Freitag, 18. April 2014

kein Osterfest ohne Osterwasser

Es war ein verregneter Karfreitagmorgen heute. Die Wolken hingen tief und beim morgendliche Osterspaziergang durfte die Regenjacke nicht fehlen.
Das Osterwetter bereitete uns einige Kopfschmerzen in den letzten Tagen. Die Frage war, findet am Sonntag der Osterfrühschoppen statt oder fällt er ins Wasser? Der Wetterbericht konnte uns auch nicht weiter helfen, denn stündlich wurden die Prognosen geändert. Jetzt mal Butter bei di Fische: "natürlich findet der Osterfrüschoppen satt". Momentan ist der Himmel sternenklar und das wird am Sonntag nicht anders sein. In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein tolles Osterfest und uns am Sonntag, trockene Füsse und feuchte Becher.

Dienstag, 15. April 2014

unser neuer Steinofen

Wir Deutschen sagen dazu Steinofen oder Lehmofen. Hier in Paraguay heißt er Tatakua. Tatakua ist Guarani und bedeutet wörtlich übersetzt "aus Feuer". Als wir unsere kleine Farm übernahmen stand hier auch so ein Tatakua, doch wir wusste ihn nicht zu gebrauchen und so war er mehr oder weniger nur zum anschauen.
Irgendwann fuhr dann ein Ochsenkarren durch den Ofen und selbst zum anschauen blieb nichts mehr übrig. Mit der Zeit erfuhren wir, wie so ein Ofen funktioniert und dass der Tatakua eine wirklich nützliche Sache ist. Mit Holz befeuert, schont er den Geldbeutel und ob Brot, Ente oder Pizza, man kann alles in dem Steinofen zubereiten.
Es war also an der Zeit, unseren Ofen wieder zum Leben zu erwecken. Der Platz blieb der gleiche, doch der Lehmofen sollte etwas komfortabler gestaltet werden. So wurde die Arbeitsfläche, durch einen Felssteinsockel etwas nach oben verlegt und Ali testete als Erster den neuen Komfort.
Für den Boden des Steinofens, hat jeder Maurer sein eigenes Rezept, was die Materialzusammensetzung des Untergrundes angeht. Da wird mit zermahlenen Knochen gearbeitet, mit Schmalz, Bienenhonig oder auch sauerer Milch. Ich ließ mich von unserem Capataz für den Zusatz von Glasbruch überzeugen und mischte zerschlagene Flaschen mit in das Lehmbett des Bodens.
Der Ofen bekam einen Innendurchmesser von 1,10m und verbaut wurden 450 Steine.
Nach insgesamt 5 Tagen harter Arbeit steht er nun. Unser neuer Tatakua.
Da der Felssteinsockel etwas groß geraten ist, findet darauf auch gleich noch ein Grill und eine mit Holzfeuer betriebene Kochplatte Platz. Wir sind also vorbereitet auf die Energiekrise. Denn wenn Gas und Strom alle sind, haben wir zum Kochen noch genug Holz im Wald.
Seine Einweihung wird der Lehmofen am kommenden Sonntag zum Osterfrühschoppen haben. Wenn, ja wenn das Wetter mitspielt. Momentan sind die Prognosen nicht unbedingt rosig, doch wir warten mal noch bis morgen Früh ab und treffen dann eine Entscheidung über Veranstaltung ja oder nein.

