Mittwoch, 13. Dezember 2017

Weihnachtszeit - Puzzlezeit

Früher, als ich noch klein war, also schon sehr lange her, da wurde zu Weihnachten immer gepuzzelt. Ihr wisst schon, das ist die Beschäftigung, bei der man viele kleine Teile wieder zusammen setzt, die vorher irgendwer zerschnippelt hat, um dann wieder ein Bild zu haben, welches vorm zerschneiden, meist schon genauso aussah, nur ohne Fugen. Sinnvoll oder nicht, heute weiß, ich dass es eine gute Übung für meinen späteren Beruf sein sollte.
Ins spanische übersetzt heißt Puzzle - Rompecabeza. Schreibt man rompe cabeza auseinander bedeutet es Kopf brechen, was irgendwie auch einleuchtend ist.
Rompecabeza ist aber nicht nur das beliebte Puzzlespiel, sondern auch Bruchsteinplatten aus Naturstein, meist Sandstein, werden in Paraguay Rompecabeza genannt.
Und nun zum eigentlichen Thema. Der Weg von unserem Haus zum Quincho führte immer über die Wiese und ein Weg aus besagtem Sandstein war schon lange geplant. Jetzt habe ich es endlich geschafft, die Planung in die Tat umzusetzen. In diesem Zuge bekam die Südseite unseres Hauses auch gleich eine kleine Terrasse.
Die Sandsteinbruchplatten werden im Polygonalverband verlegt, wobei ich an dieser Stelle gestehen muss, dass meine paraguayischen Berufskollegen diese Arbeiten voll drauf haben und um einiges schneller sind als der Meister selbst. Nur beim Verfugen des Belages sollte man ihnen über die Schulter schauen und darauf achten, dass die Platten mit sauberem Wasser und Schwamm ordentlich gereinigt und die Fugen geglättet werden.
Empfehlenswert ist es auch, nach Fertigstellung des Belages eine Versiegelung aufzubringen. Diese verhindert das Eindringen von Schmutz in die Poren und schützt vor Moos und Algen.
Natürlich kann man mit dem Rompecabeza auch Wände verkleiden, was ein wenig Muskelkraft erfordert, aber eine schöne Alternative zu Putz oder Klinker bietet.
Preislich gesehen, ist der Sandsteinbruch eine günstige Variante für die verschiedensten Beläge. Wir haben für einen Quadratmeter 20.000 Gs (gut drei Euro) inkl. Lieferung bezahlt. Hierbei ist zu beachten, dass ein Quadratmeter nicht genau definiert ist, sondern mehr geschätzt als berechnet wird.
Bei 33°C wird einem nicht so richtig weihnachtlich, so mach ich mich mal wieder an die Arbeit und gehe puzzlen. Vielleicht kommt ja die Weihnachtsstimmung noch.

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Rate mal mit Parakay

Wir gehen stramm auf den Heiligen Abend zu. Gut, das ist nichts Neues für euch. Aber auch sonst gibt es nichts Neues oder Spektakuleres zu berichten. Also schicke ich euch heute einfach mal ein paar Fotos und hänge eine Frage hinten dran.
Welches Foto wurde garantiert nicht in Paraguay aufgenommen?

