Samstag, 4. Februar 2012

Bautagebuch

Anfang Oktober rückten die Maurer bei uns auf der kleinen Farm an und packten ihr Handwerkszeug aus. Inzwischen sind vier Monate vergangen und nachdem unser Maurertrupp seine Arbeiten Anfang Dezember beendete, machten wir uns am Innenausbau zu schaffen. Und so sieht es momentan auf unserer Baustelle aus.
"Poco pintura y listo", würde der Paraguayer sagen, doch neben einigen Malerarbeiten fehlen noch einige Tischlerarbeiten und die neuen Küchenmöbel. Auch die beiden Balkonpfeiler müssen noch verkleidet werden. Der Pool ist seit einem Monat freigegeben und es darf gebadet werden.
Hier fehlen noch die Sonnenterrasse und ein paar Abschlussarbeiten am Wasserfall, der gleichzeitig als Skimmer Verwendung findet.
Unser neues Schlafzimmer, im oberen Geschoss haben wir bereits bezogen und genießen den neuen Ausblick und lassen uns durch die Sonne wecken.
Noch gibt es einiges zu tun und fertig wird man mit einem Haus sowieso nie, doch wenn ich die Fotos von vor drei Monaten sehe, sind wir doch schon ein Stück voran gekommen.

Donnerstag, 2. Februar 2012

check den Check

Wenn das liebe Finanzamt Geld zu bekommen hat, sind die Taschen schneller leer als man reinfassen kann. Bekommt man aber etwas aus den Staatskassen zurück, scheinen die Wege in den Ämtern holprig und endlos zu sein. Vor 10 Monaten hinterlegten wir eine Sicherheitsgebühr, für eventuell anfallende Steuern auf zwei Spendencontainern. Rucki, zucki wurden die Papiere bearbeitet und nach nicht einmal einem Jahr bekamen wir nun die Sicherheitshinterlegung in Form eines Check`s wieder ausbezahlt. Doch auch dieser Check sollte uns einige Kopfschmerzen bereiten. Ausgestellt war er auf die Hilfsorganisation, welche uns diesen als Drittcheck durchreichten. Nachdem wir diesen bei unserer Bank einzahlten, kam er prompt nach fünf Tagen wieder zurück. Eine fehlende Unterschrift war der Grund und nachdem die Unterschrift getätigt war, wurde er abermals eingereicht. Nach vier Tagen wieder ein Anruf der Bank. Der Stempel der Organisation enthält Abkürzungen, die nicht mit den Empfängerdaten auf der Vorderseite übereinstimmten. So fuhren wir wieder mit dem Check in der Tasche nach Asuncion, um einen neuen Stempel der Hilfsorganisation zu bekommen. Dieses mal waren keine Abkürzungen auf dem Stempel und wir waren guter Dinge den Check einlösen zu können. Um die Postwege der Banken einzusparen, gingen wir gleich zur austellenden Bank. Doch wieder gab es ein kleines Problem. Die Einzahlungsstempel unserer Bank, mussten anuliert werden und so verließen wir wieder mit leeren Taschen das Bankgebäude. In Paraguay schließen die Banken um 13.30Uhr und so schafften wir nur noch die Anulation der Stempel und mussten den nächsten Tag abwarten. Mehr Stempel und Unterschriften hätten nun keinen Platz mehr auf dem kleinen Stück Papier gehabt und wir hofften diese Geschichte endlich abschließen zu können.
Und tatsächlich, nach nur 300 Tagen ,einem weiteren Anruf bei unserer Bank, denn es war nur ein Stemel anuliert worden und nicht beide, vermessenen Schmiergeldforderungen, unzähligen Behördengängen und Resignation und Frustration aller Beteiligten, haben wir unser Geld wieder in der Tasche und können nun endlich auch für uns, das Hilfsprojekt von Wolf, abschließen.

Samstag, 28. Januar 2012

Entennachwuchs

Im Februar, vergangenen Jahres, kauften wir uns auf dem Petirossimarkt in Asuncion einen neuen Erpel.
Aus dem, anfangs häßlichen Entlein, wurde ein schöner Entenmann, der inzwischen unseren Geflügelhof regiert und vor dem sogar die Gänse Respekt haben.
Petirossi, wie der Erpel von uns genannt wird, hat seine Aufgabe erkannt und sich bestens um unsere zwei Entendamen gekümmert. Während eine Ente noch brütet, sind vor ein paar Tagen bei der andere schon die Küken geschlüpft. Am erste Tag, nach dem Schlüpfen, durften die kleinen Feidis noch nicht raus und die Mama verjagte jeden, der ihnen zu nahe kam.
Die erste Schwimmstunde gab es dann am zweiten Tag und es wurde gebadet, bis die kleinen Entlein blaue Lippen hatten.
Solche kleinen, süßen Dinger kann man doch nicht schlachten und essen. Doch man bedenke, auch der Entenbraten aus der Gefriertruhe, ohne Namen und ohne Gesicht, war einmal so ein knuddeliges, kleines Plüschentlein.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Tchau, tchau Paraguay

