Montag, 9. Oktober 2017

Fiesta Patronal de Acahay

Nein, das ist kein Auto aus einem Spielzeugmuseum. Es ist ein Auto von einem Kinderkarussel, welches noch voll im Arbeitsleben steht.
Jedes Dorf, jedes Wohngebiet und jede Stadt hat in Paraguay ihren eigen Schutzheiligen. In Acahay, 12km von unserer kleinen Farm entfernt, ist dies "la virgen del Rosario. In jedem Jahr dankt man diesem Schutzpatron und veranstaltet für ihn ein Fest, mal groß, mal weniger groß.
Und da kann man dann eben immer wieder antike Fahrgeschäfte und Karussells für die kleinen Gäste bestaunen. Der TÜV hat hier natürlich nichts zu sagen und kann sich entspannt bei einem lecker Bierchen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist am Samstag der geplante Stierkampf buchstäblich ins Wasser gefallen.
Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag, denn die Bierstände waren überdacht und lecker Bierchen war reichlich vorrätig.

Samstag, 16. September 2017

Wie ein Huhn über den Atlantik fliegt

Eigentlich sind wir mit unseren Hühnern ganz zufrieden. Es ist keine besondere Rasse, aber sie legen Eier, brüten und die Hähne kommen mit fleischiger Hühnerbrust daher. Eben ein ganz normales paraguayisches Landhuhn.
Bei unserem letzten Aufenthalt in Deutschland hatten wir drei Legehühner laufen, welche auch jeden Tag ein Ei legten. Dazu stolzierte ein wunderschöner Hahn nebenher, der sich um das Glück der Hühner kümmerte. Das Ergebnis wären bestimmt tolle Hühner, mit guter Legeleistung und fleischigem Körperbau. Wieso eigentlich wären?
Kurzer Hand packten wir ein paar Eier mit in den Koffer und vier Tage später schummelten wir einer unserer Hennen, welche gerade sowieso brüten wollte, die Kuckuckseier ins Nest.
Ein paar Tage später fehlten vier der acht Eier. Ob Eierdiebe daran schuld waren oder gar die Henne die Eier entfernte, wissen wir nicht.
Auf die anderen vier Eier passte die Henne nun besser auf und vor drei Tagen klopfte es an die Eierschale. Zwei Küken pellten sich aus ihrer sicheren, kalkigen Behausung und sind heute mit der Ziehmutter schon flott unterwegs.
Was aus den Kleinen nun wird, ob Hahn oder Henne wissen wir nicht, jedoch eine Frage kann ich nun mit Sicherheit beantworten.
"Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn?"

Montag, 4. September 2017

kein Reisespaß ohne Reisepass

Gültigkeit bis zum 29 August 2017, so stehts in unseren Reisepässen. Eigentlich hatten wir vor, uns in unserem dreimonatigen Deutschlandaufenthalt um diese Angelegenheit zu kümmern und neue Pässe zu beantragen. Doch wie sich herausstellte, ist dies für im Ausland lebende deutsche Staatsbürger gar nicht so einfach. In zwei Bürgerämtern waren wir vorstellig und konnten die heiligen Mauern unverrichteter Dinge wieder verlassen. Man sei nicht zuständig für uns, da wir keinen Wohnsitz in Deutschland haben.
Nach ausgiebigen Recherchen im Internet fanden wir heraus, dass es eine Kannbestimmung gibt, die den Ämtern die Freiheit gibt, selbst zu entscheiden ob man den Antrag auf einen Reisepass, eines im Ausland lebenden Deutschen, bearbeitet oder nicht.
Da wird den Damen und Herren vom Bürgeramt tatsächlich die Entscheidung überlassen, ob sie etwas Sinnvolles tun möchten oder lieber ihr Image wahren. Wir sahen sofort ein, dass das Bürgeramt keine schnelle Lösung in Sachen Reisepässe für uns bereithält. Doch wer dann?
Wir erfuhren weiter, dass es eine amtliche Stelle in Berlin gibt, die nach vorheriger Terminabstimmung, Reisepassanträge für im Ausland lebenden Deutsche bearbeitet. Oder eben die jeweilige deutsche Botschaft im neuen Heimatland, für uns ist dies die deutsche Botschaft in Asuncion.
Letztendlich nahem wir unsere alten Reisepässe wieder mit nach Hause und klopften vergangenen Donnerstag an die Tür der deutschen Vertretung in Paraguay. Im Internet stand, dass diese am Nachmittag geöffnet hätte, doch der Einlass wurde uns verwehrt. "In Reisepassangelegenheiten ist vorher ein Termin zu vereinbaren" wurde uns zwischen Tür und Angel gesagt. Doch so einfach ließen wir uns nicht abwimmel und während sich bei mir die Fäuste ballten und ich mir einen Vorschlaghammer wünschte, behielt Helmut die Ruhe und versuchte telefonisch zu den Verantwortlichen der deutschen Botschaft durchzudringen. Und tatsächlich, nach mehreren Anläufen und einigen Warteschleifen hatte sie jemandem am Telefon. Jetzt hatten wir einen Termin, und bekamen auch sofort Einlass in die deutsche Botschaft in Asuncion. Wir waren alleine in dem kleinen Raum vor der dicken gepanzerten Scheibe, füllten unsere Reisepassanträge aus und reichten diese, mit zwei Biometrischen Passbildern durch den kleinen Schlitz des dicken Sicherheitsglases.
Jetzt wurde noch die Gebühr von 60,-Euro für den Pass zuzüglich 21,-Euro Auslandsgebühr fällig, alles natürlich in Guarani zu entrichten, und die Sache war erledigt. Per E-Mail werden wir nun informiert, wann unsere neuen Pässe fertig sind und das kann sechs bis acht Wochen dauern. Ich rechen mal mit zehn bis zwölf Wochen, denn dass "Arbeiten" und "Ämter" syntaktisch nicht in einen sinnvollen Zusammenhang zu setzen sind, hat uns die einfache Beantragung eines Reisepasses einmal wieder gezeigt.

