Montag, 15. Oktober 2018

10 Tage Paraguay

Zwei Wochen Herbstferien in Deutschland bedeuteten für Jil 10 Tage Paraguay erleben. Und auch wenn das Wetter mit viel Regen und wenig Sonne daher kam, konnten wir doch einiges mit Jil unternehmen. Beim Aufstieg auf den "Cerro Acahay" war uns der Wettergott noch gnädig und verwöhnte uns mit blauem Himmel und guter Fernsicht.
Gegrilltes Fleisch am Straßenrand geht bei jedem Wetter und auch wenn es für Vegetarier in einem klassischem Fleischland nicht leicht ist, gab es auch für Jil immer etwas zu essen.
Für ein 16-jähriges Mädel gibt es bestimmt interessantere Dinge aber auch ein Besuch der Basilika in Caacupe stand mit auf der "zu erledigen Liste".
Auch für uns das erste Mal, war der Salto Cristal bei Regenwetter.
Auf den kleinen Wasserfall folgte der große Bruder und auch hier wieder dicke Wolken und dennoch eindrucksvoll wie immer.
Am Abreisetag gabs dann doch nochmal ein wenig Sonne und bevor es in den Flieger ging, war noch Zeit für einen Abstecher in die Hauptstadt.
Heute sitzt Jil wieder auf der Schulbank und wir hoffen, dass ihr der kurze Trip in eine andere Welt gefallen hat und sie vielleicht einmal wieder in Paraguay vorbei schaut.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Darf ich Ihnen den Koffer tragen?

Wer in Paraguay auf dem Flughafen Silvio Pettirossi in Luque landet, wird am Kofferband schnell Bekanntschaft mit den dortigen Kofferträgern machen. Sie sind freundlich und nicht so schnell abzuschütteln. Wenn man ihre Dienste jedoch nicht in Anspruch nehmen möchte, sollte man schon mit einem bestimmende und klarem "Nein" antworten. Lässt man sich aber auf ihr Angebot ein, handelt man den Preis besser vorher aus. Dabei ist es natürlich jedem überlassen, wie viel ihm das Schieben des Kofferwagens bis zum Auto wert ist.
Auch Helmut, die mit unserem Besuch Jil gestern pünktlich in Paraguay landete, ließ sich von einem netten Kofferträger bezirzen und übertrug ihm die Koffergewalt für ausgehandelte 30.000 Gs. Dabei spielte sicherlich auch das Versprechen des Kofferträgers eine Rolle, ihre Koffer problemlos durch den Zoll zu schieben. Schließlich waren dort ein paar Leckereien mit drin, die man in Paraguay nicht bekommt und bei denen der Zoll eventuell etwas zu beanstanden hätte.
Wenn wir jetzt mal genauer überlegen, ist ein Kofferträger (ohne diesem dabei zu nahe treten zu wollen) in der Flughafenhierarchie doch eher in den unteren Regionen anzusiedeln. Also welches Ass sollte dieser nun im Ärmel haben, dass einen Zöllner beeindrucken könnte. Richtig, er blufft nur, denn letztendlich wurde doch ein Koffer von Helmut ausgesondert und sie musste diesen öffnen. Und wie schon bei meiner Ankunft vor einer Woche waren es die Eier, die dem Zöllner ein Dorn im Auge waren und wieder durften diese die Grenze nicht passieren und landeten in der Mülltonne.
Als letzter Passagier verließ Helmut dann die Ankunftshalle und der Kofferträger schob ihr den Wagen.
Der Kofferträger erklärte ihr nun, dass der Preis für seine Dienste jetzt auf 40 Euro gestiegen sei. Schließlich hat er ja den zweiten Koffer vor dem Blick des Zöllners bewahrt und sicher ins Land geholt.
Als ich mit dem Auto vorfuhr erzählte Helmut mir von dieser Dreistigkeit.
"Kay... mach was!"
Ich nahm den guten Mann beiseite, steckte ihm die vereinbarten 30.000Gs zu und empfahl ihm eindringlich, diese doch gütigerweise anzunehmen, was er dann letztendlich auch tat und brubbelnd davon zog.
Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse auf der Reise von Deutschland nach Paraguay und während Helmut ihren Eiern nachtrauert, freut sich Jil jetzt auf 10 Tage Ferien auf der Farm.

Sonntag, 30. September 2018

...die ganze Welt ist wie verhext...

So sah mein gestriger Arbeitsplatz noch am Morgen aus.
Und wer erkennt was das ist?
Doch von vorn.
Vor drei Jahren nahm ich ein Tütchen Samen aus dem Gefrierfach und brachte diese in ihr gut präpariertes Beet ein. Nach ein paar Wochen kamen dann die Sprösslinge zum Vorschein.
Veronika der Spargel wächst. Nach einem Jahr im Aufzuchtsbeet kamen die 40 Spargelsetzlinge an ihren letzten Bestimmungsort.
Jetzt nach drei Jahren ist es endlich soweit und wir gehen in unsere erste Spargelsaison und so sahen dann die Spargelbeete gestern Abend aus.
Na denn auf gutes Gelingen und eine ertragreiche Spargelzeit.

