Montag, 6. Juni 2016

Paraguayische Rentenvorsorge

Ich bin ja nun auch schon in einem Alter, in dem sich langsam die Haare verfärben und weniger werden, die Haut sich knittert und das Wachstum eingestellt ist. Zeit langsam an die Rente zu denken. Ich habe zwar meine Pflichtbeiträge in Deutschland der Rentenkasse gespendet, aber dass Die mir dann auch mal einen kleinen Obolus auszahlen, wage ich zu bezweifeln. Ich bin Realist und wenn ich die Rentendiskussion in Deutschland so verfolge, nehme ich meine finanzielle Absicherung fürs Alter doch lieber selbst in die Hand. Und so sieht sie aus.
Ich habe damit begonnen, jeden Monat 100 Eukalyptusbäume zu pflanzen. Wenn man dem Internet glauben schenken darf, sind diese dann in 12 bis 15 Jahren so weit, dass sie geerntet werden können. Nach heutigen Holzpreisen bringt so ein Baum ca. 25 Dollar. Ich rechne damit, dass sie zwanzig Jahre wachsen und dass sie nur die Hälfte einbringen.
Wenn ich also ab jetzt, zwanzig Jahre lang, jeden Monat 100 Bäume pflanze, kann ich dann in zwanzig Jahren auch jeden Monat 100 Bäume ernten. Ob das alles so funktioniert, steht in den Sternen, aber der Umwelt schadet es auf alle Fälle nicht und ich kann sagen ich bin nicht Riester-, sondern Biorentenversichert.

Samstag, 28. Mai 2016

Acht Jahre Farmküche

15°C und Nieselregen - bei diesem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür und auch nicht mich. Zeit mal wieder in den Fotos zu kramen, unter anderen auch in den Fotos, die unsere ersten Schritte auf unserer Farm dokumentieren. Zum Beispiel in unserer Küche. Und so sah sie aus, als wir primera vez durch unsere Farmhaustür stapften.
Die kleine Zwischenwand musste als erstes dran glauben, um der Hausherrin und Chefköchin etwas mehr Lauffreiheit zu verschaffen.
Als es dann hieß, wir ziehen ganz auf unseren Bauerhof, wurde die Küche schon etwas großzügiger umgebaut und so musste abermals eine Wand entfernt und ein neues Fenster eingebaut werden. Vom Tischler gab es dann maßgeschneiderte Möbel und ein kleiner Tresen verschaffte auch mir Platz, um an kalten, verregneten Wintertagen wie heute, mein lecker Bierchen im trockenen und warmen zu genießen und dabei der Sterneköchin zuzuschauen.
Mit der Zeit merkte aber mein Herzblatt, dass zu wenig Arbeitsfläche in der Küche vorhanden war und dass die Qualität der paraguayischen Beschlagssysteme und Griffe des Öfteren etwas anderes tun, als vom Benutzer gewünscht. Und da ich alles mache, um meine Liebste bei Laune zu halten, wurde der Vorschlaghammer erneut aus der Werkzeugkammer geholt.
Nach dem Abriss erfolgte der Aufbau und das besondere dieses Mal war, dass sogar Fliesen die Wand veredelten.
Jetzt ist Helmuts neue Küche fertig und die Kochstation aus einer Mischung von paraguayischen Baumaterialien, schwedischen Küchenmöbeln und deutscher Handwerkskunst, steht meiner Lieblingsköchin (nach meiner Mutter natürlich) zur kulinarischen Zaubershow voll zur Verfügung.
Selbstverständlich wurde bei der Küchenplanung auch wieder an mich gedacht und ganz uneigennützig habe ich die Schufterei auch nicht auf mich genommen.
Das lecker Bierchen haben wir uns heute verdient und bei diesem Sauwetter sitz ich doch gerne in unserer neuen Küche. In diesem Sinne euch allen ein schönes Wochenende und Prost.