Donnerstag, 24. August 2017

Wieder zu Hause

Drei Monate Deutschland"urlaub" liegen hinter uns und am Dienstagmorgen landeten wir wieder wohlbehalten auf dem Asuncioner Flughafen.
Dem Kalender nach sollte in Deutschland Sommer sein, doch es war, glaube ich, der beschissenste Sommer, den ich je erlebt habe. Vielleicht war das auch gar nicht so verkehrt, denn so konnten wir uns voll und ganz auf unser Projekt "Sanierung eines Reetdachhauses" stürzen. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, auch wenn es noch drei deutsche Sommer dauern wird, ehe die ersten Feriengäste dort Quartier beziehen können.
Natürlich wurde alles ordnungsgemäß dokumentiert und in Bildern festgehalten, wobei ich den Vorher- Nachher-vergleich immer am interessantesten finde. Hier mal das neu entstandene Badezimmer.
Oder das Schlafzimmer.
Jetzt heißt es erst einmal akklimatisieren und langsam wieder ins Farmleben einsteigen. Der hiesige Winter hilft uns dabei und hält für die nächsten Tage blauen Himmel, Sonne und winterliche Temperaturen um 30°C bereit.

Samstag, 24. Juni 2017

Schuften in der alten Heimat

Seit fünf Wochen sind wir nun schon in Deutschland und es liegen noch sieben Wochen vor uns, bevor wir wieder auf unserer kleinen Farm anzutreffen sind. Grund dafür ist ein etwas zeitaufwändigeres Projekt, welches uns derzeit beschäftigt. Ein 250 Jahre altes, denkmalgeschütztes Reetdachhaus wollen wir wieder in Schwung bringen und zu Ferienwohnungen herrichten. Die ersten vier Wochen gehörten dem Vorschlaghammer, dem Bauschutt und Staub.
Jetzt geht es langsam ans Wiederaufbauen. Elektrik, Zu- und Abwasser, Fußböden, und jede Menge Lehmputze warten auf Erledigung.
Und damit uns auch in Deutschland nicht das frische Frühstücksei fehlt, wurden als erstes vier Hühner und ein Hahn auf dem Gelände stationiert.
Es gibt noch jede Menge zu tun, also packen wir es an. Doch jetzt gehts erst mal zum Dorffest und dort wartet ein frisch gezapftes lecker Bierchen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gute zwei Jahre ist es jetzt her, als wir unsere Senta von der Strasse aufsammelten. Mager und mit vielen Wunden und Parasiten bekam sie bei uns ein neues zu Hause und wurde von uns wieder aufgepeppelt.
Jetzt ist fast ein Monat vergangen, als Senta von ihrem gewohnten, nächtlichen Ausflug mit ihren Kumpels Manni und Digga nicht nach Hause kam. Eine Woche lang suchten wir nach unserer frechen Hündin, jedoch ohne Erfolg. Irgendwann haben wir uns dann damit abgefunden, dass Senta nicht mehr zu uns zurückkommen wird, wobei ich nicht wusste, ob ihr etwas zugestoßen war oder sie sich einfach nur verlaufen hatte, was ich jedoch für unwahrscheinlich hielt.
Vergangenen Sonntag war ich seit Langem mal wieder Beifahrer und konnte in die Weltgeschichte schauen. Als wir dann, ca. 6 km von unserer kleinen Farm entfernt, an einem Grundstück vorbei fuhren, auf dem gerade ein Auto parkte, konnte ich in der Ferne einen Hund sehen, der den gleichen Gang hatte, wie unsere Senta.
