Mittwoch, 27. Juli 2016

Kaffee - made in Paraguay

Es sollen die Ziegen gewesen sein, die den Kaffee entdeckt haben. Sie fraßen von dem Strauch die kleinen Bohnen und sprangen des Nachts noch munter umher. Dem Ziegenhirten fiel die Sache auf und so probierte auch er die kleinen Bohnen. Angewidert spuckte er sie ins Feuer und ein aromatischer Duft strömte ihm in die Hirtennase. So ungefähr entstand dann die Idee des Röstens und heute möchten viele auf die heiße Tasse Kaffee am Morgen nicht mehr verzichten.
Bei Südamerika denkt manch einer auch an guten Kaffee, doch Paraguay ist in Sachen Kaffee ein absolutes Entwicklungsland. Wir entwickeln mit und vor drei Jahren pflanzten wir zwei Kaffeesträucher auf unser Land.
Jelitta und Macobs heißen unsere beiden Pflanzen und jetzt konnten wir unsere erste Ernte einfahren. Eine halbe Tasse Kaffeebohnen, frisch aus dem Garten.
Da diese nun gerade mal für vielleicht drei Tassen Kaffee reichen würden, verzichten wir vorerst auf parakayischen Kaffee und ziehen aus den Bohnen neue kleine Kaffeepflanzen. Dazu müssen die Bohnen getrocknete und dann gehäutet werden. Nun geht`s ab in den Pflanzsack und dann heißt es warten.
Der Weilen koch ich mir jetzt erst mal eine schöne Tasse Kaffee.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Versuchs doch mal mit Hochbeet

Auch nach sieben Jahren Gemüseanbau in Paraguay, sind wir immer noch am probieren und erforschen, wie es am besten mit Kohlrabi, Tomate und Blumenkohl funktioniert. In diesem Jahr setzen wir hierbei auf den Garten in luftiger Höhe. Der erste Versuch fand in einem alten Futtertrog statt, der kurzer Hand zum Hochbeet umfunktioniert wurde und als Aufzuchtsstation der kleinen Pflanzen diente. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Nun war mehr Platz gefragt. Also Bretter, Hammer und Nägel gesucht, ein bisschen geschwitzt und schwuppdiewupp fertig. Nun nur noch Erde rein und den Pflänzchen ihren neuen Platz zugewiesen.
Schlau wie ich bin, habe ich den Platz für unser neues Hochbeet so gewählt, dass es nicht weit weg vom Ententeich steht. Hier kam nun unser alter Wassertank wieder zum Einsatz, in den ich das nährstoffreiche Entenwasser pumpe und bei Bedarf damit die Pflanzen gießen kann.
Unser Nachbar Luis schaute gestern bei uns vorbei und bewunderte das neue Gemüsebeet.
"Que inteligente los Alemanes!"
Na warten wir erst einmal das Endergebnis ab.

Dienstag, 5. Juli 2016

Publik Viewing in Paraguay

Seit der WM 2006 kennt es jeder. Das Zusammenhocken vorm Fernseher oder einer Leinwand, um gemeinsam auf den grünen Rasen zu gucken. Publik Viewing ist in der deutschen Sprache fest verankert und seit 2007 im Duden zu finden. Es macht ja auch viel mehr Spaß, in der Gemeinschaft Sportereignisse zu verfolgen. Und wer hat`s erfunden? Ich glaube die Paraguayer waren es. Denn hier sitzt man nicht nur zu Großereignissen, wie der Fußballweltmeisterschaft zusammen, sondern immer wenn etwas Spannendes im Fernsehn läuft, tummeln sich die Paraguayer vor den öffentlichen Fernsehapparaten in den Bodegas, Despensen oder Restaurantes. Ob sie nur einfach zusammen Fachsimpeln, ein lecker Bierchen trinken oder Gemeinschaft spüren wollen, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass nicht in jedem Haushalt ein Fernseher vorhanden ist. Wie dem auch sei, wir machen mit! So wie am letzten Samstag beim Fußballkrimi Italien - Deutschland.
Nachdem sich der Puls nun langsam wieder beruhigt hat, freuen wir uns auf den kommenden Donnerstag mit einem Spannung versprechenden Halbfinale in der Gemeinschaft und natürlich ein paar eisgekühlten lecker Bierchen.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Zurück im "Winter"

Nach drei Wochen Urlaub, wird nun der Schalter wieder umgelegt. Von Sommer auf Winter, von schnell auf langsam und von Europa auf Südamerika. Es war ein schöner Urlaub, mit vielen Höhepunkten und Überraschungen. So zum Beispiel, die Ankunft auf dem Flughafen von Barcelona, auf dem wir von drei Freunden mit einem Geburtstagsständchen begrüßt wurden.
Danach hieß es vier Tage Barcelona unsicher machen.
Nach Barcelona stand Deutschland im Programmheftchen und auch hier gab es von lieben Freunden eine kleine Überraschungsparty.
Deutschland im Sommer ist schön und an den lauen Sommerabende genossen wir oft den Sonnenuntergang.
Oder wir trafen uns einfach zu einer kleinen Grillparty.
Und dann war da natürlich mein Klassentreffen, auf dem es viel zu erzählen gab und so war es kein Wunder, dass es erst im Morgengrauen wieder nach Hause ging.
Zu den schönen Momenten gehören natürlich immer die Tage, die wir mit meinen Eltern und unseren Kindern verbringen und die eigentlich immer viel zu kurz sind.
Seit gestern sind wir nun wieder auf unserer kleinen Farm, die unser Capataz Elso drei Wochen für sich alleine hatte und alles bestens managte. Unsere Akkus sind voll aufgeladen, wir freuen uns wieder zu Hause zu sein und starten voll Elan in unseren paraguayischen Alltag, bei winterlichen Temperaturen um 28°C und blauem Himmel.

Montag, 6. Juni 2016

Paraguayische Rentenvorsorge

Ich bin ja nun auch schon in einem Alter, in dem sich langsam die Haare verfärben und weniger werden, die Haut sich knittert und das Wachstum eingestellt ist. Zeit langsam an die Rente zu denken. Ich habe zwar meine Pflichtbeiträge in Deutschland der Rentenkasse gespendet, aber dass Die mir dann auch mal einen kleinen Obolus auszahlen, wage ich zu bezweifeln. Ich bin Realist und wenn ich die Rentendiskussion in Deutschland so verfolge, nehme ich meine finanzielle Absicherung fürs Alter doch lieber selbst in die Hand. Und so sieht sie aus.
Ich habe damit begonnen, jeden Monat 100 Eukalyptusbäume zu pflanzen. Wenn man dem Internet glauben schenken darf, sind diese dann in 12 bis 15 Jahren so weit, dass sie geerntet werden können. Nach heutigen Holzpreisen bringt so ein Baum ca. 25 Dollar. Ich rechne damit, dass sie zwanzig Jahre wachsen und dass sie nur die Hälfte einbringen.
Wenn ich also ab jetzt, zwanzig Jahre lang, jeden Monat 100 Bäume pflanze, kann ich dann in zwanzig Jahren auch jeden Monat 100 Bäume ernten. Ob das alles so funktioniert, steht in den Sternen, aber der Umwelt schadet es auf alle Fälle nicht und ich kann sagen ich bin nicht Riester-, sondern Biorentenversichert.