Montag, 9. Januar 2017

tierisch was los

Neues Jahr, neues Glück und ich hoffe ihr seid alle gut durch und über die Feiertage gekommen.
Wir hatten, zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel, unsere Tochter mit ihrem Freund zu Besuch und so vergingen die Tage, gewohnt chaotisch, wie im Fluge.
Am Freitagnachmittag hieß es dann wieder Abschied nehmen und die Koffer waren bereit für den Weg in die kalte Heimat.
Da unsere Tochter bei der Lufthansa arbeitet, zahlte sie nur ein ganz kleines Geld für ihr Flugticket, was sich im ersten Moment auch gut anhört. Der Nachteil eines solchen Angestelltentarifes ist aber, dass man nicht fest auf den Flug eingebucht wird, sondern nur dann mitfliegen kann, wenn das Flugzeug noch leere Plätze hat. In Südamerika ist gerade Ferienzeit und das merkt man natürlich auch bei der Auslastung der Flugzeuge und auch Marie und ihr Freund bekamen dieses zu spüren. Schlappe 48 Stunden saßen die Beiden in Sao Paulo fest und landeten erst heute in Frankfurt. (Marie und Christoph, wenn es euch ein Trost ist, wir waren immer in Gedanken bei euch, auch wenn der Platz im Pool bei einem eiskalten lecker Bierchen bestimmt angenehmer war, als die harte Plastikbank am Flughafen.)
Bei uns kehrt nun auch wieder der Alltag ein, wobei uns das neue Jahr mit sommerlichen Temperaturen um 35°C ganz schön schwitzen lässt. Apropo schwitzen, wusstet ihr, dass Schweine, im Sinne von transpirieren, nicht schwitzen können? Sie suchen sich bei der momentanen Hitze einen kühlen Schattenplatz oder legen sich in ihr erfrischendes Modderloch. Und da wird es momentan ganz schön eng, denn unsere drei Sauen haben zwischen den Feiertagen ihren Nachwuchs zu Welt gebracht.
Insgesamt 19 kleine Ferkel flitzen nun über das Farmgelände und das kuriose daran ist, dass alle 19 Ferkel die drei Sauen als ihre Mutter ansehen und umgekehrt alle drei Sauen die 19 Ferkel an ihre Mutterbrust, so es die Kapazität hergibt, lassen und säugen. Es geht zwar ganz schön drunter und drüber, aber am Ende sind alle Babyschweine satt und zufrieden.
14.00Uhr und 38°C, Zeit für einen Poolgang.

Samstag, 24. Dezember 2016

Zum Weihnachtsfeste nur das Beste

Es ist das Fest der Liebe, der Ruhe, der Völlerei und des Schenkens.
Wir wünschen euch allen viel Liebe, Entspannung, volle Kühlschränke und sinnvolle Geschenke. Jedoch vor allem wünschen wir euch und auch uns, eine friedliche Weihnacht.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Weihnachtsstress auf der Farm

Es steht nun schon der dritte Advent vor der Tür und wir haben noch nicht einmal eine Kerze angezündet, jedenfalls nicht aus weihnachtlichen Beweggründen. Im Gegenteil, eigentlich geht uns Weihnachten so ziemlich am Ar... vorbei. Doch in diesem Jahr ist es anders, denn es hat sich hoher Besuch angekündigt. Genau am Heiligen Abend landet unsere Tochter mit ihrem Freund in Paraguay und besucht uns und ihre alte Heimat. Für uns bedeutet das, unsere Baustelle "neuer Wasserturm" zum Abschluss zu bringen, damit meine Prinzessin, auf dem Weg in den Pool, nicht durch den Mörtelkübel stapfen muss.
Natürlich wird auf unserer Baustelle die Arbeitssicherheit ganz groß geschrieben, wobei ich bei dieser Rüstbohlensicherung gegen das Verrutschen des Rüstbrettes etwas schmunzeln musste.
Dass es auf der Baustelle nicht immer ganz reibungslos abläuft, musste ich erst gestern erfahren, als die Schalungsmauer eines Pfeilers des neuen Terrassendaches, dem Gewicht des Betons nicht stand hielt und das ganze Gedönst in sich zusammensackte.
Und was habe ich meinen Kollegen immer geprädigt? "Trocknungszeiten einhalten!" Das hatte ich in diesem Falle wohl vergessen.
Neben der Baustelle wollen Pferd, Kuh, Huhn, Schwein und Ziege natürlich nicht vernachlässigt werden und gerade die Ziegen brauchten in den letzten zwei Wochen etwas mehr Liebe und Zuneigung.
Vier Neuzugänge gab es im Zickenstall und beide Muttertiere beschäftigten uns mit Mastitis, einer Euterentzündung. Dadurch gab es für den Nachwuchs keine Frischmilch aus der mütterlichen Brust und wir mussten mit Nuckelflasche nachhelfen. Inzwischen sind die Mütter wieder auf dem Weg der Genesung und fangen langsam wieder an, dem Milchbedarf ihrer Zicklein gerecht zu werden, so dass wir nur noch am Morgen mit der Flasche aushelfen müssen.
Noch gut zwei Wochen, dann ist es soweit und die Welt lehnt sich entspannt zurück. Bis dahin euch noch allen eine stressige Vorweihnachtszeit.



