet Abstand von Leuten die bereits mit der Schweinegrippe infiziert sind". Auf diese Idee wäre ich nie im Leben gekommen. Oder: "Bitte Liebe Eltern, schickt eure Kinder nicht mit Schweinegrippe zur Schule." Nun weiss auch unsere Schule bestens Bescheid.
Und uns kann nichts mehr passieren. . .

Dienstag, 19. Mai 2009

paraguayische Bürokratie

Es versprach kein sonniger Tag zu werden heute früh, also entschieden wir uns spontan einen Behördentag in Asuncion einzuschieben. Für Marie`s Schule benötigen wir noch eine paraguayische Legalisierung, des vom deutschen Kultusministerium überbeglaubigten, vom deutschen Innenministerium beglaubigten und von ihrer ehemaligen Schule abgestempelten und unterschriebenen Zeugnis der neunten Klasse. Da ihre jetzige Schule nach deutschen Richtlinien unterrichtet, hat sie sich auch gleich die deutsche Bürokratie angenommen.
Bei der Gelegenheit wollten wir uns auch bei der paraguayischen Polizei mit Fingerabdrücken registrieren lassen,


was zur Beantragung des paraguayischen Ausweises notwendig ist. Da alles in Paraguay etwas mehr Zeit braucht als man denkt (fehlende Fotokopien, Passbilder), waren wir erst um 11.30 im Polizeipresidium fertig. Also schnell noch zum Ministerium für Erziehung und Kultur, aber es war 12.07 und der Laden war zu. Beim nächsten Anlauf wissen wir besser bescheid und werden hoffentlich die fehlenden Papiere bekommen. Die Sache mit der Registrierung von Ausländern konnten wir ja erledigen und der Stadtbesuch war nicht umsonst.

Montag, 27. April 2009

Vollplayback

Volles Haus in der Schule von Marie. Anlass war die diesjährige Playbackschow. Für uns eine Pflichtveranstaltung, welche wir später aber nicht bereuten. Vom Stromausfall über Tonausfall und organisatorischen Problemen bis hin zur schlechtesten Playbackvorstellung die ich je sah, wurde uns alles geboten. Die Kids waren trotzdem begeistert und applaudierten auch der talentfreiesten Darbietung. Hier meine heimlichen Sieger: Michael Jacson mit Team.Leider weiss ich nicht wer der Sieger der Jury wurde, da wir vorzeitig gegen 21.30Uhr die Veranstaltung verliessen. Wer auch gewonnen hat ist egal, denn dabei sein ist alles.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Schulanfang

Heute endeten in Paraguay die Sommerferien. Für Marie war es heute der erste Schultag hier und deshalb wünschte sie sich eine Schultüte. Da es in Paraguay soetwas nicht gibt, mussten wir ihr eine basteln. Die Überraschung ist uns gelungen und sie war glücklich, als sie heute früh, ihre Schultüte in den Händen hielt, und voll Spannung den Inhalt erforschte.













Marie geht in Asuncion auf das Goethe Colegio, einer grossen Privatschule mit bis zu 8000 Schülern. Im Februar hat sie täglich 6 Unterrichtsstunden und ab März werden es 12 Stunden pro Tag sein. Heute hat es ihr gut gefallen und sie wird auch morgen wieder zur Schule gehen.

Dienstag, 27. Januar 2009

bald geht die Schule los


Nur noch drei Wochen und die Sommerferien in Paraguay sind vorbei. Marie`s zehntes Schuljahr beginnt am 18. Februar und sie kann es kaum noch erwarten. Dann heisst es bis Ende November pauken das der Kopf qualmt. Im Gegensatz zu Deutschland haben die Schüler hier nur zweimal eine Woche Ferien im Schuljahr aber dafür 3 Monate Sommerferien. Marie wird das Goethe Colegio in Asuncion besuchen. Die Abschlüsse von dieser Schule werden vom deutschen Kultusministerium voll anerkannt, und sie kann im Falle des Bestehens der zehnten Klasse, normal wieder in den laufenden Schulbetrieb der elften Klasse in Deutschland einsteigen.
Da in Paraguay Schuluniform getragen wird, mussten wir Marie komplett neu einkleiden. Gekauft wurden drei T-Schirt´s, ein Trainingsanzug, ein Rock und eine weisse Bluse. Rock und Bluse werden nur zu besonderen Anlässen getragen. Kostenpunkt für alles zusammen: 360000,-Gs(57,00Euro). Wenn ich dagegen den Kleiderwahn an deutschen Schulen betrachte, erscheint mir das doch sehr günstig.
Noch 21 Tage und Helmut und ich müssen uns noch Gedanken machen wo wir eine Schultüte erwerben können oder besser was Schultüte auf spanisch heisst.....????