Samstag, 24. Juni 2017

Schuften in der alten Heimat

Seit fünf Wochen sind wir nun schon in Deutschland und es liegen noch sieben Wochen vor uns, bevor wir wieder auf unserer kleinen Farm anzutreffen sind. Grund dafür ist ein etwas zeitaufwändigeres Projekt, welches uns derzeit beschäftigt. Ein 250 Jahre altes, denkmalgeschütztes Reetdachhaus wollen wir wieder in Schwung bringen und zu Ferienwohnungen herrichten. Die ersten vier Wochen gehörten dem Vorschlaghammer, dem Bauschutt und Staub.
Jetzt geht es langsam ans Wiederaufbauen. Elektrik, Zu- und Abwasser, Fußböden, und jede Menge Lehmputze warten auf Erledigung.
Und damit uns auch in Deutschland nicht das frische Frühstücksei fehlt, wurden als erstes vier Hühner und ein Hahn auf dem Gelände stationiert.
Es gibt noch jede Menge zu tun, also packen wir es an. Doch jetzt gehts erst mal zum Dorffest und dort wartet ein frisch gezapftes lecker Bierchen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gute zwei Jahre ist es jetzt her, als wir unsere Senta von der Strasse aufsammelten. Mager und mit vielen Wunden und Parasiten bekam sie bei uns ein neues zu Hause und wurde von uns wieder aufgepeppelt.
Jetzt ist fast ein Monat vergangen, als Senta von ihrem gewohnten, nächtlichen Ausflug mit ihren Kumpels Manni und Digga nicht nach Hause kam. Eine Woche lang suchten wir nach unserer frechen Hündin, jedoch ohne Erfolg. Irgendwann haben wir uns dann damit abgefunden, dass Senta nicht mehr zu uns zurückkommen wird, wobei ich nicht wusste, ob ihr etwas zugestoßen war oder sie sich einfach nur verlaufen hatte, was ich jedoch für unwahrscheinlich hielt.
Vergangenen Sonntag war ich seit Langem mal wieder Beifahrer und konnte in die Weltgeschichte schauen. Als wir dann, ca. 6 km von unserer kleinen Farm entfernt, an einem Grundstück vorbei fuhren, auf dem gerade ein Auto parkte, konnte ich in der Ferne einen Hund sehen, der den gleichen Gang hatte, wie unsere Senta.
Erkennt man einen Hund an seinem Gang? Senta ja, denn vor gut einem Jahr wurde sie (von uns selbst) mit dem Auto überrollt, als wir sie beim rückwärts ausparken nicht bemerkt hatten. Sie hatte keine inneren Verletzungen, aber ihr Schulterblatt war gebrochen. Schnell erholte sich Senta davon, aber was blieb war ein leichtes Humpeln, gerade bei freudigen Sprüngen.
Lange schaute ich in die Richtung des Hundes, der unserer Senta so ähnlich war, bis ich ihn aus den Augen verlor. Bis heute ließ mir diese Begegnung keine Ruhe und am späten Nachmittag fuhr ich nochmals zur beschriebenen Stelle.
Ein Blick aus dem Autofenster brachte mich nicht weiter. Ich stieg aus und machte mich bei den Besitzern des Grundstückes durch lautes Klatschen bemerkbar, welche mich daraufhin zu sich winkten. Nach geschätzten 50 Schritten sah ich dann zwei große Ohren die mich anspitzten und die ich sehr gut kannte. Ein kurzer Pfiff und unsere Senta war außer sich vor Freude.
Ich schwatzte noch ein paar Worte mit den freundlichen Leuten die mir erzählten dass der Hund seit zwei Wochen bei ihnen ist und da sie nicht wussten wo er hingehört, durfte sie bleiben.
Natürlich war es für sie kein Problem dass ich unsere Senta wieder mitnahm und kurze Zeit später waren wir wieder auf unserer Farm und Senta wieder zu Hause.
Sie war gesund und munter und sichtlich erleichtert, wieder daheim zu sein.
Nach einem ausgiebigen Nickerchen, ging es dann zum Spaziergang mit den Ziegen und sie tat so, als wäre sie nie weg gewesen.
Was soll ich da noch sagen. Manchmal gibt es eben auch im wirklichen Leben ein Happy End.

