Donnerstag, 29. September 2011

Selbstversorger in Paraguay

Eine kleine Farm und sich selbst versorgen - ein Traum für viele Menschen, aber was bedeutet das und wie weit kann man sich selbst versorgen. Selbstversorgung beginnt im eigenen Gemüsegarten und da zeigen sich dann hier schnell die ersten Schwierigkeiten, denn auch in Paraguay wächst nicht alles und schon gar nicht immer. Man muss viel experimentieren und braucht Geduld und Ausdauer, bevor man die ersten Früchte ernten kann. Was in Deutschland der Winter ist, ist hier der Sommer und die liebe Sonne lässt schnell mal den Traum vom frischen Gemüse vertrocknen und alles mögliche Getier, kann aus dem leckeren Blumenkohlauflauf einen Auflauf ohne Blumenkohl machen. Das Frühstücksei vom eigenen Huhn ist relativ einfach realisierbar, aber will man ein saftiges Steak vom eigenen Schwein, Rind oder Hammel, bedarf es schon etwas mehr Aufwand und soll dann noch die eigene Milch im Kühlschrank stehen, muss man auch noch melken können. Stichwort Kühlschrank, was ist eigentlich mit Strom? Voraussetzung für die Selbstversorgung ist ein Stückchen Land und dieses muss sinnvoll bewirtschaftet werden. Tägliches Tun und auch der eine oder andere Schweißtropfen liegen auf dem Weg zur Unabhängigkeit vom Supermarkt. Zurück zur Natur ist die Devise und der Geruch nach Kuhkacke gehört genauso dazu, wie der Komposthaufen oder die Sickergrube ohne Abwassergebühren. Seit drei Jahren haben wir nun unsere kleine Farm, doch von der Selbstversorgung sind wir noch ein ganzes Stück entfernt. Aber es geht voran und 7 Rinder, 30 Hühner, 4 Enten, 3 Gänsepärchen, Tilapia, verschiedenes Gemüse, Kartoffeln und Mais, sowie viele Obstbäume sorgen für ein, um Biokost ohne Lug und Betrug, erweiterten Speiseplan . Es gibt noch eine Menge zu tun und für uns beginnt der Tag auf der Farm mit Sonnenaufgang.
Das frühe Aufstehen lohnt sich bei diesem Anblick immer und die Selbstversorgung ist ein großes Ziel, bei dem lange Weile keine Chance hat.

Mittwoch, 28. September 2011

Farmmode für Jederman

Es interessiert keine S..., wie modisch man auf der Farm gekleidet ist.
Helmut sagt immer "Bauer Piepenbrink" zu mir, ich weiß gar nicht warum.

Dienstag, 27. September 2011

Blattschneider und Co.

Innerhalb eines Tages fielen fast alle Blätter dieses Lapacho auf den Boden.
Grund dafür war nicht etwa ein plötzlicher Wintereinbruch, sondern die gefräßige Blattschneideameise hat zugeschlagen. Während ein Teil der Ameisen auf dem Baum die Blätter abbeißt, sammeln auf dem Boden die Träger diese ein und schleppen sie zu ihrem Bau.
Dabei entstehen in kürzester Zeit kleine Trampelpfade, die erkennen lassen, welche gewaltige Arbeit hier verrichtet wurde.
Nicht nur die Blattschneideameisen waren fleißig, sondern auch im Gemüsegarten wurde gewütet und Helmut`s ganzer Stolz, ihr Grünkohl, in wenigen Minuten vernichtet.
Schuld waren hier aber nicht irgendwelche Insekten, sondern unsere Ponedoraküken, die wohl ein kleines Schlupfloch im Gartenzaun entdeckt haben und denen der Grünkohl anscheinend auch ohne Pinkel geschmeckt hat.
Helmut ist aber noch guter Hoffnung, dass der Pinkel nicht einsam auf dem Teller liegen muss und hat die neue Grünkohlsaat bereits wieder in der Erde.