Der Urlaub ist vorbei und Dirk und Jörn haben die Heimreise angetreten. Zum Abschluss fuhren wir gestern noch zu den Wasserfällen von Foz de Yguazu.
Im direkten Vergleich, mit dem Salto Cristal vom Vortag, lag der kleinere Wasserfall mit seinem natürlichen Badebecken, bei den beiden nach Punkten deutlich vorn. Um 19.00Uhr verabschiedeten wir Dirk und Jörn auf dem Busbahnhof in Foz, von wo aus sie in Richtung Sao Paulo starteten.
Während wir gegen Mitternacht wieder auf unserer kleinen Farm waren, erreichen die beiden heute gegen 10.00Uhr Sao Paulo und fliegen dann um 14.00Uhr weiter über Madrid nach Berlin. Nach vier Wochen faulenzen, 6kg Gewichtszunahmen, einer vergrößerten Leber und leichter Müdigkeit, kehrt nun wieder Ruhe auf unserer kleinen Farm ein und unser Farmleben normalisiert sich wieder. Dirk und Jörn müssen sich nun wieder an den Alltag in Deutschland gewöhnen und eins haben sie uns versichert - sie kommen wieder.

Dienstag, 24. Januar 2012

Wo geht`s denn hier zum Salto Cristal?

Versteckt in den Bergen von la Colmena liegt der "Salto Cistal" und wir machten uns heute auf die Suche nach dem versteckten Wasserfall. Ca. 50km von unserer kleinen Farm entfernt liegt das Städtchen La Colmena. Fährt man die neue Strasse von La Colmena in Richtung Villarrica, erreicht man nach ungefähr 4km eine langgezogene links-rechts Kurve. Kurz danach biegt man in eine unscheinbare Erdstraße nach rechts ab. Nach ungefähr 7km verlässt man diesen Weg nach links und fährt quer durch die Zuckerrohrfelder der Chacra Salto Cristal. Wegweiser sind Fehlanzeige und man muss sich durchfragen, bis man an dieses Tor kommt.
Hier werden pro Person 10.000Gs Eintritt verlangt und nachdem das Auto geparkt ist, hat man noch ca. 1km Fußmarsch vor sich.
Festes Schuwerk sollte unbedingt im Reisegepäck sein, denn selbst ich, als eingefleischter Badelatschero, kam bei dem steilen Abstieg, welcher nur durch ein paar Seile "gesichert" ist, ins schleudern.
Die Anstrengungen dieses Weges werden am Ende reichlich belohnt. Ein kleiner Flusslauf mit glasklarem Wasser lädt zum baden ein, doch noch ist man nicht am Ziel.
Flussaufwärts geht es nun noch ca. 150m bevor man den Salto Cristal erreicht.
Ein, mit eiskaltem, glasklarem Wasser gefülltes, natürliches Badebecken ist eine willkommene Erfrischung und die ganz mutigen wagen sich auf kleine Felsvorsprünge und springen in das ca. 6m tiefe Badebecken.
Es ist ein wunderschöner Ort und wo sich am Wochenende viele Ausflügler und Camper treffen, war es heute eher ruhig und wir teilten uns den Salto Cristal nur mit einer sechs köpfigen Gruppe des Peace Corps, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück und der Aufstieg, aus dem Flusstal sollte uns noch ein kleines Abenteuer bringen. Dirk und Jörn hangelten sich vor mir die Seile hoch und ich folgte ihnen mit einigem Abstand. Hinter mir kämpfte Helmut mit dem Aufstieg und plötzlich hörte ich ein seltsames rasseln. Mein Blick suchte den Ursprung des Geräusches und da sah ich, ca. 30cm entfernt von meiner linken Hand, einen aufgerichteten Schlangenkopf. Ganz langsam bewegte ich meinen Arm von der drohenden Gefahr weg und plötzlich schnellte die Schlange in meine Richtung und verfehlte meine Hand nur knapp. Durch ihren Vorstoß verlor sie den Halt auf ihrem Stein, rutschte an mir vorbei und landete in ca. 1m Entfernung auf dem nächsten Felsvorsprung. Wieder startete sie einen Angriff auf mich, der dieses mal knapp mein Bein verfehlte. Schnell kletterte ich aus der Reichweite der Schlange und nun galt es Helmut an ihr vorbei zuschleusen. Nach ein paar gezielten Steinwürfen, verschwand die Schlange im dichten Unterholz und Helmut kletterte mit dem Anschub von einer Menge Adrenalin an der Gefahrenzone vorbei. Ich wäre ein schlechter Berichterstatter, wenn ich kein Foto von dem Angreifer gemacht hätte und hier ist es.
Mit lautem Herzklopfen setzten wir nun unseren Weg fort und erreichten ohne weiter Zwischenfälle unser Auto. Es war ein toller Ausflug den ich jedem empfehlen kann, auch wenn man die Begegnung mit einer Klapperschlange nicht dazu gehören sollte. Der Fotoapparat sollte genauso im Gepäck sein wie festes Schuhwerk und etwas Fitness und wer noch mehr Fotos sehen will, klickt hier.