Freitag, 11. November 2016

Kolibris, Kälbchen, erster Spatenstich, Sommerbefehl, Leckerbierchenpreiswirrwarr und Donald Trump

Was für eine Überschrift!!!
Wie in jedem Jahr, hat auch heute wieder, pünktlich um 11.11Uhr die Karnevalssaison begonnen. Das nur nebenbei bemerkt.
Vier Wochen haben wir das kleine Nest unserer Kolibrifamilie beobachtet. Seit zwei Tagen ist es leer, denn die zwei Babys sind ausgeflogen und erkundschaften nun die große weite Welt.
Doch nicht nur bei den Kolibris gab es Nachwuchs. Auch unsere Bella hat am Montag Morgen ihr Baby zur Welt gebracht. Alles verlief ohne Komplikationen und auch einen Namen hat die Kleine schon. Darf ich vorstellen, das ist Bonni.
Ansonsten geht das  ganz normale Farmleben weiter. So haben wir zum Beispiel unseren Quincho sommerfit gemacht und sind ab sofort wieder im Schönwettermodus.
Der Quincho ist inzwischen fertig renoviert und damit uns nicht langweilig wird, haben wir auch gleich unsere nächste Baustelle in Angriff genommen. Ein neuer Wasserturm muss her.
Durch den vielen Regen des letzten Jahres, einigen starken Stürmen und zu schwachen Fundamenten, neigt sich unser Wasserturm langsam in eine gefährliche Schieflage. Um schlappe 8 cm hat sich der Turm bereits von seiner ursprünglichen Position entfernt und der Tag wird kommen, an dem er sich endgültig von uns verabschiedet.
Die Fundamente und die Bodenplatte für den neuen Wasserturm sind fertig und in der nächsten Woche geht es dann ans Mauerwerk.
So eine Baustelle läuft natürlich nicht ohne "Lecker Bierchen" und ich weiß nicht ob es mit unserer Baustelle zu tun hat oder einfach nur an unserem vergangenen Boykott liegt.
Zur Erklärung: Der Preis des lecker Bierchen - Pilsen - wurde vor zwei Monaten wieder einmal erhöht. Und, obwohl ich eigentlich ein ganz gemütlicher Kerl bin, lasse ich nicht alles mit mir machen. Also wechselt ich trotzig die Biersorte, was man an den grünen Flaschen erkennen kann.
Mit dieser Entscheidung schien ich nicht allein zu sein, denn enorme Umsatzeinbußen beim Pilsenvertrieb, zwangen die Preisgenies von "CERVEPAR", dem paraguayischen Biermonopol, zu einer raffinierten Strategie. Sie senkten, das erste Mal in der Biergeschichte Paraguays, den Bierpreis und seit ein paar Tagen gibt es Pilsen wieder für das gleiche Geld, wie noch vor zwei Monaten.
So, und nun zum neuen Präsidenten. Ich bin politisch gesehen eine absolute 0, doch ich habe gehört, dass es in Amerika einen neuen Boss geben wird. Einer der seinen Wahlkampf selbst finanziert hat und der keinen Wert auf Lobbyisten legt. Keiner kann sagen, was uns dieser Mann bringen wird, doch eins hat er heute schon geschafft. Die Welt ist wach geworden.

Freitag, 28. Oktober 2016

Nix mit "goldener Oktober"

Was in Deutschland der April, ist in Paraguay der Oktober und dementsprechend gibt sich auch das Wetter. Es reicht von sommerlichen 35°C bis hin, zu orkanartigen Winden mit Hagelschauern. So auch in der vergangenen Woche, welche mit sonnigen, schwülen 33°C begann.
Doch am Montag Abend drehte der Wind auf Süd und schob packige Gewitter über unsere Farm. Schließlich war es nicht verwunderlich, dass gegen 21.00Uhr auch der Strom ausfiel.
Einer stürmischen und wasserreichen Nacht folgte ein klitschnasser und ebenso stürmischer Dienstag. Schnell war auch die Ursache für den, noch immer anhaltenden, Stromausfall gefunden. Ein paar Strommasten hatten dem Wind nicht standhalten können und zerrissen die Stromleitung. Mehrere Anrufe bei der Stromgesellschaft "ANDE" blieben ohne Reaktion. Am Abend nahmen dann unsere Nachbarn den Kabelsalat selbst in die Hand.
Auch ich konnte dabei helfen, obwohl ich vor Strom mächtigen Respekt habe, aber meine Leiter war ein wichtiger Bestandteil der selbsternannten Elektronachbarschaftsbrigade. Während diese, obwohl es immer noch nieselte, sich an die zerbrochenen Strommasten machte und versuchte die Freileitung wieder zu flicken, genossen wir die Kerzenscheinromantik bei einem leckeren Tapasabend.
Nun stellt euch vor, in Deutschland würde jemand an den Elektroleitungen der Stromgesellschaften herumflicken - undenkbar. Doch in Paraguay ist alles möglich und plötzlich, wir haben selbst nicht einen Moment daran geglaubt, ging das Licht wieder an. Heute, drei Tage später, bin ich immer noch begeistert von dieser Heldentat und natürlich wird es auch ein Dankbarkeitsleckerbierchen für die mutigen Nachbarn geben.
Am Mittwoch beruhigte sich dann endlich das Wetter und gegen Abend konnte man, bei genauerem Hinsehen, schon ein bisschen den Sonnenuntergang beobachten.
Größere Schäden gabs auf der Farm nicht zu verzeichnen, jedoch musste wieder mal ein Baum das zeitliche sägen.
Donnerstag dann alles wieder im lindgrünen Bereich. Blauer Himmel, Sonnenschein und frühlingsfrische 22°C. Der alltägliche Wahnsinn konnte wieder angegangen werden und bescherte mir dieses tolle Foto.
Wenn ich das Rad eines Ochsenkarrens zum Stellmacher bringe, kann ich doch auch gleich noch das Auto in die Werkstatt schleppen.