Samstag, 24. September 2011

Gänsenachwuchs auf der Farm

Pünktlich nach 28 Tagen, schlüpften gestern die ersten Gänseküken. Fünf Eier lagen im Nest, doch leider waren drei davon nicht befruchtet und so hat die Gänsemutti nur zwei kleine Gänslein zu beschützen.
Heute wurde das Nest das erste mal verlassen, die Gegend erkundschaftet und ein erstes Bad genommen.
Während eine Gans noch beim Eier legen ist, brütet eine andere schon seit 20 Tagen und in der nächsten Woche sollte sich auch dort der Nachwuchs einstellen. Ganz gespannt warten wir auch auf das erste Kalb in diesem Jahr, welches in den nächsten Tagen kommen soll.
Das Euter füllt sich seit ca.10 Tagen mit Milch und da wird das Kalb nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Dienstag, 20. September 2011

in der Casa Vieja oder bei Eisenkarl

Da ist eine Kirche und viele, viele Bälle. Das wären sie schon, die Sehenswürdigkeiten von Quiindy. Wenn da nicht noch die "Casa Vieja", wie sie bei den Quiindyenser genannt wird, wäre. Für Heimwerker und Bastler gibt es in Deutschland die großen Baumärkte. Wer in Paraguay so etwas sucht wird vergeblich umherreisen. Hier bekommt man alles zum bauen und heimwerken in der Ferreteria, welche mal gut,mal weniger gut bestückt ist. Große Regale, wo alles übersichtlich sortiert bereitgelegt ist, wird man nicht finden, sondern man erklärt dem Verkäufer was man braucht und der verschwindet dann im Lager und kommt, mit dem gewünschten Material oder Werkzeug wieder zurück. Ist dieses das Gesuchte Ding, hat man Glück, oder konnte einfach gut erklären, was man braucht. Ansonsten wird so lange gesucht und gezeigt, bis der Kunde zufrieden ist. Ein wirklich imposantes Exemplar einer Ferreteria findet man in Quiindy. Die "Casa Vieja" liegt direkt an der Ruta 1 und ist von außen eigentlich nicht als Ferreteria zu erkennen. Ich machte große Augen, als ich das erste mal diesen Laden betrat.
An der Kasse sitzt der Chef mit dem Taschenrechner und hat für jedes Ding den Preis im Kopf. Drei Verkäufer bedienen die Kundschaft, wobei ich ein jahrelanges Studium dafür voraussetze, denn ohne Andeutung eines Zweifels, schwirren diese durch die Regale und zielen direkt auf die Kiste mit dem gewünschten Isolierband, Schraube oder Schlauchschelle und meistens liegen sie richtig. Der Verkaufsraum ist nicht alles, sondern ein riesiges Lager beherbergt neben Zement und Abwasserrohren auch Tontöpfe und Rasenmäher. Eigentlich bekommt man hier alles was das Heimwerkerherz begehrt. Doch heute stieß der paraguayische OBI an seine Grenzen, als ich nach Schleifpapier zum festkletten an einen Schwingschleifer fragte. Oder konnte ich es einfach nur nicht richtig erklären?

Montag, 19. September 2011

paraguayisches Pausenbrot

Bei unserem Einkauf heute in Quiindy, machten wir unter anderem, einen kurzen Stop bei der Municipalidad.
Der Grund dafür, waren viele kleine hungrige Mägen. Die Grundschule in der Nähe unserer kleinen Farm bekommt jeden Monat eine Ladung Kekse, damit die ABC-Schützen nicht mit leerem Magen lernen müssen. Ein kleines Problem gibt es nur immer bei der Lieferung, da nur beschränkt oder gar keine Fahrzeuge für den Transport dorthin zur Verfügung stehen. Da liegt es nahe, dass man den Deutschen mit dem Auto fragt, ob er sie nicht mitbringen kann, wenn er wieder mal in der Stadt ist. Natürlich ist das keine Frage und so wurde unser Auto heute mit 70 Tüten Keksen vollgestopft.
Die Kekse sind kostenlos für die Kinder und werden von der Municipalidad gesponsort. Auch Milch gibt es kostenlos und jeden Monat bekommt die Schule 100 Liter H-Milch gestellt. So ist jeden Tag ein kleines Frühstück für die Kinder gesichert und sie können der Lehrerin zuhören, ohne vom knurrenden Magen abgelenkt zu werden.

Sonntag, 18. September 2011

Streifzug durch die Natur

Hier mal ein paar Bilder von unserem heutigen Sonntagsspaziergang in näherer Umgebung.
Trotz trüben Wetters immer ein Erlebnis.

nette Sonntagvormittagsunterhaltung

Da werden Balladen doch mal interessant. der König Erl

Samstag, 17. September 2011

Wochenend und Sonn......neeee-Regen

In den vergangenen zwei Wochen konzentrierten wir unser Tun, auf die Bauarbeiten am Quincho und der Außenküche. Die Südseite wurde geschlossen, die Bodenplatte wurde gegossen und der Boden gefliest, wobei ich manchmal für zwei arbeiten musste.
Heute ist Samstag und Wochenende und damit wir kein schlechtes Gewissen beim Nichtstun haben, regnet es und wir gönnen uns einen Tag auf dem Sofa, bei ein paar Video`s. Der Regen war mehr als nötig und wir sind dem Wettergott nicht böse, zumal eine Kiste Wochenendleckerbierchen kalt gestellt ist und diese auch bei Regenwetter schmeckt.