Dienstag, 17. Mai 2016

Auch eine Blindwühle findet mal ein Korn auf der Farm

Es sind bestimmt nicht die hübschesten Mitbewohner der Farm, aber vielleicht mit die interessantesten und während die Begegnung mit einer Schlange eher selten ist, trifft man diese schlangenähnlichen Amphibien doch schon öfter bei uns an. Die Augen sind mit dünner Haut überzogen und sie sehen aus wie dicke, braun-gelbe Würmer. Die Rede ist von einer Blindwühle.Unser Capataz meint, dass sie sich auch gerne Mal ein Küken holen, ich bin jedoch der Meinung, dass sie viel zu langsam dafür sind. Dem Menschen tun sie jedenfalls nichts und nachdem unsere Hunde dieses Exemplar für ein kurzes Video aufgespürt hatten, konnte sie ihren Spaziergang fortsetzen.

Sonntag, 8. Mai 2016

Wenn der Blitz durch die Steckdose huscht

Die Gewitter sind heftig in Paraguay und nicht selten kommt es vor, dass der Blitz auch mal mit durch die Stromleitung rutscht. Einige elektrische Geräte trennen wir deswegen meist bei Gewitter vom Netzt, doch manchmal kommt der Blitz schneller als man reagieren kann. So hat es schon die Leiterplatte unserer Waschmaschine erwischt, die Kaffeemaschine völlig durcheinander gebracht oder beim letzten Gewitter war es "nur" die Sicherung unseres Kühlschrankes, die nicht mehr sichern wollte und mein Stromgerät für den Elektroweidezaun, welches teilweise ausbrannte. In den meisten Fällen kann man reparieren, doch beim Weidezaungerät kam jede Hilfe zu spät. Vier Tage lang war es in der Werkstatt, bevor der elektronische Tod festgestellt wurde.
In diesen vier Tagen bemerkten auch die Schweine, dass ihr dünner Weidedraht gar nicht mehr zwickt, wenn man ihn berührt und genossen ihre nuee Freiheit.
Ich suchte im Internet nach einem neuen Gerät und eine Möglichkeit dieses schnellstmöglich nach Paraguay zu bekommen. Helmut meinte dann, ich solle doch bei Ramon in Quiindy nachfragen. Dieser hat ein kleines Geschäft für Baustoffe, Baugeräte, Tierfutter und Farmbedarf und könnte so ein Gerät vielleicht bestellen.
Auch nach acht Jahren Paraguay werde ich immer noch überrascht, und so staunte ich nicht schlecht, als Ramon sogar zwei verschieden Geräte in seinem Laden hatte und diese auch noch um die Hälfte günstiger waren, als die Geräte bei Amazon oder ebay.
Jetzt ist der neue Strommacher installiert und die Schweine wieder in ihrem Bereich.
Das nächste Gewitter kann also kommen.

Donnerstag, 21. April 2016

Wie der Stahl gehärtet wurde

Als ich gestern Abend meinen Rasenmäher über den englischen Rasen schob, sah ich wie meine liebe Frau mit der Forke durch die Landschaft lief.
Die Forke, ein oft gebrauchtes Gerät von mir und weniger von meinem Weib. Aber sie wollte allem Anschein nach ein kleines Feuerchen machen und das Gestrüpp damit zusammen klauben.
Kurze Zeit später saßen wir dann gemeinsam, in der Abenddämmerung am Lagerfeuer.
"Wo hast du denn die Forke?" Ich wollte noch ein paar Äste nachlegen und brauchte nun auch die vierzinkige Gabel.
"Die muss hier irgendwo sein. Ich hatte die hier hingestellt." Nachdem ich verzweifelt die Gegend ums Feuer abgesucht hatte, nahm ich dann doch die Hände und holte mir ein paar tiefe Kratzer an dem stacheligen Gesträuch.
Die Forke jedenfalls, tauchte gestern Abend nicht mehr auf.
Heute Morgen suchte ich nochmals nach meiner geliebten Mistgabel, doch Nichts, keine Spur von dem landwirtschaftlichem Gerät.
Meine letzte Hoffnung war die kalte Asche und die letzten Überreste des gestrigen Feuers.
Und siehe da, ein wenig in der Asche gestochert und meine geliebte Forke kam wieder zum Vorschein. Nur der Stiehl war nicht mehr da.
Ich stellte meine Frau natürlich zur Rede.
"Jetzt hast du eine Forke mit bestens gehärtetem Stahl."
Was soll ich da noch sagen?
"FRAUEN"