Montag, 9. Oktober 2017

Fiesta Patronal de Acahay

Nein, das ist kein Auto aus einem Spielzeugmuseum. Es ist ein Auto von einem Kinderkarussel, welches noch voll im Arbeitsleben steht.
Jedes Dorf, jedes Wohngebiet und jede Stadt hat in Paraguay ihren eigen Schutzheiligen. In Acahay, 12km von unserer kleinen Farm entfernt, ist dies "la virgen del Rosario. In jedem Jahr dankt man diesem Schutzpatron und veranstaltet für ihn ein Fest, mal groß, mal weniger groß.
Und da kann man dann eben immer wieder antike Fahrgeschäfte und Karussells für die kleinen Gäste bestaunen. Der TÜV hat hier natürlich nichts zu sagen und kann sich entspannt bei einem lecker Bierchen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist am Samstag der geplante Stierkampf buchstäblich ins Wasser gefallen.
Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag, denn die Bierstände waren überdacht und lecker Bierchen war reichlich vorrätig.

Samstag, 16. September 2017

Wie ein Huhn über den Atlantik fliegt

Eigentlich sind wir mit unseren Hühnern ganz zufrieden. Es ist keine besondere Rasse, aber sie legen Eier, brüten und die Hähne kommen mit fleischiger Hühnerbrust daher. Eben ein ganz normales paraguayisches Landhuhn.
Bei unserem letzten Aufenthalt in Deutschland hatten wir drei Legehühner laufen, welche auch jeden Tag ein Ei legten. Dazu stolzierte ein wunderschöner Hahn nebenher, der sich um das Glück der Hühner kümmerte. Das Ergebnis wären bestimmt tolle Hühner, mit guter Legeleistung und fleischigem Körperbau. Wieso eigentlich wären?
Kurzer Hand packten wir ein paar Eier mit in den Koffer und vier Tage später schummelten wir einer unserer Hennen, welche gerade sowieso brüten wollte, die Kuckuckseier ins Nest.
Ein paar Tage später fehlten vier der acht Eier. Ob Eierdiebe daran schuld waren oder gar die Henne die Eier entfernte, wissen wir nicht.
Auf die anderen vier Eier passte die Henne nun besser auf und vor drei Tagen klopfte es an die Eierschale. Zwei Küken pellten sich aus ihrer sicheren, kalkigen Behausung und sind heute mit der Ziehmutter schon flott unterwegs.
Was aus den Kleinen nun wird, ob Hahn oder Henne wissen wir nicht, jedoch eine Frage kann ich nun mit Sicherheit beantworten.
"Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn?"

