Montag, 13. November 2017

Sonntagsausflug zum Lago Ypoa

Sonntagmorgen 8.00 Uhr, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, die Kühlbox ist einsatzbereit und die Badehose gepackt. Unser Ziel, der Largo Ypoa, ca. 30km Luftlinie von unserer Farm entfernt. Und dann gings auch schon los, immer im Schatten des "Cerros Acahay".
Geführt werden wir von Google-Maps, das für uns die kürzeste Strecke ausweist. Holzbrücken sind dabei ganz normal, aber auch immer wieder ein Foto wert.
Dass bei der kürzesten Strecke die Wege des Öfteren abenteuerlich sind, kann sich jeder denken und manchmal kommt man nicht drum herum, umzukehren und einen anderen Weg zu suchen.
So fahren wir ca. 40 Minuten durch viel Landschaft und verlieren dabei den alten Vulkan von Acahay nicht aus den Augen.
Der Granja "Yvaga Rape" wollten wir schon immer mal einen Besuch abstatten und da liegt sie plötzlich auf unserer Route. Also machen wir unseren ersten Stop für eine kleine Erfrischung und einen kurzen Rundgang.
Nach zwei gescheiterten Anläufen ist es unser dritter Versuch, irgendwie an den Lago Ypoa zu gelangen und dieses Mal wählen wir den Weg von Crapegua aus, in Richtung Beni Loma. Tatsächlich gibt es auch einige Hinweisschilder auf den schönen See. Und dann ist er, wie aus dem Nichts, zu sehen und streckt sich blau am Horizont durch die Landschaft.
5 Minuten später stehen wir vor einem Tor und sehen, nicht weit entfernt, ein Kanu auf dem der Bootsmann gerade ein kleines Nickerchen machte.
"Früher gab es hier einen Campingplatz und die Kanus fuhren die Touristen auf den See. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei." erklärt uns der freundliche Seemann.
Da ein breiter Schilfgürtel den See umgibt, fragen wir ihn, ob er uns nicht auf den See schippern kann. "Nein, ich warte hier auf irgendwelche Wissenschaftler, die ich verschiffen soll."
So bleibt uns nur die Sicht auf den See aus der Ferne, aber der Fuhrmann tut uns den Gefallen und posiert vor meiner Kamera.
Mission Lago Ypoa zum dritten Mal gescheitert. Aber wir werden nicht aufgeben und ein vierter Versuch lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.
Es war trotzdem ein schöner Sonntagsausflug und so ging es, unverrichteter Dinge, wieder Heimwärts, in Richtung Cerro Acahay, der immer noch am Horizont zu sehen war.
Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass ich den Kanuten nicht nach seiner Telefonnummer gefragt habe. Oder besser, Helmut habe fragen lassen. So wird der nächste Ausflug zum Lago Ypoa eben wieder eine Reise ins Ungewisse.

Freitag, 10. November 2017

Der Wind, der Wind - bestimmt kein himmlisches Kind

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr hat uns ein kräftiger Sturm mit jeder Menge Brennholz versorgt. Dieses musste nun nur noch in ofengerechte Stücke zersägt werden.
Da uns grüne Bäume und Büsche besser gefallen als ein trister Brennholzstapel, versuchte ich natürlich zu retten, was zu retten war und zerrte die kleineren, umgewehten Büsche wieder an ihre ursprüngliche Position, in der Hoffnung dass sie wieder anwachsen.
Auch am Haus gab es einen kleinen Dachschaden, der aber schnell repariert war.
Der Sturm ist nun eine Woche her und heute, pünktlich zum Start ins Wochenende, sind alle Schäden so gut wie behoben. Ich denke das Wochenendleckerbierchen haben wir uns redlich verdient und auch wenn es heute Vormittag noch regnerisch ist, der Wetterfrosch sagt für die kommenden Tage nur das Beste voraus.