Samstag, 29. September 2018

Kochen mit Eis

Nachdem ich unsere Wasserpumpe wieder in Schwung gebracht hatte, sprang diese immer wieder mal an, ohne das irgendwo Wasser entnommen wurde. Ein Zeichen dafür, dass zu wenig Luft im Druckbehälter ist oder eben die Wasserleitung irgendwo ein Leck hat. Gestern Vormittag hörte ich dann ein leises Rauschen und ich ging dem Geräusch nach. Schnell entdeckte ich ein gebarstenes Wasserrohr aus dem es langsam vor sich hin rieselte. Da ich vermeintlich wichtigere Dinge zu tun hatte, verschob ich die Reparatur auf einen späteren Zeitpunkt.
Ich bin momentan noch ohne Frau und so besteht meine Hauptspeise zur Zeit aus Spaghetti in alle Variationen. Ich hatte noch einen Rest vom Vortag, den ich mir dann Mittags nur warm machen brauchte. Die Soße war jedoch sehr dick und ich wollte sie mit etwas Wasser in die Konsistenz "schlabberdischlü" bringen. Doch der Wasserhahn verweigerte mir den Zugriff auf das Wertvollste unsere Erde. Unser 2000 Liter Vorratstank war durch das Leck im Rohr einfach mal leer gelaufen und so stand ich ohne Wasser da. Da kam ich, wie ich finde, auf die geniale Idee die Eiswürfel aus dem Gefrierschrank zu verwenden, denn im Physikunterricht hatte ich gelernt, dass Eis aus Wasser besteht. Super Idee und was soll ich sagen, es hat funktioniert.
Nachdem Essen dann schnell ins Dorf gebraust, das fehlende Teil für die Leitung geholt, 15 Minuten gebastelt und es gab wieder Wasser im Haus.
Was lernen wir daraus? Genau, kochen kann man auch mit Eis.

Donnerstag, 27. September 2018

Mir wurden die Eier abgenommen

Ich wurde in letzter Zeit des Öfteren gefragt, ob wir Paraguay den Rücken kehren wollen. Also gleich vorne weg: "Paraguay bleibt unser zu Hause!"
Aus ursprünglich geplanten drei Monaten wurden jetzt fünf Monate, in denen wir deutschen Boden belagerten und ich kann sagen, es war der sommerlichste Sommer, den wir je in Deutschland erlebten.
Und das war für die letzten 150 Tage unser Zu Hause.
Es gab viel zu tun für uns und wir sind mit dem Geschafften voll zufrieden. Pünktlich mit dem kalendarischen Herbstanfang fielen dann die Temperaturen in Deutschland und der Flieger startete am Dienstag mit etwas Verspätung in den Frühling nach Paraguay. Doch nur für mich, denn Helmut muss noch eine Woche in old Germany ausharren und folgt dann in der kommenden Woche. Dabei hat sie dann die Tochter eines Freundes im Gepäck, die für 10 Tage zu uns auf die Farm kommt und ihre Ferien verbringt. Für mich bleiben nun noch fünf Tage um hier wieder klar Schiff zu machen und alles auf Vordermann zu bringen. Das Wasser im Pool muss wieder blau gemacht werden, der Garten ist zugewuchert, die Wasserpumpe klemmt und noch so einige kleine Dinge die eben liegen bleiben, wenn man fünf Monate von zu Hause weg ist.
Heute morgen konnte ich dann seit langem wieder den Blick über unsere kleine Farm schweifen lassen.
Ich bin also wieder da und freu mich.
Und was hat das jetzt mit den Eiern auf sich? Als ich gestern in Paraguay einreisen wollte, wurde mein Koffer nach dem Röntgen herausgefischt und der nette SENACSA-Mitarbeiter bat mich ihn zu öffnen. Ins Auge gefallen waren ihm zwei Packungen Eier und nachdem er ein Zettelchen ausgefüllt hatte, nahm er mir diese ab und erklärte mir, dass diese nicht eingeführt werden dürfen.
Nachdem wir im letzten Jahr erfolgreich das deutsche Leghorn hier ausbrüten konnten, sollte dieses Mal die Hühnerrasse Sussex folgen. Schade aber verboten ist eben verboten.
So, als erstes muss ich nun aber ins Dorf, denn die Anzeige beim lecker Bierchenvorrat steht auf Null.

