Freitag, 4. April 2014

Vorbereitungen für den Osterfrühschoppen

Es ist Herbst in Paraguay. Der Winter ist nicht mehr weit und es ich höchste Zeit, sich um den Brennholzvorrat zu kümmern. Wir haben gestern den Wald aufgeräumt und ca. 2 Raummeter Brennholz gesägt. Dazu nehmen wir natürlich keine gesunden Bäume, sondern der Wind hat genug Geäst von den Bäumen geholt und auch zwei entwurzelte Bäume gab es zum zersägen. Am Abend war alles Holz zersägt und gestapelt. Bis auf die dicken Stämme, die nun noch gespalten werden müssen.
Mit der Axt hat man in diesem Falle keine Chance und da wir keinen Holzspalter haben, müssen die alt bewährten Alukeile und der Vorschlaghammer ran.
Nun brauchen wir nicht nur für die warme Stube unser Brennholz, sondern auch an Ostern wird einiges verheizt werden. Zum Osterfrühschoppen am Ostersonntag erwarten wir bis jetzt ca. 40 Gäste und außer Schwein am Spieß wird es auch Schwein aus dem Tatacua geben. Für das Feuerholz ist nun gesorgt, fehlt bloß noch der Steinofen. Hier, an dieser Stelle stand bis vor vier Jahren auch ein Lehmofen, doch zwei durchgebrannte Ochsen parkten Ihren Ofen in unserem.
Hier kommt unser neuer Tatacua auch wieder hin und heute habe ich angefangen den Sockel für den Ofenaufbau zu bauen.
Wenn das Wetter mitspielt, soll das Ding bis nächsten Freitag fertig sein. Der Ofen hat dann noch eine Woche Zeit zum trocknen. So, und jetzt ist Freitag und Feierabend.

Samstag, 29. März 2014

Grassilage für den Kleinbauern

Wer jetzt hier einen Bericht über den Ausgang der Geschichte mit meiner Kamera erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Wieder einmal wurde ich auf die nächste Woche vertröstet und es heißt weiter geduldig bleiben.
Jetzt, Ende März, ist die Zeit, in der das Elefantengras in Blüte geht und die meisten Proteine in sich hat. Der beste Zeitpunkt also, um alles zu ernten und zu verfütter. Natürlich machen wir das nicht, da wir ja Zufutterreserven für den Winter brauchen und so bleibt das Gras stehen und wird Stück für Stück bis zum nächsten Frühling abgeerntet.
In Deutschland machen die Bauern für den Winter Silage und warum soll das in Paraguay nicht auch funktionieren. Wir probieren es in diesem Winter einfach mal aus und haben uns einen Silagesack gekauft. Dieser Sack hat einen Durchmesser von einem Meter, ist 5m lang und musste nun voll gestopft werden. Also hieß es Machete schärfen und los gings mit der Elefantenernte.
Da man das Elefantengras nicht einfach so in den Sack stopfen kann, kam das Gras vom Acker direkt in den Häcksler.
Der Sack musste nun gefüllt werden und das Gras fest und ohne viele Lufteinschlüsse in das Silo gepresst werden.
Silagefutter ist ein hochwertiges Tierfutter, insbesondere für Wiederkäuer, da die Tiere durch die Fermentation der Grassilage in der Lage sind, im Pansen auch Strukturkohlenhydrate zu verdauen.
Wie unser Versuch ausgehen wird, werden wir dann im Winter feststellen und sollte es gut funktionieren, werden wir im nächsten Jahr noch ein paar Säcke mehr stopfen.