Montag, 13. November 2017

Sonntagsausflug zum Lago Ypoa

Sonntagmorgen 8.00 Uhr, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, die Kühlbox ist einsatzbereit und die Badehose gepackt. Unser Ziel, der Largo Ypoa, ca. 30km Luftlinie von unserer Farm entfernt. Und dann gings auch schon los, immer im Schatten des "Cerros Acahay".
Geführt werden wir von Google-Maps, das für uns die kürzeste Strecke ausweist. Holzbrücken sind dabei ganz normal, aber auch immer wieder ein Foto wert.
Dass bei der kürzesten Strecke die Wege des Öfteren abenteuerlich sind, kann sich jeder denken und manchmal kommt man nicht drum herum, umzukehren und einen anderen Weg zu suchen.
So fahren wir ca. 40 Minuten durch viel Landschaft und verlieren dabei den alten Vulkan von Acahay nicht aus den Augen.
Der Granja "Yvaga Rape" wollten wir schon immer mal einen Besuch abstatten und da liegt sie plötzlich auf unserer Route. Also machen wir unseren ersten Stop für eine kleine Erfrischung und einen kurzen Rundgang.
Nach zwei gescheiterten Anläufen ist es unser dritter Versuch, irgendwie an den Lago Ypoa zu gelangen und dieses Mal wählen wir den Weg von Crapegua aus, in Richtung Beni Loma. Tatsächlich gibt es auch einige Hinweisschilder auf den schönen See. Und dann ist er, wie aus dem Nichts, zu sehen und streckt sich blau am Horizont durch die Landschaft.
5 Minuten später stehen wir vor einem Tor und sehen, nicht weit entfernt, ein Kanu auf dem der Bootsmann gerade ein kleines Nickerchen machte.
"Früher gab es hier einen Campingplatz und die Kanus fuhren die Touristen auf den See. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei." erklärt uns der freundliche Seemann.
Da ein breiter Schilfgürtel den See umgibt, fragen wir ihn, ob er uns nicht auf den See schippern kann. "Nein, ich warte hier auf irgendwelche Wissenschaftler, die ich verschiffen soll."
So bleibt uns nur die Sicht auf den See aus der Ferne, aber der Fuhrmann tut uns den Gefallen und posiert vor meiner Kamera.
Mission Lago Ypoa zum dritten Mal gescheitert. Aber wir werden nicht aufgeben und ein vierter Versuch lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.
Es war trotzdem ein schöner Sonntagsausflug und so ging es, unverrichteter Dinge, wieder Heimwärts, in Richtung Cerro Acahay, der immer noch am Horizont zu sehen war.
Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass ich den Kanuten nicht nach seiner Telefonnummer gefragt habe. Oder besser, Helmut habe fragen lassen. So wird der nächste Ausflug zum Lago Ypoa eben wieder eine Reise ins Ungewisse.

Freitag, 10. November 2017

Der Wind, der Wind - bestimmt kein himmlisches Kind

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr hat uns ein kräftiger Sturm mit jeder Menge Brennholz versorgt. Dieses musste nun nur noch in ofengerechte Stücke zersägt werden.
Da uns grüne Bäume und Büsche besser gefallen als ein trister Brennholzstapel, versuchte ich natürlich zu retten, was zu retten war und zerrte die kleineren, umgewehten Büsche wieder an ihre ursprüngliche Position, in der Hoffnung dass sie wieder anwachsen.
Auch am Haus gab es einen kleinen Dachschaden, der aber schnell repariert war.
Der Sturm ist nun eine Woche her und heute, pünktlich zum Start ins Wochenende, sind alle Schäden so gut wie behoben. Ich denke das Wochenendleckerbierchen haben wir uns redlich verdient und auch wenn es heute Vormittag noch regnerisch ist, der Wetterfrosch sagt für die kommenden Tage nur das Beste voraus.

Montag, 30. Oktober 2017

Die Wege des Wassers sind unergründlich

Auch wenn es sich in den letzten Tagen nicht unbedingt so angefühlt hat, aber er kommt mit großen Schritten - der Sommer.
Und wie soll es anders sein, pünktlich zur bevorstehenden Badesaison, machte uns unser Pool einige Sorgen.
Mir fiel auf, dass der Wasserstand täglich um 5 cm sank, was einen Wasserverlust von ca. 1500 Litern bedeutete. Also ging es an die Ursachenforschung.
Verdunstung konnten wir bei der großen Menge mit Sicherheit ausschließen. Blieb also nur ein Schaden im Betonbecken oder der Verrohrung. Zuerst suchte ich nach irgendwelchen feuchten Stellen im Bereich der Poolmauern. Negativ, keine Auffälligkeiten. Jedoch fiel mir auf, dass der Pool nur bis zur Höhe der Einlassdüsen das Wasser verlor und sich der Terrassenboden nahe der Düsen etwas abgesenkt hatte.
Hammer und Meißel mussten her und nach zwei Stunden schweißtreibender Arbeit, wurde ich mit einem erfrischenden Wasserstrahl belohnt.
In einem Rohrbogen hatte sich ein 3 cm langer Riss gebildet und hier plätscherte nun das Wasser fröhlich in das Erdreich.
Ob das Rohr schon kaputt war, als es eingebaut wurde und sich mit der Zeit das Wasser langsam seinen Weg gesucht hat, oder ob es einfach nur Materialermüdung war, werden wir nie erfahren. Jedenfalls musste geflickt werden und das war gar nicht so einfach.
Eine Möglichkeit war, den Bereich nahe der schadhafte Stelle weiträumig freizulegen um dann die Verrohrung zu erneuern. Das befand ich aber als sehr arbeits- und zeitaufwendig  und so entschloss ich mich, die Verrohrung einfach mit der paraguayischen Zauberknete Poxilina zu ummanteln und zu schauen ob die Knete hält was sie verspricht.
Knappe 5 Minuten brauchte ich für die Reparatur und tatsächlich, als wieder Druck auf die Leitung kam, blieb das Rohr trocken.
Drei Tage ließ ich die Unglückstelle aber noch unter Beobachtung, bevor ich dann letztendlich der zweikomponentigen Zauberknete mein Vetrauen schenkte und den Boden wieder schloss. Das nahm dann unser Manni auch gleich zum Anlass, um die Wassertemperatur zu testen.
Manni befand die 22°C als ausreichend und so erkläre ich hiermit offiziell die Poolsaison als eröffnet.