Montag, 4. September 2017

kein Reisespaß ohne Reisepass

Gültigkeit bis zum 29 August 2017, so stehts in unseren Reisepässen. Eigentlich hatten wir vor, uns in unserem dreimonatigen Deutschlandaufenthalt um diese Angelegenheit zu kümmern und neue Pässe zu beantragen. Doch wie sich herausstellte, ist dies für im Ausland lebende deutsche Staatsbürger gar nicht so einfach. In zwei Bürgerämtern waren wir vorstellig und konnten die heiligen Mauern unverrichteter Dinge wieder verlassen. Man sei nicht zuständig für uns, da wir keinen Wohnsitz in Deutschland haben.
Nach ausgiebigen Recherchen im Internet fanden wir heraus, dass es eine Kannbestimmung gibt, die den Ämtern die Freiheit gibt, selbst zu entscheiden ob man den Antrag auf einen Reisepass, eines im Ausland lebenden Deutschen, bearbeitet oder nicht.
Da wird den Damen und Herren vom Bürgeramt tatsächlich die Entscheidung überlassen, ob sie etwas Sinnvolles tun möchten oder lieber ihr Image wahren. Wir sahen sofort ein, dass das Bürgeramt keine schnelle Lösung in Sachen Reisepässe für uns bereithält. Doch wer dann?
Wir erfuhren weiter, dass es eine amtliche Stelle in Berlin gibt, die nach vorheriger Terminabstimmung, Reisepassanträge für im Ausland lebenden Deutsche bearbeitet. Oder eben die jeweilige deutsche Botschaft im neuen Heimatland, für uns ist dies die deutsche Botschaft in Asuncion.
Letztendlich nahem wir unsere alten Reisepässe wieder mit nach Hause und klopften vergangenen Donnerstag an die Tür der deutschen Vertretung in Paraguay. Im Internet stand, dass diese am Nachmittag geöffnet hätte, doch der Einlass wurde uns verwehrt. "In Reisepassangelegenheiten ist vorher ein Termin zu vereinbaren" wurde uns zwischen Tür und Angel gesagt. Doch so einfach ließen wir uns nicht abwimmel und während sich bei mir die Fäuste ballten und ich mir einen Vorschlaghammer wünschte, behielt Helmut die Ruhe und versuchte telefonisch zu den Verantwortlichen der deutschen Botschaft durchzudringen. Und tatsächlich, nach mehreren Anläufen und einigen Warteschleifen hatte sie jemandem am Telefon. Jetzt hatten wir einen Termin, und bekamen auch sofort Einlass in die deutsche Botschaft in Asuncion. Wir waren alleine in dem kleinen Raum vor der dicken gepanzerten Scheibe, füllten unsere Reisepassanträge aus und reichten diese, mit zwei Biometrischen Passbildern durch den kleinen Schlitz des dicken Sicherheitsglases.
Jetzt wurde noch die Gebühr von 60,-Euro für den Pass zuzüglich 21,-Euro Auslandsgebühr fällig, alles natürlich in Guarani zu entrichten, und die Sache war erledigt. Per E-Mail werden wir nun informiert, wann unsere neuen Pässe fertig sind und das kann sechs bis acht Wochen dauern. Ich rechen mal mit zehn bis zwölf Wochen, denn dass "Arbeiten" und "Ämter" syntaktisch nicht in einen sinnvollen Zusammenhang zu setzen sind, hat uns die einfache Beantragung eines Reisepasses einmal wieder gezeigt.

Donnerstag, 24. August 2017

Wieder zu Hause

Drei Monate Deutschland"urlaub" liegen hinter uns und am Dienstagmorgen landeten wir wieder wohlbehalten auf dem Asuncioner Flughafen.
Dem Kalender nach sollte in Deutschland Sommer sein, doch es war, glaube ich, der beschissenste Sommer, den ich je erlebt habe. Vielleicht war das auch gar nicht so verkehrt, denn so konnten wir uns voll und ganz auf unser Projekt "Sanierung eines Reetdachhauses" stürzen. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, auch wenn es noch drei deutsche Sommer dauern wird, ehe die ersten Feriengäste dort Quartier beziehen können.
Natürlich wurde alles ordnungsgemäß dokumentiert und in Bildern festgehalten, wobei ich den Vorher- Nachher-vergleich immer am interessantesten finde. Hier mal das neu entstandene Badezimmer.
Oder das Schlafzimmer.
Jetzt heißt es erst einmal akklimatisieren und langsam wieder ins Farmleben einsteigen. Der hiesige Winter hilft uns dabei und hält für die nächsten Tage blauen Himmel, Sonne und winterliche Temperaturen um 30°C bereit.

Samstag, 24. Juni 2017

Schuften in der alten Heimat

Seit fünf Wochen sind wir nun schon in Deutschland und es liegen noch sieben Wochen vor uns, bevor wir wieder auf unserer kleinen Farm anzutreffen sind. Grund dafür ist ein etwas zeitaufwändigeres Projekt, welches uns derzeit beschäftigt. Ein 250 Jahre altes, denkmalgeschütztes Reetdachhaus wollen wir wieder in Schwung bringen und zu Ferienwohnungen herrichten. Die ersten vier Wochen gehörten dem Vorschlaghammer, dem Bauschutt und Staub.
Jetzt geht es langsam ans Wiederaufbauen. Elektrik, Zu- und Abwasser, Fußböden, und jede Menge Lehmputze warten auf Erledigung.
Und damit uns auch in Deutschland nicht das frische Frühstücksei fehlt, wurden als erstes vier Hühner und ein Hahn auf dem Gelände stationiert.
Es gibt noch jede Menge zu tun, also packen wir es an. Doch jetzt gehts erst mal zum Dorffest und dort wartet ein frisch gezapftes lecker Bierchen.