Freitag, 16. September 2016

Lecker Milch anstatt lecker Bierchen

Noch hat der Kalender den Startschuss für den Frühling nicht gegeben, doch der Winter hat nicht mehr viel zu melden. Die Bäume werden wieder grün, es blüht an allen Ecken und Kanten und die kalten Tage dürften gezählt sein.
Auch in unserer kleine Ziegenherde stellt sich pünktlich zum Frühlingserwachen der neue Nachwuchs ein. Bereits fünf kleine Meckerköppe springen munter über die Wiesen unserer kleinen Farm.
8 Zicklein erwarten wir in diesem Frühling noch und wir freuen uns außerdem auf eine Babykuh, die planmäßig Ende September von der Mama freigegeben werden sollte. Für ausreichend frische Milch ist also gesorgt und das lecker Bierchen bekommt eine wohlverdiente Schonzeit.

Freitag, 9. September 2016

Acht Jahre Paraguay

Auf den Tag genau ist es nun schon acht Jahre her, dass wir unsere acht Koffer in Paraguay geparkt haben. Eine Menge ist seit dem passiert und trotzdem kommt es mir so vor, als wäre es gestern gewesen, als wir das erste Mal im neuen zu Hause aufwachten und in die paraguayische Sonne blinzelten.
Hätte mir damals jemand gesagt, dass wir heute eine kleine Farm bewirtschaften, dass ich anstatt ein Cowboy ein Goatboy bin, dass wir unser eigenes Gemüse, eigenen Spargel und die verschiedensten Früchte ernten und ja sogar selbst Bier brauen - ich glaube ich hätte ihn gefragt, ob er ein Drogenproblem hat. Doch wie pflegen wir immer zu sagen? "Der Weg ist das Ziel."
Acht Jahre Leben in Paraguay bedeutet auch fast acht Jahre Bloggeschichten, und wenn diese in letzter Zeit etwas weniger waren, liegt es ganz einfach daran, dass auch bei uns ein gewisser Alltag eingekehrt ist und sich doch einige Dinge wiederholen.
Oft werde ich gefragt, was ich denn einem Paraguayauswanderer empfehlen kann. Meine Antwort ist dann meist; "Vergesst die dicke Unterhose und die Pudelmütze nicht, denn der Winter in Paraguay ist arschkalt." In diesem Jahr sollten wir aber den Winter geschafft  haben und können uns auf den Frühling freuen. In diesem Sinne wünschen wir  euch allen einen warmen, sonnigen 9.September und uns zum Jahrestag ein paar lecker Bierchen.

Freitag, 5. August 2016

Auf gute Nachbarschaft

Früher, als die Menschen noch nichts von Federkern- oder Boxspringmatratzen gehört hatten, schliefen sie meist auf Strohsäcken. Wenn dann der Herr des Hauses beruflich unterwegs war und sein Weib alleine ließ, entstand irgendwann der Begriff Strohwitwe. In der heutigen zivilisierten Welt treiben sich natürlich immer mehr Frauen herum, die ihren angetrauten Ehegatten auf dem Strohsack allein zu Hause lassen und so gibt es heute auch das Wort Strohwitwer.
Auch ich bin momentan ein so genannter Strohwitwer und muss mich mit meinem Strohsack alleine durch die Nacht kuscheln. Meine Nachbarschaft bekommt das natürlich schnell mit und kümmert sich rührend um den einsamen Don Parakay. Sie klatschen am Tor und fragen nach meinem Befinden, halten langen Smalltalk beim Eierkauf, wobei hier das Gespräch oft sehr einseitig auf Guarani geführt wird, oder sie laden mich ganz spontan zum Grillen ein.
Nachbarschaft bei uns bedeutet einen Radius von 10 km. Die Musikbox wird aufgedreht und es dauert nicht lange, da steht auch die erste Tanzmaus auf der roten Erde.
Wenn es sich dann noch herumspricht, dass der Aleman da drüben ein Fotoapparat dabei hat, erscheinen schnell die Nachwuchsmodels Paraguays und lassen sich liebend gerne ablichten.
Es ist schön freundliche Leute um sich zu haben und zu wissen, auf die Nachbarschaft ist verlass. In diesem Sinne,wünsche ich euch allen einen tollen internationalen Tag des Bieres und vielleicht trifft sich ja der ein oder andere auf ein lecker Bierchen mit seinem Nachbarn.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Kaffee - made in Paraguay

Es sollen die Ziegen gewesen sein, die den Kaffee entdeckt haben. Sie fraßen von dem Strauch die kleinen Bohnen und sprangen des Nachts noch munter umher. Dem Ziegenhirten fiel die Sache auf und so probierte auch er die kleinen Bohnen. Angewidert spuckte er sie ins Feuer und ein aromatischer Duft strömte ihm in die Hirtennase. So ungefähr entstand dann die Idee des Röstens und heute möchten viele auf die heiße Tasse Kaffee am Morgen nicht mehr verzichten.
Bei Südamerika denkt manch einer auch an guten Kaffee, doch Paraguay ist in Sachen Kaffee ein absolutes Entwicklungsland. Wir entwickeln mit und vor drei Jahren pflanzten wir zwei Kaffeesträucher auf unser Land.
Jelitta und Macobs heißen unsere beiden Pflanzen und jetzt konnten wir unsere erste Ernte einfahren. Eine halbe Tasse Kaffeebohnen, frisch aus dem Garten.
Da diese nun gerade mal für vielleicht drei Tassen Kaffee reichen würden, verzichten wir vorerst auf parakayischen Kaffee und ziehen aus den Bohnen neue kleine Kaffeepflanzen. Dazu müssen die Bohnen getrocknete und dann gehäutet werden. Nun geht`s ab in den Pflanzsack und dann heißt es warten.
Der Weilen koch ich mir jetzt erst mal eine schöne Tasse Kaffee.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Versuchs doch mal mit Hochbeet

Auch nach sieben Jahren Gemüseanbau in Paraguay, sind wir immer noch am probieren und erforschen, wie es am besten mit Kohlrabi, Tomate und Blumenkohl funktioniert. In diesem Jahr setzen wir hierbei auf den Garten in luftiger Höhe. Der erste Versuch fand in einem alten Futtertrog statt, der kurzer Hand zum Hochbeet umfunktioniert wurde und als Aufzuchtsstation der kleinen Pflanzen diente. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Nun war mehr Platz gefragt. Also Bretter, Hammer und Nägel gesucht, ein bisschen geschwitzt und schwuppdiewupp fertig. Nun nur noch Erde rein und den Pflänzchen ihren neuen Platz zugewiesen.
Schlau wie ich bin, habe ich den Platz für unser neues Hochbeet so gewählt, dass es nicht weit weg vom Ententeich steht. Hier kam nun unser alter Wassertank wieder zum Einsatz, in den ich das nährstoffreiche Entenwasser pumpe und bei Bedarf damit die Pflanzen gießen kann.
Unser Nachbar Luis schaute gestern bei uns vorbei und bewunderte das neue Gemüsebeet.
"Que inteligente los Alemanes!"
Na warten wir erst einmal das Endergebnis ab.