Montag, 9. Oktober 2017

Fiesta Patronal de Acahay

Nein, das ist kein Auto aus einem Spielzeugmuseum. Es ist ein Auto von einem Kinderkarussel, welches noch voll im Arbeitsleben steht.
Jedes Dorf, jedes Wohngebiet und jede Stadt hat in Paraguay ihren eigen Schutzheiligen. In Acahay, 12km von unserer kleinen Farm entfernt, ist dies "la virgen del Rosario. In jedem Jahr dankt man diesem Schutzpatron und veranstaltet für ihn ein Fest, mal groß, mal weniger groß.
Und da kann man dann eben immer wieder antike Fahrgeschäfte und Karussells für die kleinen Gäste bestaunen. Der TÜV hat hier natürlich nichts zu sagen und kann sich entspannt bei einem lecker Bierchen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist am Samstag der geplante Stierkampf buchstäblich ins Wasser gefallen.
Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag, denn die Bierstände waren überdacht und lecker Bierchen war reichlich vorrätig.

Samstag, 16. September 2017

Wie ein Huhn über den Atlantik fliegt

Eigentlich sind wir mit unseren Hühnern ganz zufrieden. Es ist keine besondere Rasse, aber sie legen Eier, brüten und die Hähne kommen mit fleischiger Hühnerbrust daher. Eben ein ganz normales paraguayisches Landhuhn.
Bei unserem letzten Aufenthalt in Deutschland hatten wir drei Legehühner laufen, welche auch jeden Tag ein Ei legten. Dazu stolzierte ein wunderschöner Hahn nebenher, der sich um das Glück der Hühner kümmerte. Das Ergebnis wären bestimmt tolle Hühner, mit guter Legeleistung und fleischigem Körperbau. Wieso eigentlich wären?
Kurzer Hand packten wir ein paar Eier mit in den Koffer und vier Tage später schummelten wir einer unserer Hennen, welche gerade sowieso brüten wollte, die Kuckuckseier ins Nest.
Ein paar Tage später fehlten vier der acht Eier. Ob Eierdiebe daran schuld waren oder gar die Henne die Eier entfernte, wissen wir nicht.
Auf die anderen vier Eier passte die Henne nun besser auf und vor drei Tagen klopfte es an die Eierschale. Zwei Küken pellten sich aus ihrer sicheren, kalkigen Behausung und sind heute mit der Ziehmutter schon flott unterwegs.
Was aus den Kleinen nun wird, ob Hahn oder Henne wissen wir nicht, jedoch eine Frage kann ich nun mit Sicherheit beantworten.
"Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn?"