Erkennt man einen Hund an seinem Gang? Senta ja, denn vor gut einem Jahr wurde sie (von uns selbst) mit dem Auto überrollt, als wir sie beim rückwärts ausparken nicht bemerkt hatten. Sie hatte keine inneren Verletzungen, aber ihr Schulterblatt war gebrochen. Schnell erholte sich Senta davon, aber was blieb war ein leichtes Humpeln, gerade bei freudigen Sprüngen.
Lange schaute ich in die Richtung des Hundes, der unserer Senta so ähnlich war, bis ich ihn aus den Augen verlor. Bis heute ließ mir diese Begegnung keine Ruhe und am späten Nachmittag fuhr ich nochmals zur beschriebenen Stelle.
Ein Blick aus dem Autofenster brachte mich nicht weiter. Ich stieg aus und machte mich bei den Besitzern des Grundstückes durch lautes Klatschen bemerkbar, welche mich daraufhin zu sich winkten. Nach geschätzten 50 Schritten sah ich dann zwei große Ohren die mich anspitzten und die ich sehr gut kannte. Ein kurzer Pfiff und unsere Senta war außer sich vor Freude.
Ich schwatzte noch ein paar Worte mit den freundlichen Leuten die mir erzählten dass der Hund seit zwei Wochen bei ihnen ist und da sie nicht wussten wo er hingehört, durfte sie bleiben.
Natürlich war es für sie kein Problem dass ich unsere Senta wieder mitnahm und kurze Zeit später waren wir wieder auf unserer Farm und Senta wieder zu Hause.
Sie war gesund und munter und sichtlich erleichtert, wieder daheim zu sein.
Nach einem ausgiebigen Nickerchen, ging es dann zum Spaziergang mit den Ziegen und sie tat so, als wäre sie nie weg gewesen.
Was soll ich da noch sagen. Manchmal gibt es eben auch im wirklichen Leben ein Happy End.

Freitag, 12. Mai 2017

Dr. Parakay bitte in den OP

Sieht man mal von giftigen Schlangen, Fröschen, Spinnen, Pumas und Krokodilen ab, gibt es in Paraguay kaum Tiere die dem Menschen gefährlich werden können. Und doch kann auch ein kleines Mückentier schmerzhafte Wunden hinterlassen, gerade wenn man frisch in Paraguay einreist. Bei unserm Besuch Franz und Conni haben nun die Stechviecher voll zugeschlagen und imposante Entzündungen hervorgerufen.
"Wir müssen zum Arzt oder in die Apotheke." Normal für den deutschen Sicherheitsdenker. "Wartet, ich gehe mal gucken, was mein Garten so hergibt." Schnell hatte ich Knoblauch, Moringa und Aloevera in meinem Mörser und quetschte eine Heilsalbe für die beiden zusammen.
Da ich ja nun ein paar Jahre in Paraguay lebe, vertrauten mir Franz und Conni und rieben (kurze Geschichte nebenbei, ich musste nachschlagen ob es ruben oder rieben heisst) sich mit der grünen Matsche die Wunden ein.
Jetzt wollt ihr sicher wissen, ob der Quatsch geholfen hat. Hm, dazu kann ich noch nichts sagen, denn die Naturbrühe ist gerade erst aufgetragen. Warten wir es ab.   Test

