Montag, 13. März 2017

Neues aus deutschem Lande

Wir haben Mitte März. So langsam geht der Sommer in Paraguay in den Endspurt und seit gut zwei Monaten haben wir im Blog nichts von uns hören lassen. In Deutschland würde man sagen, es ist das Sommerloch, in dem einfach mal nichts passiert. Und so war es auch bei uns. Die Aktivitäten auf der Farm beschränken sich im Sommer auf die Versorgung des lieben Vieh und dem Versuch der Sonne die kalte Schulter zu zeigen, was bei Temperaturen um 40°C selten gelingt.
Bis 10.00 Uhr am Vormittag sollten alle wichtigen Arbeiten erledigt sein, bevor man sich dann ein kühles Plätzchen sucht und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Verwunderlich ist es dann nicht, dass man in der Zeit des Abhängens und Nichtstun auf lustige Ideen kommt. Auch Helmut hatte nun so eine lustige Idee.
Der Winter in Paraguay ist nicht die schönste Zeit und unser Plan sieht vor, dass wir in diesen Tagen den Sommer in Deutschland dem Winter in Paraguay vorziehen. Das heißt, im Juli und August werden wir wohl des Öfteren in der alten Heimat anzutreffen sein.
Aus familiären Gründen halten wir uns derzeit auch in Deutschland auf und holen uns kalte Füße.
Und nun zu Helmuts lustiger Idee. Damit uns in den kommenden deutschen Sommer ja nicht langweilig wird, hat sie uns ein kleines Projekt an Land gezogen.
Dieses alte Bauernhaus soll in den nächsten Jahren saniert und wieder flott gemacht werden, bevor dann daraus zwei Ferienwohnungen entstehen. Die Fenster und Türen müssen komplett aufgearbeitet und neue Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden. Diverse Maurer- und Zimmermannsarbeiten stehen auf dem Plan und die kompletten Böden müssen neu gemacht werden.
Bei den Böden kommt nun ein Material zum Einsatz welches schon lange auf seinen großen Auftritt wartet.
Vor ca.12 Jahren ließen wir in Paraguay handgeformte Cottobodenplatten fertigen und schifften diese nach Deutschland. Der Verkauf floppte und so schlummerte ein Bestand von 800 Quadratmetern lange Zeit in einer angemieteten Garage. Doch jetzt kommen die Cottofliesen doch noch zum Einsatz, denn insgesamt 350 Quadratmeter werden für das Bauernhaus nebst Feldsteinscheune gebraucht und in den letzten Tagen transportierten wir die Handformplatten an ihren neuen Bestimmungsort.
Jetzt muss die Baustelle aber noch etwas warten, denn übermorgen geht es erst mal wieder nach Hause, vorausgesetzt das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen streikt nicht. Dann gibt es auch wieder neues aus Paraguay und nach 14 Tagen Deutschlandaufenthalt endlich wieder ein original, eiskaltes lecker Bierchen.

Kommentare:

Giuseppe Bottazzi hat gesagt…

Euer einst höchtinteressanter Blog stagniert nun schon seit etwa anderthalb Jahren.

Könnte es womöglich sein, daß Ihr, so wie in "Voll durch's Leben gekachelt" beschrieben, genauso wie einst in der Dominikanischen Republik, indessen auch die Lust an Paraguay verloren habt?

Don Parakay hat gesagt…

Hola Thomas, die Stagnation des Blogs liegt nicht daran, dass wir die Lust an Paraguay verloren haben. Auch bei uns kehrt der Alltag ein und ich glaube es wäre für Niemanden interessant, wenn ich täglich übers Melken oder unseren Garten berichte. Doch wir suchen neue Herausforderungen, wobei das nicht heißt, dass wir unsere Farm verlassen werden. Im Gegenteil, sie wird unser Lebensmittelpunkt bleiben, denn wir fühlen uns hier sau wohl. Ich kann nicht sagen, was morgen ist, aber heute mache ich mir ein eiskaltes lecker Bierchen auf und genieße den sonnigen Tag bei 29°C.
Saludos Kay

Giuseppe Bottazzi hat gesagt…

Moin Kay,

genauso, wie von Dir beschrieben sollte es sein!

... und das beeindruckende Ergebnis all Eurer jahrelangen Mühen muß auch einfach mal ungestört genossen werden.

Saludos Thomas

Giuseppe Bottazzi hat gesagt…

Nachtrag:

Solche Sachen, wie beispielsweise Wurst mal ganz unkonventionell zum Räuchern in den Schornstein gehängt, Weinkelterei im Folienbeutel oder auch Ofenbau und das Ersetzen des Wasserturmes waren eben tatsächlich mal interessant.

Möglicherweise, vielleicht, eventuell, findet sich, in Deinem alten Lehnstuhl sitzend, auch mal wieder Zeit und Muße, um eine neue, in Paraguay oder Bolivien selbsterlebte Geschichte niederzuschreiben und per 'Book on demand' unter's (noch) lesende Volk zu bringen.