Freitag, 16. September 2011

auf Sex folgt Sechs

Gestern kam unserer Capataz ganz aufgeregt zu uns und fragte, ob wir seine Frau ins Krankenhaus fahren könnten. "Das Baby kommt." Der Geburtstermin wurde von den paraguayischen Ärzten auf den Monat September geschätzt und daran wollte sich der kleine Wurm wohl auch halten. Gestern Abend um 19.00Uhr erblickte dann das kleine Mädchen das Licht der Welt. 2500g brachte sie auf die Waage und Mutter und Kind erfreuen sich bester Gesundheit. Heute Abend konnten die beiden das Krankenhaus auch schon wieder verlassen und wir hatten die Ehre sie abzuholen.
Nun heißt es erst mal ein paar Tage im Kreise der Familie ausruhen und sich verwöhnen lassen. Die fünf Geschwister freuen sich über das neue Schwesterlein auch wenn sie nun noch ein wenig zusammenrücken müssen. Wir freuen uns mit ihnen und morgen wird dann gleich erst mal eine Geburtstagstorte gebacken. Ach so, fast vergessen. Einen Namen hat die Kleine noch nicht, aber ich denke, der Familienrat wird heute Abend einen finden.

Donnerstag, 15. September 2011

Urlaub vom Urlaub

Ein Grund warum wir uns Paraguay ausgesucht haben, war unter anderem , dass es das sogenannte Herz Südamerikas ist und somit ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in Südamerika. Deshalb bin ich heute mal wieder durch´s Netz gesurft, denn auch unsere Dauerbaustelle auf unserer Farm nähert sich irgendwann dem Ende. Im Mai kommenden Jahres soll es dann mal wieder in den Urlaub vom Urlaub gehen. Dabei bin ich heute auf die Copa Airline gestossen, die ab dem 15. Dezember 2011 den Flugbetrieb ab Asuncion aufnimmt.
Flüge gehen jeweils Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags nach Panama City und von dort aus in so ziemlich alle Länder Amerikas.
Die Preise können sich auch sehen lassen. So z.B. kostet der Flug nach Panama 517 €, nach Guayaquil Ecuador gehts für 608 €, oder in die Karibik nach Punta Cana für 645 €. Und der Preisknaller ist der Flug nach Miami für 522€ und einer kurzen Reisezeit von 9 Stunden.
Am günstigsten zu buchen jeweils bei airline direct oder www.cheaptickets.de.
Unsere Entscheidung steht noch nicht ganz fest, wo es hingehen soll. Wir schwanken zwischen Panama, denn von dort aus, kann man auch günstig in benachbarte Länder fliegen oder Montego Bay, denn da wollten wir schon immer einmal hin. Gott sei Dank ist noch genügend Zeit, um darüber bei einem lecker Bierchen zu beraten.

Montag, 12. September 2011

weniger lecker Bierchen

Ich habe es befürchtet und nun ist es grausame Realität. Nachdem "Cervepar" vor einiger Zeit die Brahmaabfüllung von 960qbcm auf 940qbcm reduzierte, folgte nun auch die Einsparung bei meinem lecker Bierchen. Ich nehme Abschied von der dicken lecker Bierchenflasche, von der ich gestern noch ein Exemplar ergattern konnte.
In frischem Felsquellwasser gekühlt, so wird am Geschmack nichts verloren gehen, doch auf der Zunge wird ein kleiner trockener Fleck bleiben

Samstag, 10. September 2011

drei mal erster Geburtstag

Heute hatten wir gleich dreimal den ersten Geburtstag auf der Farm. Manni
wird heute ein Jahr alt.Christa
wird heute ein Jahr alt. Und Luna
wird heute ein Jahr alt. Viele Tiere bedeuten viele Geburtstage, also gibt es fast immer einen Grund zum feiern.