Dienstag, 24. April 2018

Farmpause

In Paraguay steht der Winter vor der Tür und in Deutschland wartet die Arbeit auf uns. Am Sonntag hat unser Capataz Elso die Schlüssel und die Verantwortung für unsere kleine Farm übernommen und wir haben uns auf den Weg in Richtung Deutschland gemacht. Den deutschen Sommer über werden wir nun in der alten Heimat anzutreffen sein. Hier im Blog wird in dieser Zeit nicht viel passieren, aber wer Lust hat, kann gern in unser neues Blog "Alles unter Dach und Fach - Abenteuer Reetdachhaus" schauen, das wir gerade einrichten. Bevor es aber richtig los geht, machen wir noch ein paar Tage Urlaub am Strand und legen einen kurzen Stop in Brasilien ein. Und wie es sich für uns gehört, begann der Urlaub auch gleich etwas chaotisch, denn unseren Mietwagen ließen wir nach schlappen 3km gleich absaufen und mussten einen neuen ordern.
Die Regenwolken haben sich heute verzogen und die Sonne lädt zum Strandspaziergang ein.
Mit einem eisgekühlten lecker Bierchen melden wir uns hiermit ordnungsgemäß für die nächste Zeit ab.

Montag, 16. April 2018

Ruhestörender Lärm am Sonntagvormittag

Der gestrige Sonntag begann mit einem fantastischen Sonnenaufgang.
Doch die sonntägliche Ruhe sollte nur von kurzer Dauer sein, denn kurz nach 8.00Uhr knatterte eine Rallye bei uns am Farmtor vorbei.
Eine Woche zuvor wurden wir durch einen Zettel davon in Kenntnis gesetzt und wir sollten doch darauf achten, dass sich keine Tiere auf der Strasse befinden.
Mit schlappen, geschätzten 80kmh staubten zuerst die Motorräder, dann die Quads und zum Schluss die Autos an unseren Nasen vorbei. Schlau wie ich bin, hatte ich am frühen Morgen die Straße ordentlich gewässert, so dass sich der Staub vor der Tür in Grenzen hielt. In Sachen Sicherheit, war dieses ganze Spektakel eine absolute Lachnummer, denn es gab keine Streckenposten oder Absperrungen.
Gegen Mittag war dann die ganze Sache endlich vorbei und wir konnten uns wieder den wichtigen Dingen des Lebens zuwenden. Der Ofen war angeheizt und musste nur noch bestückt werden.
Ente kross stand auf der Speisekarte und machte den Sonntag zu einem perfekten Sonntag.
Für uns beginnt nun die letzte Farmwoche, bevor es am kommenden Sonntag wieder in Richtung Europa geht.

Dienstag, 6. März 2018

Die Natur machen lassen oder besser; wachsen lassen

Der natürliche Baumbestand auf dieser Welt wird bekanntlich immer kleiner. Überall wird abgeholzt was die Kettensäge hergibt und gerade in Paraguay werden immer wieder Wälder gerodet um Platz für den Sojaanbau zu schaffen oder Weideflächen für das liebe Vieh zu kultivieren. Aufforsten heißt da das Motto und eine Art der Aufforstung ist das Pflanzen von schnell wachsenden Bäumen. Und wie schnell die wachsen, kann ich selbst bei uns auf der Farm beobachten. Zum Beispiel bei meinen Eukalyptusbäumen, die ich vor knapp zwei Jahren in die Erde steckte.
Bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit kann verständlicher Weise kein besonderes Holz herauskommen, aber es ist ein Anfang um die Welt zu retten.
Besser ist es, im Gegensatz zu geordneten Anpflanzungen, der Natur freien Lauf zu lassen, um sich selbst zu erneuern. Lässt man in Paraguay zum Beispiel ein Stück Land für ein Jahr brach liegen, wird man bald sehen, dass sich die Bäume ihren Platz wiederholen und überall kleine Pflänzchen aus der Erde sprießen. Voraussetzung dafür sind Schutzmaßnahmen gegen wilde Tiere wie auf unserer kleinen Farm gegen, Pferd, Rind, Esel oder Ziege.
Ich halte stets Ausschau nach neuen Baumkindern, sei es beim Rasen mähen oder beim Futtergras schneiden. Immer wieder entdecke ich dann frische Pflänzchen, die ich frei lege und stehen lasse. Mit etwas Glück werden sie dann in ein paar hundert Jahren bis weit in den Himmel ragen. Die Pflänzchen von heute wären da zum Beispiel der Lapacho. Nicht ganz einfach zu erkennen, da er in seinem ersten Lebensjahr noch nicht mit fünf Blättern, die wie an einer Hand angeordnet sind, daher kommt.
Geben wir dem Kleinen noch 700 Jahre Zeit und er wird unseren ganzen Berg beschatten.
Etwas schneller gehts da schon bei Bäumen wie dem Yvyrapyta oder Curupay. Dieser Zwerg hier sollte schon in 100 Jahren ein stattlicher Baum sein.
Und was habe ich von diesen Bäumen? Freude und vielleicht erlebe ich es noch, dass sie so viel Schatten spenden, dass ich unter ihnen genüsslich ein eisgekühltes lecker Bierchen schlürfen kann.