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Samstag, 22. März 2014

Lieber Gonzalez Gimenez,

vor fünf Wochen brachte ich meinen Fotoapparat zu Ihnen ins Geschäft in Carapegua.
Es handelt sich um einen Apparat der Marke Sony, bei dem das Display ausgefallen war. Klassischer Fall von Garantie, denn die Kamera war gerade zwei Monate alt. Das sagte auch Ihre freundliche Mitarbeiterin und behielt das Gerät zur Reparatur in Ihrem Geschäft. Nach 14 Tagen sollte ich die Kamera wieder abholen kommen.
Lieber Gonzo, ich denke Sie haben nichts dagegen, dass ich Sie so nenne, denn inzwischen kennen wir uns ja schon einige Zeit. Also, lieber Gonzo, jetzt ist mein Fotoapparat schon fünf Wochen bei Ihnen und nachdem man, keine Ahnung wer, vor zwei Wochen festgestellt hat, dass das Display kaputt ist(?), sollte ich ein Ersatzgerät bekommen. Doch auf dieses warte ich seit diesem Tag vergebens.
Ich lernte auch Ihren Kollegen Antonio Palma übers Telefon kennen, übrigens ein mir unsympathischer Schleimer, der es versteht eine halbe Stunde lang zu faseln und dabei so viel auszudrücken wie ein 12 Wochen alter Säugling. Wie dem auch sei, ich war jetzt schon 8 mal in Ihrem Geschäft, weil ich eigentlich mein Gerät abholen kommen sollte, doch leider wurde ich immer wieder auf einen anderen Tag vertröstet. So auch heute.
Ich bin ein sehr ruhiger und verständnisvoller Mensch, glaube mir Gonzo, doch auch ich bekomme manchmal hohen Blutdruck und mein Hals schwillt an. Und das ist in sofern schlimm, weil mir dann das lecker Bierchen nicht mehr schmeckt. Und wenn es soweit ist, leidet meine Familie darunter, meine lieben Kinder, meine liebe Frau und meine Hunde und Katzen. Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Wenn meine Familie, sprich meine Frau, meine Kinder, meine Hunde und meine Katzen, meine schlechte Laune ertragen müssen, werden auch diese sauer. Und was das bedeutet möchte ich Ihnen einfach ersparen.
Also lieber Gonzo, lassen wir es nicht soweit kommen. Am kommenden Mittwoch schaue ich nochmal bei Euch im Laden vorbei. Ich versuche natürlich meine Familie zu Hause zu lassen, was ich aber nicht fest versprechen kann, und dann wage ich einen letzte Versuch einen Fotoapparat aus Deinem Geschäft mitzunehmen. Vielleicht hältst Du ja auch eine kühles lecker Bierchen für mich bereit, aber das muss nicht unbedingt sein.
Bis Mittwoch denn und muchos Saludos
Don Parakay

Dienstag, 18. März 2014

die Heilkraft der Natur

Vergleicht man heute die Lebensmittelpreise in Paraguay, mit denen in Deutschland, schneidet Paraguay längst nicht mehr besser ab als old Germany. Und nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern auch bei vielen anderen Dingen des täglichen Bedarfs muss man in Paraguay oft tiefer in dem Geldbeutel wühlen, als in Alemania. Ich denke da zum Beispiel an das Internet oder viele Hightechgeräte. Und doch, es gibt da noch was, bei dem man in Paraguay sparen kann. Dazu geht man auf einen Wochenmarkt und sucht sich den Stand einer Kräuterfee. Da gibt es alles, was die Natur uns zu bieten hat und von dem die Pharmaindustrie überhaupt nichts wissen will.
Hier sieht man zum einen ein Moringagel, Kostenpunkt 10.000Gs. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bei Gelenkschmerzen super hilft. Ich hatte Probleme mit dem Ellenbogengelenk, wahrscheinlich hervorgerufen durch die schweren 1Literflaschen lecker Bierchen. Und was soll ich sagen, nach zweimaliger Anwendung waren die Schmerzen weg.
Das andere sind Kapseln, aus einem Gemisch von Noni und Graviola. Diese wirken zellregenerierend, mindern Allergien, helfen bei Artritis, Asma, Diabetis, Übergewicht, Stress, Depressionen und wirken krebsheilend. Ausserdem hemmen oder verhindern die Kapseln Haarausfall und so ein Fläschen mit 90 Kapseln kostet 15.000Gs. Das so ein Zaubermittelchen nicht in die Philosophie eines Parmaunternehmens passt, kann man gut nachvollziehen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass uns die Forschungsergebnisse über die Heilkräfte der Natur vorenthalten werden. Doch ab und zu müssen die Medien auch mal aufklären, so wie in diesem Artikel.
Auch ich bin meiner Aufklärungspflicht für heute nachgekommen und daran sollte sich die Sonne mal ein Beispiel nehmen, denn seit heute Morgen regnet es wie aus Eimern und man kann so gar nichts machen. Obwohl, da fällt mir ein, mein Ellenbogen ist ja wieder voll einsatzfähig.