Freitag, 9. September 2011

drei Jahre Paraguay

Muss man denn total bescheuert sein, um nach Paraguay auszuwandern? Nein man muss nicht, aber es hilft ungemein. Heute vor 3 Jahren überquerten wir die paraguayische Grenze in Ciudad del Este, nach 6 Tagen Extremtraveling durch Brasilien. Heute ist zwar nicht mehr alles so neu und aufregend wie am ersten Tag, aber jeder Tag bestätigt uns in unserer neuen Heimatwahl. Und zur Feier des Tages haben wir den Grill angefeuert, ein paar lecker Bierchen kalt gestellt (und getrunken), und uns zurückbesonnen, was in so kurzer Zeit alles passieren kann. Wenn uns heute Fiehlmaann fragen würde, was wir anders in unserem Leben machen würden ........-nicht`s.

Winter in Paraguay

Wir haben Winter in Paraguay und auch hier macht die Natur eine Pause. Es ist zwar nicht so kahl und grau wie in Deutschland, aber doch haben viele Bäume ihre Blätter verloren, Pflanzen stellen ihr Wachstum ein und die Wiesen und Weiden sind kahl und braun. Da kommt es auch vor, dass viele Rinder auf ihren Weiden nichts mehr zu fressen finden und wenn ihre Besitzer sich nicht darum kümmern, einfach verhungern und den Geiern zum Opfer fallen.
Doch der Winter neigt sich dem Ende und die Natur erwacht langsam.
In 6 Tagen ist es soweit. Die Sonne geht um 5.43Uhr auf und um 17.44Uhr unter und wir haben Tag-Nachtgleiche. Damit werden die Tage wieder länger als die Nächte und wir können das Gras wachsen hören.

Dienstag, 6. September 2011

"Maja, wo bisssssssst du"

Bei unserem alltäglichen Spaziergang über unsere Farm, wurden wir durch lautes Gebrumme im Wald auf ein Tierchen aufmerksam, welches in unserer Haustiersammlung noch fehlt. Nein, es war kein Bär, sondern viele kleine Honigbienen, die ihrer Arbeit nachgingen.
Wo so viele, dieser fleißigen Majas sind, kann ihr Bienenstock nicht weit sein und nach kurzer Suche entdeckten wir in den Baumwipfeln eine riesige Honigfabrik.
Um in den Genuss eigenen Honig`s zu gelangen, brauchen wir die Königin und müssen das Volk umsiedeln. Nun sind die paraguayischen Bienen nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen und bei einer räuchernden Pfeife eines Imkers würden sie sich wahrscheinlich vor lachen in ihren braungelben Pelz klopfen. Da gibt es also ein kleines Problem, denn wie gelangen wir an die Königin ohne schwerwiegende Verletzungen davon zu tragen. Ich werde mich umhorchen und euch auf dem Laufenden halten.

Montag, 5. September 2011

wenn Ernst mal ernst macht

Als ich gestern Abend unsere Kühe von der Weide holen wollte, fehlte unser Stier Ernesto. Er hatte wohl ein kleines Schlupfloch im Weidezaun gefunden und zwängte seine 500kg Lebendgewicht durch selbiges, um den Rufen der rolligen Nachbarskuh zu folgen. Eine kleine Rangelei mit einem Ochsen, den er anscheinend als Rivalen sah wurde ducrh den Einsatz unseres Nachbarn beendet, der sich unnötiger Weise und mit ein paar cl Zuckerrohrschnaps zu viel im Blut, zwischen die beiden Kampfhähne warf. Mit der liebesbedürftigen Kuh, konnten wir dann unseren Stier wieder in die heimatlichen Stallungen locken und es kehrte wieder Ruhe ein im Gehöft. Nur unser Nachbar hatte etwas abbekommen.
Die Schulter war blau und eine dicke Schwellung deutete auf nichts Gutes hin. Heute waren wir nun im Krankenhaus in Carapegua, was nicht nur für mich das erste mal, sondern auch für unseren Nachbarn, mit seinen 54 Jahren, der erste Besuch in einem Krankenhaus überhaupt, war.
Das Röntgenbild brachte dann alles ans Licht und ein gebrochenes Schlüsselbein, wird dem mutigen Cowboy noch einige Tage Schmerzen bereiten. Er nahm es mit Humor und meinte nur, dass er nun auch endlich weiß, wie ein Krankenhaus aussieht und ein Rest Caña war auch noch vom Sonntagabend übrig.

weiter geht`s

Der Kopf ist wieder klar und die Gedanken sind geordnet. Das Bauchweh ist weg und lecker Bierchen schmeckt wieder. Kurz gesagt, alle ist wieder im Lot und wir starten frisch in die neue Woche. Vielen Dank für die vielen, netten Kommentare, e-mails und Anrufe, die mir schnell wieder mein Laptop unter die Finger geschoben haben.