Freitag, 28. April 2017

Abgefranzt

Vor gut zwei Wochen landeten unsere langjährigen Freunde in Asuncion. Die Franzens sind da und bezogen Quartier auf unserer kleinen Farm mit dem Ziel: Auswandern nach Paraguay.
Vorerst bleiben sie nur bis Anfang Juni und wollen bis dahin so einiges erledigen. Natürlich steht die Suche nach einem passenden Grundstück ganz oben auf der To-do-Liste und so streiften wir schon durch die verschiedensten Gegenden Paraguays. Eine kleine Farm soll es werden und bei der Suche danach, bekommt man Angebote von 10.000.000 Gs pro Hektar bis 60.000.000 Gs pro Hektar, je nach Lage, Infrastruktur oder Ausstattung.
Dabei begegneten sie auch immer wieder dem Transportmittel Nummer 1 der ländlichen Regionen.
Meine wichtigste Aufgabe bestand natürlich darin, den Beiden zu zeigen, warum das lecker Bierchen, den Namen lecker Bierchen verdient.
Sie machten Bekanntschaft mit der lustigen Welt der Tiere...
oder mit der Gastfreundschaft der Paraguayer.
Die nächsten Punkte auf dem Einwanderungsplan sind die Einwanderungspapiere, Containertransport, Autokauf, Grundstückskauf und das erlernen der Sprache. Es gibt also jede Menge zu tun für die Zwei. Wir wünschen den Beiden viel Erfolg und Glück in Paraguay.

Und wenn ein Tag mal nicht wie geplant läuft;
"nach einem Sonnenuntergang folgt immer wieder ein Sonnenaufgang".

Donnerstag, 13. April 2017

Bastelstunde für den Karosseriebaumeister

Es war Sonntagnachmittag und wir saßen in einer gemütlichen Runde, bei gut gekühltem lecker Bierchen. Doch irgendwann war das Bier alle und es musste neues her. Der Leckerbierchenladen war nicht weit entfernt, doch zum Laufen hatte irgendwie keiner Lust. Also musste das Auto, für die 500 Meter lange Strecke, auf unserem Sandweg herhalten. Ich weiß nicht ob es nun an den widrige Witterungsverhältnissen (30°C und Sonnenschein) lag oder einfach nur am schlechten Weg. Jedenfalls klammerte sich ein kleiner Sandhaufen an unserer Stoßstange fest und ließ sie auch nicht mehr los. Ein klarer Fall für den Karosseriebauer.
In dieser Werkstatt in Quiindy sollte der Plastikschaden dann wieder gerichtet werden.
Für 400.000 Gs, umgerechnet knapp 80,-Euro, erhielt der Meister den Zuschlag und zwei Tage später konnten wir unser Automobil wieder abholen.
Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und müssen einmal mehr feststellen, basteln können die Paraguayer.
Ich werde jetzt erst einmal Kontakt mit der Berufsgenossenschaft aufnehmen und schauen, ob ich das ganze Dilemma als Wegeunfall geltend machen kann.

Montag, 10. April 2017

Sauer macht lustig

Wenn der Liebe Gott dir Zitronen gibt, dann frag nach Salz und Tequila.
Eigentlich unser Lebensmotto, aber mal ehrlich, wie viel Tequila, um alles in der Welt, soll ich in der nächsten Zeit trinken. Da lecke ich mir doch mein Handgelenk wund.
Also was macht man mit so vielen Zitronen? Vier solcher Bäume stehen auf unserer kleinen Farm und an jedem einzelnen hängen die Äste vom Gewicht auf der Erde. Schon im letzten Jahr hatten wir eine reiche Ernte, so dass jetzt noch ein paar saure Tüten in der Gefriertruhe liegen.
Natürlich wird wieder reichlich Saft gepresst und auch wieder einige Beutel eingefroren. Aber was machen wir mit dem Rest? Also Leute, wir sind für alle Ideen dankbar.

Samstag, 1. April 2017

Es ist heiß in Paraguay

Kurz gesagt geht es darum, ob sich in Paraguay der Präsident für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stellen darf. Der jetzige Präsident Cartes wollte dafür ein neues Gesetz erlassen, welches seine Befürworter und seine Gegner hat, wie eigentlich bei allen politischen Entscheidungen. Gestern Abend dann, legten Demonstranten und Gegner des neuen Gesetzentwurfes Feuer im paraguayischen Kongress.
In den deutschen Medien florierte in diesem Zusammenhang schnell das Wort der Diktatur, was ich angesichts einer vierten Kandidatur der Frau Merkel zur Bundeskanzlerin doch schon etwas amüsant finde.
Wie dem auch sei, ob für oder wider, eins ist Fakt, Feuer gehört nicht in den Kongress, sondern kann sinnvoller eingesetzt werden.
Bei uns auf dem Land ist die Lage entspannt, obwohl auch ich fast jeden Tag Feuer mache, aber eben da, wo es auch Sinn macht.
Unsere Schweine bekommen neben dem, was ihr Gehege hergibt, auch Zufutter in Form von Futtergras, Getreidekleie und gekochtem Reis. Und genau diesen koche ich auf offenem Feuer. Das spart Energie und macht Freude.
In diesem Sinne ein friedliches Wochenende und einen ruhigen Start in den April.