Freitag, 11. April 2014

Leserfragen

Es regnet in Paraguay und bei solchem Wetter habe ich mal wieder Zeit, Ordnung in meinen Emails zu schaffen. Das trübe Wetter gerät dann schnell in Vergessenheit, wenn ich Emails wie diese lese, wobei ich manchmal das Gefühl nicht los werde, dass mich da jemand verarschen will.
Orginaltext:
Hallo, mein Name ist ... und ich interessiere mich sehr für das Leben 
als Selbstversorger. Ich bin Elektroingenieur und komme aus der Bio 
Landwirtschaft. Wir habe einen eigenen Bio Hof. Ich sehe keine gute 
Möglichkeit in Deutschland so etwas zu realisieren aber in Paraguay 
schon. Ich hätte aber mal ein Paar Frage. Ich möchte das so machen, die 
Anbaufläche für Gemüse Mais usw soll so ca 5ha groß sein. Auf deiner 
Weiteren Fläche von 5ha möchte ich Bohnen abbauen, die den Boden mit 
Stickstoff anreichern (hier kommt im Nächsten Jahr das Gemüse hin). Auf 
der Gemüsefläche von letzten Jahr möchte ich Grass ein sähen und auf der 
Fläche auf der das Graß wächst würde ich Kinder und Kühe halten. Als 
sind es insgesamt 4 Flächen a 5ha. Ich könnte als jedes Jahr Schweine- 
Rindfleisch und Gemüse verkaufen, als neben Einkommen so zusagen die 
Überschüsse verkaufen. Mit in diese Fruchtfolge könnte man Raps nehmen 
um Treibstoff zu produzieren. Hätten sie eine Ansatz uns sagen, dass 
geht überhaupt nicht oder ein Meinung dazu? Zum Thema Schädlinge ist 
zusagen, das man mit diversen Mitteln Brennesel Jauche oder Biologischen 
Spritzmitteln sehr viel erreichen kann.

Mit freundlichen Grüßen ...
Egal, beantwortet wird die Post trotzdem. Ich weiß bloß noch nicht, wie ich zur Freilandhaltung von Kindern stehe.

Sonntag, 6. April 2014

schlaue Sau

Dass Schweine schlaue Tiere sind, dürfte sich wohl rum gesprochen haben. Doch wie schlau sie sind, zeigt sich mir jeden Tag wieder aufs Neue. Na gut, Rosa sieht man die Schlauheit wirklich schon an.
Aber mal im ernst, wer von euch weiß zum Beispiel, dass man Bohnen zwar essen kann, aber die Pflanze selbst giftig ist?
Rosa und ihr Mann Schwarti wissen das. Sie spazieren durch das Bohnenfeld und fressen nur die Blüten oder die Bohnen der Bohnenpflanzen.
Woher wissen die Schweine das? Ja, es stimmt dass sie einen tollen Geruchssinn haben. Aber können die Schweine wirklich am Geruch erkennen, was Pflanze und was Frucht ist?
Ich werde sie weiter beobachten und vielleicht lerne ich auch irgendwann ein paar schweinische Worte.

Freitag, 4. April 2014

Vorbereitungen für den Osterfrühschoppen

Es ist Herbst in Paraguay. Der Winter ist nicht mehr weit und es ich höchste Zeit, sich um den Brennholzvorrat zu kümmern. Wir haben gestern den Wald aufgeräumt und ca. 2 Raummeter Brennholz gesägt. Dazu nehmen wir natürlich keine gesunden Bäume, sondern der Wind hat genug Geäst von den Bäumen geholt und auch zwei entwurzelte Bäume gab es zum zersägen. Am Abend war alles Holz zersägt und gestapelt. Bis auf die dicken Stämme, die nun noch gespalten werden müssen.
Mit der Axt hat man in diesem Falle keine Chance und da wir keinen Holzspalter haben, müssen die alt bewährten Alukeile und der Vorschlaghammer ran.
Nun brauchen wir nicht nur für die warme Stube unser Brennholz, sondern auch an Ostern wird einiges verheizt werden. Zum Osterfrühschoppen am Ostersonntag erwarten wir bis jetzt ca. 40 Gäste und außer Schwein am Spieß wird es auch Schwein aus dem Tatacua geben. Für das Feuerholz ist nun gesorgt, fehlt bloß noch der Steinofen. Hier, an dieser Stelle stand bis vor vier Jahren auch ein Lehmofen, doch zwei durchgebrannte Ochsen parkten Ihren Ofen in unserem.
Hier kommt unser neuer Tatacua auch wieder hin und heute habe ich angefangen den Sockel für den Ofenaufbau zu bauen.
Wenn das Wetter mitspielt, soll das Ding bis nächsten Freitag fertig sein. Der Ofen hat dann noch eine Woche Zeit zum trocknen. So, und jetzt ist Freitag und Feierabend.