Montag, 30. Oktober 2017

Die Wege des Wassers sind unergründlich

Auch wenn es sich in den letzten Tagen nicht unbedingt so angefühlt hat, aber er kommt mit großen Schritten - der Sommer.
Und wie soll es anders sein, pünktlich zur bevorstehenden Badesaison, machte uns unser Pool einige Sorgen.
Mir fiel auf, dass der Wasserstand täglich um 5 cm sank, was einen Wasserverlust von ca. 1500 Litern bedeutete. Also ging es an die Ursachenforschung.
Verdunstung konnten wir bei der großen Menge mit Sicherheit ausschließen. Blieb also nur ein Schaden im Betonbecken oder der Verrohrung. Zuerst suchte ich nach irgendwelchen feuchten Stellen im Bereich der Poolmauern. Negativ, keine Auffälligkeiten. Jedoch fiel mir auf, dass der Pool nur bis zur Höhe der Einlassdüsen das Wasser verlor und sich der Terrassenboden nahe der Düsen etwas abgesenkt hatte.
Hammer und Meißel mussten her und nach zwei Stunden schweißtreibender Arbeit, wurde ich mit einem erfrischenden Wasserstrahl belohnt.
In einem Rohrbogen hatte sich ein 3 cm langer Riss gebildet und hier plätscherte nun das Wasser fröhlich in das Erdreich.
Ob das Rohr schon kaputt war, als es eingebaut wurde und sich mit der Zeit das Wasser langsam seinen Weg gesucht hat, oder ob es einfach nur Materialermüdung war, werden wir nie erfahren. Jedenfalls musste geflickt werden und das war gar nicht so einfach.
Eine Möglichkeit war, den Bereich nahe der schadhafte Stelle weiträumig freizulegen um dann die Verrohrung zu erneuern. Das befand ich aber als sehr arbeits- und zeitaufwendig  und so entschloss ich mich, die Verrohrung einfach mit der paraguayischen Zauberknete Poxilina zu ummanteln und zu schauen ob die Knete hält was sie verspricht.
Knappe 5 Minuten brauchte ich für die Reparatur und tatsächlich, als wieder Druck auf die Leitung kam, blieb das Rohr trocken.
Drei Tage ließ ich die Unglückstelle aber noch unter Beobachtung, bevor ich dann letztendlich der zweikomponentigen Zauberknete mein Vetrauen schenkte und den Boden wieder schloss. Das nahm dann unser Manni auch gleich zum Anlass, um die Wassertemperatur zu testen.
Manni befand die 22°C als ausreichend und so erkläre ich hiermit offiziell die Poolsaison als eröffnet.

Montag, 9. Oktober 2017

Fiesta Patronal de Acahay

Nein, das ist kein Auto aus einem Spielzeugmuseum. Es ist ein Auto von einem Kinderkarussel, welches noch voll im Arbeitsleben steht.
Jedes Dorf, jedes Wohngebiet und jede Stadt hat in Paraguay ihren eigen Schutzheiligen. In Acahay, 12km von unserer kleinen Farm entfernt, ist dies "la virgen del Rosario. In jedem Jahr dankt man diesem Schutzpatron und veranstaltet für ihn ein Fest, mal groß, mal weniger groß.
Und da kann man dann eben immer wieder antike Fahrgeschäfte und Karussells für die kleinen Gäste bestaunen. Der TÜV hat hier natürlich nichts zu sagen und kann sich entspannt bei einem lecker Bierchen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist am Samstag der geplante Stierkampf buchstäblich ins Wasser gefallen.
Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag, denn die Bierstände waren überdacht und lecker Bierchen war reichlich vorrätig.

Samstag, 16. September 2017

Wie ein Huhn über den Atlantik fliegt

Eigentlich sind wir mit unseren Hühnern ganz zufrieden. Es ist keine besondere Rasse, aber sie legen Eier, brüten und die Hähne kommen mit fleischiger Hühnerbrust daher. Eben ein ganz normales paraguayisches Landhuhn.
Bei unserem letzten Aufenthalt in Deutschland hatten wir drei Legehühner laufen, welche auch jeden Tag ein Ei legten. Dazu stolzierte ein wunderschöner Hahn nebenher, der sich um das Glück der Hühner kümmerte. Das Ergebnis wären bestimmt tolle Hühner, mit guter Legeleistung und fleischigem Körperbau. Wieso eigentlich wären?
Kurzer Hand packten wir ein paar Eier mit in den Koffer und vier Tage später schummelten wir einer unserer Hennen, welche gerade sowieso brüten wollte, die Kuckuckseier ins Nest.
Ein paar Tage später fehlten vier der acht Eier. Ob Eierdiebe daran schuld waren oder gar die Henne die Eier entfernte, wissen wir nicht.
Auf die anderen vier Eier passte die Henne nun besser auf und vor drei Tagen klopfte es an die Eierschale. Zwei Küken pellten sich aus ihrer sicheren, kalkigen Behausung und sind heute mit der Ziehmutter schon flott unterwegs.
Was aus den Kleinen nun wird, ob Hahn oder Henne wissen wir nicht, jedoch eine Frage kann ich nun mit Sicherheit beantworten.
"Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn?"