Sonntag, 26. März 2017

Langes Wochenende

Freitag Morgen, 6.30 Uhr, unser Nachbar steht bei uns am Tor und möchte Fleisch kaufen. Kurze Zeit später wandern 6 kg Schweinerippen in seine Einkaufstüte. Am Mittag wird gegrillt und wir sind herzlich eingeladen. Eigentlich hatten wir für den Abend ein kleines Schlachtefest geplant, doch ein paar frisch gegrillte Rippen sind auch sehr verlockend. Und wie es immer so ist, die schönsten Partys passieren einfach. Schnell waren ein paar lecker Bierchen organisiert, die Musikbox wurde aufgedreht und der Nachmittag war, schwups, auch schon vorbei.
Als es dann dunkel wurde, verlegten wir spontan das Fest zu uns und kämpften uns durch den Biervorrat.
Ein schöner Start ins Wochenende, welches heute auch schon wieder endet, obwohl es das längste Wochenende des Jahres ist. Denn wer es noch nicht mitbekommen hat, heute Nacht wurde die Uhr um eine Stunde zurückgestellt.

Montag, 20. März 2017

Frisch aus dem Weinkeller

Ich bin eigentlich der Typ, der eine Flasche Bier einem Glas Wein vorzieht. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, erst recht, wenn es sich um einen Wein handelt, der seine Geburtsstätte bei uns auf der Farm hat. Von uns gepflanzt, von uns geerntet und zuletzt, von uns angesetzt.
Vor 8 Wochen hatte ich einen ganzen Tag zu tun, um die Weintrauben zu ernten und insgesamt 20 Liter Beerensaft zu pressen und abzufüllen. Gestern war es nun soweit, der Wein hatte aufgehört zu gären und wir zogen uns die erste Kostprobe ins Glas.
Nachdem im vergangenen Jahr die Weinverkostung etwas länger dauerte und am Ende die gesamten 4 Liter in unseren Bäuchen war, stand in diesem Jahr fest, dass nach der Verkostung gewiss noch Wein übrig bleibt. Denn insgesamt 15 Liter füllten wir in Flaschen und legten sie ins Weinregal. Entstanden ist ein frischer, milder Sommerwein, der nur aus der puren Beere, ohne Zuckerzusatz oder Schwefeldioxid, gegoren ist.
Uns schmeckt er und nach 2 Litern Kostprobe kam ich ins grübeln.
"Bin ich vielleicht doch ein Weintrinker?"