Freitag, 2. März 2018

Baden am Fuße des Salto Cristal

Er ist für mich eines der schönsten Ausflugsziele Paraguays und immer wieder faszinierend, der Salto Cristal. Ca. 60km von unserer Farm plätschert er aus 45m Höhe in ein 12m tiefes Felsbecken - kristallklar und prickelnd kalt. In den vergangenen Tagen hatten wir Besuch von Martin und Bärbel und sie kannten den Wasserfall bis dahin nur aus der Vogelperspektive. Grund genug, dem Naturspektakel einen Besuch abzustatten. Früher brauchte man zum Abstieg ins Tal festes Schuhwerk und musste gut zu Fuß sein. Heute erleichtert den Abstieg eine, zwar abenteuerliche, aber zweckmäßige Treppe. Der Eintritt für eine Person beläuft sich auf 20000Gs.
Und es hat sich einiges getan in den letzten Jahren. Die Bretterbude, welche die Toilette darstellte, wich zwei massiven Häuschen mit Toiletten für Männer und Frauen. Auch in Punkto Sicherheit gab es ein paar neue Regeln. So sind Hinweisschilder aufgestellt, die das Baden nur mit Schwimmweste erlauben, was sinnvoll erscheint, wenn man bedenkt, dass viele Paraguayer nicht schwimmen können. Auch ist das Trinken von alkoholischen Getränken untersagt, denn mit ein paar Promille kann die steile Treppe schnell zu unschönen Verletzungen führen. Ok, gegen ein lecker Bierchen hat niemand etwas, aber bitte den Müll mitnehmen.
Und heute gibt es mal keine Fotos sondern ein kleines Video, selbst gebastelt.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Winter - Sommerurlaub 2018

War es nun Winterurlaub oder Sommerurlaub? Ganz egal, drei Wochen sind rum und morgen geht es wieder nach Hause auf unsere kleine Farm. Hinter uns liegen ein paar kalte Tage in Deutschland, bei Familie und Freunden und es gab sogar einen Hauch von Schnee.
Der Weg von Deutschland nach Paraguay ist nicht gerade ein Katzensprung, also eine gute Gelegenheit für ein kleinen Zwischenstop, zum Beispiel in Lissabon.
Lissabon, mit seiner schönen Altstadt, ist auf jeden Fall einen Tagesausflug wert. Und wer sich dann noch mit Marihuana eindecken möchte, kommt hier voll auf seine Kosten. An jeder Straßenecke und in jedem Lokal bekamen wir von fliegenden Kanabishändlern, die als Sonnenbrillenverkäufer getarnt waren, die Wunderpflanze angeboten.
Von Lissabon aus ging es dann weiter nach Recife in Brasilien. Hier mieteten wir uns für vier Tage ein kleines Auto und erkundeten die nördlich gelegene Umgebung von Recife.
Gut erholt geht es nun heute Nacht weiter nach Sao Paulo und morgen Nachmittag sollten wir wieder auf unserer Farm sein.
So und zum Abschluss, wie gewünscht, extra noch ein Foto für Raik.

Samstag, 13. Januar 2018

Urlaub in Paraguay

In diesem Moment befindet sich unsere Tochter Marie im Landeanflug auf Lissabon. Knapp zwei Wochen Paraguayurlaub sind vorbei und Marie ist mit ihren Freunden auf dem Weg ins winterliche Deutschland.
Nun ist Paraguay nicht unbedingt ein typisches Urlaubsland, und doch kann man hier einiges unternehmen. So besuchten die Vier die Wasserfälle von Foz de Iguazu sowie den kleineren Bruder, den Salto Cristal und waren begeistert von dem Naturspektakel.
Zum Farmurlaubsbespaßungsprogramm gehört auch immer das Erklimmen des Cerro Acahay, um sich einmal einen "Überblick" von Paraguay zu beschaffen.
Natürlich wurden auch die einen oder anderen lecker Bierchen vernichtet, ob auf der Farm oder bei Freunden.
Und wenn mal Entspannung auf dem Plan stand, tauchten die Vier ins ganz normale Farmleben ein.
Es war eine schöne Zeit mit Marie, Christoph, Tommy und Nicole und wir hatten jede Menge Spaß.
Nun heißt es für die Vier wieder dicke Jacke und Socken anziehen, um den derzeitigen, deutschen Temperaturen zu zu trotzen.