Freitag, 12. Mai 2017

Dr. Parakay bitte in den OP

Sieht man mal von giftigen Schlangen, Fröschen, Spinnen, Pumas und Krokodilen ab, gibt es in Paraguay kaum Tiere die dem Menschen gefährlich werden können. Und doch kann auch ein kleines Mückentier schmerzhafte Wunden hinterlassen, gerade wenn man frisch in Paraguay einreist. Bei unserm Besuch Franz und Conni haben nun die Stechviecher voll zugeschlagen und imposante Entzündungen hervorgerufen.
"Wir müssen zum Arzt oder in die Apotheke." Normal für den deutschen Sicherheitsdenker. "Wartet, ich gehe mal gucken, was mein Garten so hergibt." Schnell hatte ich Knoblauch, Moringa und Aloevera in meinem Mörser und quetschte eine Heilsalbe für die beiden zusammen.
Da ich ja nun ein paar Jahre in Paraguay lebe, vertrauten mir Franz und Conni und rieben (kurze Geschichte nebenbei, ich musste nachschlagen ob es ruben oder rieben heisst) sich mit der grünen Matsche die Wunden ein.
Jetzt wollt ihr sicher wissen, ob der Quatsch geholfen hat. Hm, dazu kann ich noch nichts sagen, denn die Naturbrühe ist gerade erst aufgetragen. Warten wir es ab.   Test

Freitag, 28. April 2017

Abgefranzt

Vor gut zwei Wochen landeten unsere langjährigen Freunde in Asuncion. Die Franzens sind da und bezogen Quartier auf unserer kleinen Farm mit dem Ziel: Auswandern nach Paraguay.
Vorerst bleiben sie nur bis Anfang Juni und wollen bis dahin so einiges erledigen. Natürlich steht die Suche nach einem passenden Grundstück ganz oben auf der To-do-Liste und so streiften wir schon durch die verschiedensten Gegenden Paraguays. Eine kleine Farm soll es werden und bei der Suche danach, bekommt man Angebote von 10.000.000 Gs pro Hektar bis 60.000.000 Gs pro Hektar, je nach Lage, Infrastruktur oder Ausstattung.
Dabei begegneten sie auch immer wieder dem Transportmittel Nummer 1 der ländlichen Regionen.
Meine wichtigste Aufgabe bestand natürlich darin, den Beiden zu zeigen, warum das lecker Bierchen, den Namen lecker Bierchen verdient.
Sie machten Bekanntschaft mit der lustigen Welt der Tiere...
oder mit der Gastfreundschaft der Paraguayer.
Die nächsten Punkte auf dem Einwanderungsplan sind die Einwanderungspapiere, Containertransport, Autokauf, Grundstückskauf und das erlernen der Sprache. Es gibt also jede Menge zu tun für die Zwei. Wir wünschen den Beiden viel Erfolg und Glück in Paraguay.

Und wenn ein Tag mal nicht wie geplant läuft;
"nach einem Sonnenuntergang folgt immer wieder ein Sonnenaufgang".

Donnerstag, 13. April 2017

Bastelstunde für den Karosseriebaumeister

Es war Sonntagnachmittag und wir saßen in einer gemütlichen Runde, bei gut gekühltem lecker Bierchen. Doch irgendwann war das Bier alle und es musste neues her. Der Leckerbierchenladen war nicht weit entfernt, doch zum Laufen hatte irgendwie keiner Lust. Also musste das Auto, für die 500 Meter lange Strecke, auf unserem Sandweg herhalten. Ich weiß nicht ob es nun an den widrige Witterungsverhältnissen (30°C und Sonnenschein) lag oder einfach nur am schlechten Weg. Jedenfalls klammerte sich ein kleiner Sandhaufen an unserer Stoßstange fest und ließ sie auch nicht mehr los. Ein klarer Fall für den Karosseriebauer.
In dieser Werkstatt in Quiindy sollte der Plastikschaden dann wieder gerichtet werden.
Für 400.000 Gs, umgerechnet knapp 80,-Euro, erhielt der Meister den Zuschlag und zwei Tage später konnten wir unser Automobil wieder abholen.
Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und müssen einmal mehr feststellen, basteln können die Paraguayer.
Ich werde jetzt erst einmal Kontakt mit der Berufsgenossenschaft aufnehmen und schauen, ob ich das ganze Dilemma als Wegeunfall geltend machen kann.