Montag, 4. September 2017

kein Reisespaß ohne Reisepass

Gültigkeit bis zum 29 August 2017, so stehts in unseren Reisepässen. Eigentlich hatten wir vor, uns in unserem dreimonatigen Deutschlandaufenthalt um diese Angelegenheit zu kümmern und neue Pässe zu beantragen. Doch wie sich herausstellte, ist dies für im Ausland lebende deutsche Staatsbürger gar nicht so einfach. In zwei Bürgerämtern waren wir vorstellig und konnten die heiligen Mauern unverrichteter Dinge wieder verlassen. Man sei nicht zuständig für uns, da wir keinen Wohnsitz in Deutschland haben.
Nach ausgiebigen Recherchen im Internet fanden wir heraus, dass es eine Kannbestimmung gibt, die den Ämtern die Freiheit gibt, selbst zu entscheiden ob man den Antrag auf einen Reisepass, eines im Ausland lebenden Deutschen, bearbeitet oder nicht.
Da wird den Damen und Herren vom Bürgeramt tatsächlich die Entscheidung überlassen, ob sie etwas Sinnvolles tun möchten oder lieber ihr Image wahren. Wir sahen sofort ein, dass das Bürgeramt keine schnelle Lösung in Sachen Reisepässe für uns bereithält. Doch wer dann?
Wir erfuhren weiter, dass es eine amtliche Stelle in Berlin gibt, die nach vorheriger Terminabstimmung, Reisepassanträge für im Ausland lebenden Deutsche bearbeitet. Oder eben die jeweilige deutsche Botschaft im neuen Heimatland, für uns ist dies die deutsche Botschaft in Asuncion.
Letztendlich nahem wir unsere alten Reisepässe wieder mit nach Hause und klopften vergangenen Donnerstag an die Tür der deutschen Vertretung in Paraguay. Im Internet stand, dass diese am Nachmittag geöffnet hätte, doch der Einlass wurde uns verwehrt. "In Reisepassangelegenheiten ist vorher ein Termin zu vereinbaren" wurde uns zwischen Tür und Angel gesagt. Doch so einfach ließen wir uns nicht abwimmel und während sich bei mir die Fäuste ballten und ich mir einen Vorschlaghammer wünschte, behielt Helmut die Ruhe und versuchte telefonisch zu den Verantwortlichen der deutschen Botschaft durchzudringen. Und tatsächlich, nach mehreren Anläufen und einigen Warteschleifen hatte sie jemandem am Telefon. Jetzt hatten wir einen Termin, und bekamen auch sofort Einlass in die deutsche Botschaft in Asuncion. Wir waren alleine in dem kleinen Raum vor der dicken gepanzerten Scheibe, füllten unsere Reisepassanträge aus und reichten diese, mit zwei Biometrischen Passbildern durch den kleinen Schlitz des dicken Sicherheitsglases.
Jetzt wurde noch die Gebühr von 60,-Euro für den Pass zuzüglich 21,-Euro Auslandsgebühr fällig, alles natürlich in Guarani zu entrichten, und die Sache war erledigt. Per E-Mail werden wir nun informiert, wann unsere neuen Pässe fertig sind und das kann sechs bis acht Wochen dauern. Ich rechen mal mit zehn bis zwölf Wochen, denn dass "Arbeiten" und "Ämter" syntaktisch nicht in einen sinnvollen Zusammenhang zu setzen sind, hat uns die einfache Beantragung eines Reisepasses einmal wieder gezeigt.

Donnerstag, 24. August 2017

Wieder zu Hause

Drei Monate Deutschland"urlaub" liegen hinter uns und am Dienstagmorgen landeten wir wieder wohlbehalten auf dem Asuncioner Flughafen.
Dem Kalender nach sollte in Deutschland Sommer sein, doch es war, glaube ich, der beschissenste Sommer, den ich je erlebt habe. Vielleicht war das auch gar nicht so verkehrt, denn so konnten wir uns voll und ganz auf unser Projekt "Sanierung eines Reetdachhauses" stürzen. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, auch wenn es noch drei deutsche Sommer dauern wird, ehe die ersten Feriengäste dort Quartier beziehen können.
Natürlich wurde alles ordnungsgemäß dokumentiert und in Bildern festgehalten, wobei ich den Vorher- Nachher-vergleich immer am interessantesten finde. Hier mal das neu entstandene Badezimmer.
Oder das Schlafzimmer.
Jetzt heißt es erst einmal akklimatisieren und langsam wieder ins Farmleben einsteigen. Der hiesige Winter hilft uns dabei und hält für die nächsten Tage blauen Himmel, Sonne und winterliche Temperaturen um 30°C bereit.