Freitag, 17. März 2017

Berlin - TOULOUSE - Madrid - Asucion

Es gibt die verschiedensten Wege, um von Berlin nach Paraguay zu kommen. Da es seit geraumer Zeit einen Direktflug von Madrid nach Asuncion gibt, bräuchte man nur von Berlin nach Madrid sausen, umsteigen und schon sitzt man im Flieger nach Paraguay.
Alles viel zu einfach.
Am Dienstag streikte das Bodenpersonal auf den Berliner Flughäfen noch. Ein kurzer Anruf von mir beim Verdi-Chef und für den Mittwoch wurde die Arbeit wieder aufgenommen. So konnten wir pünktlich unsere Heimreise antreten.
Da uns die Reise von 17 Stunden einfach viel zu kurz ist, legten wir auf dem Weg von Berlin nach Madrid, einen kurzen Stop in Toulouse ein. Kurze Info für alle die, übrigens wie ich vorgestern auch noch, nicht wissen mit Toulouse etwas anzufangen, hier das Wichtigste. Stadt in Frankreich, Airbuswerk zur Endmontage des Airbus A380 und Partnerstadt von Buxtehude. Muss reichen.
Um 12.55 Uhr landeten wir in Toulouse, ließen unsere Koffer für 10,- Euro pro Stück in der Gepäckaufbewahrung des Flughafens und lösten uns ein Ticket für die TRAM, welche direkt vor dem Flughafengebäude in Richtung Justizpalast fährt.
13.30 waren wir dann auch schon an der Endhaltestelle und begaben uns weiter, zu Fuß in das nahe gelegene Stadtzentrum.
Auf der Suche nach einem schnuckeligen Restaurant lernten wir die vielen, kleinen Gassen und Plätze kennen, doch keines der zahlreichen Cafes, Restaurantes oder Bars sagte uns zu. Wir wollten draußen in der Sonne sitzen und meistens waren die Sonnenplätze alle belegt. Also schlenderten wir gemütlich durch die knuffige Altstadt von Toulous.
Irgendwann trafen wir dann doch auf eine gemütliche Kneipe, in der wir einen französichen Wein probierten.
Inzwischen war es 16.00 Uhr und der Hunger war immer noch da, jedoch hatten die Küchenchefs überall Pause. So blieb uns nichts anderes übrig, als einen Supermarkt aufzusuchen und uns für ein gemütliches Picknick einzudecken. Am Fluss Garonne, setzten wir uns ans Ufer und preparierten unser Tischlein.
Und dann war der Tag auch schon wieder zu Ende. Mit der Straßenbahn ging es dann gegen 18.00 Uhr wieder zurück zum Flughafen. 20.30 Uhr starteten wir dann in Richtung Madrid und von dort um 23.30 Uhr nach Asuncion.
Seit gestern Mittag sind wir nun wieder zu Hause und das ist gut so, auch wenn es heute doch schon etwas herbstlich bei Temperaturen um 25 °C ist.

Montag, 13. März 2017

Neues aus deutschem Lande

Wir haben Mitte März. So langsam geht der Sommer in Paraguay in den Endspurt und seit gut zwei Monaten haben wir im Blog nichts von uns hören lassen. In Deutschland würde man sagen, es ist das Sommerloch, in dem einfach mal nichts passiert. Und so war es auch bei uns. Die Aktivitäten auf der Farm beschränken sich im Sommer auf die Versorgung des lieben Vieh und dem Versuch der Sonne die kalte Schulter zu zeigen, was bei Temperaturen um 40°C selten gelingt.
Bis 10.00 Uhr am Vormittag sollten alle wichtigen Arbeiten erledigt sein, bevor man sich dann ein kühles Plätzchen sucht und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Verwunderlich ist es dann nicht, dass man in der Zeit des Abhängens und Nichtstun auf lustige Ideen kommt. Auch Helmut hatte nun so eine lustige Idee.
Der Winter in Paraguay ist nicht die schönste Zeit und unser Plan sieht vor, dass wir in diesen Tagen den Sommer in Deutschland dem Winter in Paraguay vorziehen. Das heißt, im Juli und August werden wir wohl des Öfteren in der alten Heimat anzutreffen sein.
Aus familiären Gründen halten wir uns derzeit auch in Deutschland auf und holen uns kalte Füße.
Und nun zu Helmuts lustiger Idee. Damit uns in den kommenden deutschen Sommer ja nicht langweilig wird, hat sie uns ein kleines Projekt an Land gezogen.
Dieses alte Bauernhaus soll in den nächsten Jahren saniert und wieder flott gemacht werden, bevor dann daraus zwei Ferienwohnungen entstehen. Die Fenster und Türen müssen komplett aufgearbeitet und neue Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden. Diverse Maurer- und Zimmermannsarbeiten stehen auf dem Plan und die kompletten Böden müssen neu gemacht werden.
Bei den Böden kommt nun ein Material zum Einsatz welches schon lange auf seinen großen Auftritt wartet.
Vor ca.12 Jahren ließen wir in Paraguay handgeformte Cottobodenplatten fertigen und schifften diese nach Deutschland. Der Verkauf floppte und so schlummerte ein Bestand von 800 Quadratmetern lange Zeit in einer angemieteten Garage. Doch jetzt kommen die Cottofliesen doch noch zum Einsatz, denn insgesamt 350 Quadratmeter werden für das Bauernhaus nebst Feldsteinscheune gebraucht und in den letzten Tagen transportierten wir die Handformplatten an ihren neuen Bestimmungsort.
Jetzt muss die Baustelle aber noch etwas warten, denn übermorgen geht es erst mal wieder nach Hause, vorausgesetzt das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen streikt nicht. Dann gibt es auch wieder neues aus Paraguay und nach 14 Tagen Deutschlandaufenthalt endlich wieder ein original, eiskaltes lecker Bierchen.