Donnerstag, 21. Oktober 2010

zwei Jahre Farmleben

Vor zwei Jahre betraten wir das erste mal unsere kleine Farm. Mehr und mehr wurde die Farm unser zu Hause. 6 Rinder, 22 Hühner, 3 Enten und bis heute 28 Gänse leben mit uns auf unserem Land. Schwein, Pferd und Esel sollen noch folgen. Verschiedene Obstbäume, ein Gemüsegarten und ein Hektar Futtergras wurden gepflanzt und angelegt. Zu tun gibt es noch reichlich und momentan ist unser Haus eine grosse Baustelle.
Für uns waren diese zwei Jahre Farmleben auch einmal mehr der Grund, unserem Capataz Elso, für seine gute Arbeit danke zu sagen. So luden wir ihn und seine Familie gestern Abend zum Entenbraten mit Rotkohl und Klössen ein.Die Ente war dann auch nach fünf Stunden im Backofen zart und da eine Ente für fünf Kinder und vier Erwachsene nicht reichen würde, gab es dazu auch noch einen grossen Teller Grillfleisch.
Es war ein lustiger Abend mit einigen lecker Bierchen, der erst gegen Mitternacht zu Ende ging. Und mal unter uns gesagt. Das mit den dümmsten Bauern und den grössten Kartoffeln, das stimmt nicht. Ich hätte gerne mal über meine Kartoffelanpflanzungen berichtet, aber die Erfolge waren so klein, dass dies nicht der Rede wert war.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Wie schlachte ich eine Ente?

Wenn es nach Helmut ginge, würden wir hungern und unsere Tiere würden immer fetter werden. Aber unsere Farm soll uns natürlich auch mal Fleisch auf den Tisch bringen und da muss man eben auch mal schlachten.
Heute morgen ging es unserem Erpel an den Kragen. Er wohnte schon auf unserer kleinen Farm, als wir noch in Deutschland waren. Fünf Jahre, sagte mir mein Capataz, hätte die Ente schon erlebt. Da ich noch nie eine Ente geschlachtet habe, bekam ich eine Lehrunterweisung von Elso und seiner Frau Ramona.
Der Erpel war schnell gefangen und während Ramona ihn an den Füssen und Flügeln festhielt, bekam er einen kurzen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schlag soll nur betäuben, damit das Tier keinen Stress erleidet. Er darf nicht zu fest sein, sonst bricht das Genick und der Körper blutet nicht aus. Danach werden kurz unter dem Schnabelansatz die Halsschlagadern mit einem scharfen Messer durchtrennt und man lässt das Tier ausbluten, was ca. ein bis zwei Minuten dauert.
Nun geht es ans rupfen. Elso und Ramona rupften die Ente, ohne vorher das Gefieder mit kochendem Wasser zu brühen, wie es beim Hühner schlachten üblich ist.Diese Arbeit erfordert viel Sorgfalt, denn jede Feder sollte komplett entfernt werden.
Sind alle Federn gerupft, wird die Ente über eine Flamme gehalten und die letzten Daunen entfernt.Nun wurde der Kopf abgschnitten und es ging ans ausnehmen der Innereien. Hierbei wurde zunächst oberhalb der Brust ein Schnitt gemacht und die Luftröhre und Speiseröhre aus dem Hals gezogen.Der nächste Schnitt galt dem Unterleib und nachdem die Bauchdecke durchtrennt war, wurden die Innereien entfernt.Magen, Herz und Leber werden aussortiert und um den Rest kümmerten sich der Hund und die Hühner.Übrigens sind die beiden nierenförmigen Organe nicht die Nieren, sondern der Grund für die tiefere Stimme eines Enterichs.
Als letztes werden oberhalb vom Entenschwanz die Fettdrüsen raus geschnitten und die Ente wird ordentlich gewaschen.Ab sofort hat Helmut den Vogel in ihrer Obhut und es liegt an ihr, den Vogel zart zu servieren, was bei einer fünfjährigen Ente nicht einfach werden wird. Einen Tag wird sie nun abhängen, bevor Helmut morgen zeigen kann, was ihre Kochkünste hergeben
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Samstag, 16. Oktober 2010

Billigland Paraguay?

Wieder einmal musste ich wegen einem Ersatzteil in die Hauptstadt. Dieses mal handelte es sich um einen kleinen Gumminippel von der Motorsense, der zum Ansaugen des Benzin`s dient und gerissen war.
Ein kleines Teil und tatsächlich hatte die Hauptvertretung von "Petersen" Maschinen und Werkzeughandel, in der Av. Artigas das Ding auf Lager.Ich war überrascht und fragte auch gleich nach einem etwas grösseren Gummi für meinen Rasenmäher. Man sagte mir, dass ich doch das Teil zum vergleichen mitbringen solle, weil es nicht gerade billig ist. Ich konnte mir nun nicht vorstellen, dass dieses Gummiding mehr als 5.000Gs kosten sollte und fragte nach dem Preis.
40.000Gs liessen mir dann doch die Kinnlade runterklappen und ich liess vorerst meinen Plan, einen zweiten Gummi mitzunehmen, fallen.
Meine Erkenntnis aus dieser Sache: Gerissene Gummis können auch in Paraguay teuer werden.

unsere stille Treppe

Es ist der Schrecken in deutschen Kinderzimmern und die Supernanny von RTL hat ihr einen Namen gegeben.
"Die stille Treppe"
Auch wir haben eine stille Treppe, wobei sie für mich, zu meinem Lieblingsplatz geworden ist, die Eingangsstufen zu unserem Farmhaus. Hier habe ich einen Überblick über unser Land, kann nachdenken, planen und chillen.Doch die Ruhe hat bald ein Ende, denn unsere Umbauarbeiten rücken meiner stillen Treppe immer näher und bald wird sie unserer neuen Terrasse weichen müssen. Was bleiben wird, ist der Blick über die Bergeund viele Erinnerungen an schöne Stunden auf meiner stillen Treppe.

Freitag, 15. Oktober 2010

die ersten Pfirsiche

Sie sind noch nicht besonders gross, aber nach nur einem Jahr konnten wir die ersten Pfirsche von unseren, im letzten Jahr gepflanzten Pfirsichbäumen ernten.Die ersten Früchte wurden auch gleich am Baum verspeist und aus den Restlichen zauberte Helmut eine leckere Bowle in der auch Erdbeeren aus dem eigenen Garten schwammen. Leider ist der Topf schon wieder leer und auf die nächste Pfirsichbowle müssen wir wohl wieder ein Jahr warten.