Samstag, 24. Juni 2017

Schuften in der alten Heimat

Seit fünf Wochen sind wir nun schon in Deutschland und es liegen noch sieben Wochen vor uns, bevor wir wieder auf unserer kleinen Farm anzutreffen sind. Grund dafür ist ein etwas zeitaufwändigeres Projekt, welches uns derzeit beschäftigt. Ein 250 Jahre altes, denkmalgeschütztes Reetdachhaus wollen wir wieder in Schwung bringen und zu Ferienwohnungen herrichten. Die ersten vier Wochen gehörten dem Vorschlaghammer, dem Bauschutt und Staub.
Jetzt geht es langsam ans Wiederaufbauen. Elektrik, Zu- und Abwasser, Fußböden, und jede Menge Lehmputze warten auf Erledigung.
Und damit uns auch in Deutschland nicht das frische Frühstücksei fehlt, wurden als erstes vier Hühner und ein Hahn auf dem Gelände stationiert.
Es gibt noch jede Menge zu tun, also packen wir es an. Doch jetzt gehts erst mal zum Dorffest und dort wartet ein frisch gezapftes lecker Bierchen.

Dienstag, 16. Mai 2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gute zwei Jahre ist es jetzt her, als wir unsere Senta von der Strasse aufsammelten. Mager und mit vielen Wunden und Parasiten bekam sie bei uns ein neues zu Hause und wurde von uns wieder aufgepeppelt.
Jetzt ist fast ein Monat vergangen, als Senta von ihrem gewohnten, nächtlichen Ausflug mit ihren Kumpels Manni und Digga nicht nach Hause kam. Eine Woche lang suchten wir nach unserer frechen Hündin, jedoch ohne Erfolg. Irgendwann haben wir uns dann damit abgefunden, dass Senta nicht mehr zu uns zurückkommen wird, wobei ich nicht wusste, ob ihr etwas zugestoßen war oder sie sich einfach nur verlaufen hatte, was ich jedoch für unwahrscheinlich hielt.
Vergangenen Sonntag war ich seit Langem mal wieder Beifahrer und konnte in die Weltgeschichte schauen. Als wir dann, ca. 6 km von unserer kleinen Farm entfernt, an einem Grundstück vorbei fuhren, auf dem gerade ein Auto parkte, konnte ich in der Ferne einen Hund sehen, der den gleichen Gang hatte, wie unsere Senta.
Erkennt man einen Hund an seinem Gang? Senta ja, denn vor gut einem Jahr wurde sie (von uns selbst) mit dem Auto überrollt, als wir sie beim rückwärts ausparken nicht bemerkt hatten. Sie hatte keine inneren Verletzungen, aber ihr Schulterblatt war gebrochen. Schnell erholte sich Senta davon, aber was blieb war ein leichtes Humpeln, gerade bei freudigen Sprüngen.
Lange schaute ich in die Richtung des Hundes, der unserer Senta so ähnlich war, bis ich ihn aus den Augen verlor. Bis heute ließ mir diese Begegnung keine Ruhe und am späten Nachmittag fuhr ich nochmals zur beschriebenen Stelle.
Ein Blick aus dem Autofenster brachte mich nicht weiter. Ich stieg aus und machte mich bei den Besitzern des Grundstückes durch lautes Klatschen bemerkbar, welche mich daraufhin zu sich winkten. Nach geschätzten 50 Schritten sah ich dann zwei große Ohren die mich anspitzten und die ich sehr gut kannte. Ein kurzer Pfiff und unsere Senta war außer sich vor Freude.
Ich schwatzte noch ein paar Worte mit den freundlichen Leuten die mir erzählten dass der Hund seit zwei Wochen bei ihnen ist und da sie nicht wussten wo er hingehört, durfte sie bleiben.
Natürlich war es für sie kein Problem dass ich unsere Senta wieder mitnahm und kurze Zeit später waren wir wieder auf unserer Farm und Senta wieder zu Hause.
Sie war gesund und munter und sichtlich erleichtert, wieder daheim zu sein.
Nach einem ausgiebigen Nickerchen, ging es dann zum Spaziergang mit den Ziegen und sie tat so, als wäre sie nie weg gewesen.
Was soll ich da noch sagen. Manchmal gibt es eben auch im wirklichen Leben ein Happy End.