Donnerstag, 13. April 2017

Bastelstunde für den Karosseriebaumeister

Es war Sonntagnachmittag und wir saßen in einer gemütlichen Runde, bei gut gekühltem lecker Bierchen. Doch irgendwann war das Bier alle und es musste neues her. Der Leckerbierchenladen war nicht weit entfernt, doch zum Laufen hatte irgendwie keiner Lust. Also musste das Auto, für die 500 Meter lange Strecke, auf unserem Sandweg herhalten. Ich weiß nicht ob es nun an den widrige Witterungsverhältnissen (30°C und Sonnenschein) lag oder einfach nur am schlechten Weg. Jedenfalls klammerte sich ein kleiner Sandhaufen an unserer Stoßstange fest und ließ sie auch nicht mehr los. Ein klarer Fall für den Karosseriebauer.
In dieser Werkstatt in Quiindy sollte der Plastikschaden dann wieder gerichtet werden.
Für 400.000 Gs, umgerechnet knapp 80,-Euro, erhielt der Meister den Zuschlag und zwei Tage später konnten wir unser Automobil wieder abholen.
Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und müssen einmal mehr feststellen, basteln können die Paraguayer.
Ich werde jetzt erst einmal Kontakt mit der Berufsgenossenschaft aufnehmen und schauen, ob ich das ganze Dilemma als Wegeunfall geltend machen kann.

Montag, 10. April 2017

Sauer macht lustig

Wenn der Liebe Gott dir Zitronen gibt, dann frag nach Salz und Tequila.
Eigentlich unser Lebensmotto, aber mal ehrlich, wie viel Tequila, um alles in der Welt, soll ich in der nächsten Zeit trinken. Da lecke ich mir doch mein Handgelenk wund.
Also was macht man mit so vielen Zitronen? Vier solcher Bäume stehen auf unserer kleinen Farm und an jedem einzelnen hängen die Äste vom Gewicht auf der Erde. Schon im letzten Jahr hatten wir eine reiche Ernte, so dass jetzt noch ein paar saure Tüten in der Gefriertruhe liegen.
Natürlich wird wieder reichlich Saft gepresst und auch wieder einige Beutel eingefroren. Aber was machen wir mit dem Rest? Also Leute, wir sind für alle Ideen dankbar.

Samstag, 1. April 2017

Es ist heiß in Paraguay

Kurz gesagt geht es darum, ob sich in Paraguay der Präsident für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stellen darf. Der jetzige Präsident Cartes wollte dafür ein neues Gesetz erlassen, welches seine Befürworter und seine Gegner hat, wie eigentlich bei allen politischen Entscheidungen. Gestern Abend dann, legten Demonstranten und Gegner des neuen Gesetzentwurfes Feuer im paraguayischen Kongress.
In den deutschen Medien florierte in diesem Zusammenhang schnell das Wort der Diktatur, was ich angesichts einer vierten Kandidatur der Frau Merkel zur Bundeskanzlerin doch schon etwas amüsant finde.
Wie dem auch sei, ob für oder wider, eins ist Fakt, Feuer gehört nicht in den Kongress, sondern kann sinnvoller eingesetzt werden.
Bei uns auf dem Land ist die Lage entspannt, obwohl auch ich fast jeden Tag Feuer mache, aber eben da, wo es auch Sinn macht.
Unsere Schweine bekommen neben dem, was ihr Gehege hergibt, auch Zufutter in Form von Futtergras, Getreidekleie und gekochtem Reis. Und genau diesen koche ich auf offenem Feuer. Das spart Energie und macht Freude.
In diesem Sinne ein friedliches Wochenende und einen ruhigen Start in den April.

Sonntag, 26. März 2017

Langes Wochenende

Freitag Morgen, 6.30 Uhr, unser Nachbar steht bei uns am Tor und möchte Fleisch kaufen. Kurze Zeit später wandern 6 kg Schweinerippen in seine Einkaufstüte. Am Mittag wird gegrillt und wir sind herzlich eingeladen. Eigentlich hatten wir für den Abend ein kleines Schlachtefest geplant, doch ein paar frisch gegrillte Rippen sind auch sehr verlockend. Und wie es immer so ist, die schönsten Partys passieren einfach. Schnell waren ein paar lecker Bierchen organisiert, die Musikbox wurde aufgedreht und der Nachmittag war, schwups, auch schon vorbei.
Als es dann dunkel wurde, verlegten wir spontan das Fest zu uns und kämpften uns durch den Biervorrat.
Ein schöner Start ins Wochenende, welches heute auch schon wieder endet, obwohl es das längste Wochenende des Jahres ist. Denn wer es noch nicht mitbekommen hat, heute Nacht wurde die Uhr um eine Stunde zurückgestellt.

Montag, 20. März 2017

Frisch aus dem Weinkeller

Ich bin eigentlich der Typ, der eine Flasche Bier einem Glas Wein vorzieht. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, erst recht, wenn es sich um einen Wein handelt, der seine Geburtsstätte bei uns auf der Farm hat. Von uns gepflanzt, von uns geerntet und zuletzt, von uns angesetzt.
Vor 8 Wochen hatte ich einen ganzen Tag zu tun, um die Weintrauben zu ernten und insgesamt 20 Liter Beerensaft zu pressen und abzufüllen. Gestern war es nun soweit, der Wein hatte aufgehört zu gären und wir zogen uns die erste Kostprobe ins Glas.
Nachdem im vergangenen Jahr die Weinverkostung etwas länger dauerte und am Ende die gesamten 4 Liter in unseren Bäuchen war, stand in diesem Jahr fest, dass nach der Verkostung gewiss noch Wein übrig bleibt. Denn insgesamt 15 Liter füllten wir in Flaschen und legten sie ins Weinregal. Entstanden ist ein frischer, milder Sommerwein, der nur aus der puren Beere, ohne Zuckerzusatz oder Schwefeldioxid, gegoren ist.
Uns schmeckt er und nach 2 Litern Kostprobe kam ich ins grübeln.
"Bin ich vielleicht doch ein Weintrinker?"